Daß „Wissensdrang und Wissenschaft“ unsere ureigensten Aktionsfelder sind, dürfte leicht einzusehen sein. Daß „Technik“ als angewandte Wissenschaft nach Verwirklichung strebt, dürfte kaum bezweifelt werden. Als problembeladenes Schlüsselwort in unserer Themenwahl entpuppt sich nicht so sehr der „Verstand“, sondern vielmehr, was das „Vernünftige“ sei. So können wir uns entsetzt fragen: Können Wissenschaftler „unvernünftig“ sein? War der Einsatz der Atombombe in Hiroshima und Nagasaki durch die Amerikaner am Ende eines gewonnenen Weltkrieges „unvernünftig“? Sind die Wünsche des zeitgenössischen Genderismus nach Änderung des angeborenen Geschlechtes „ungeheuerlich“? Solche Fragen warten dringend auf Klärung.
Von Dr. Endre A. Bárdossy
Heutzutage können wir den Unterschied zwischen „Vernunft und Verstand“ weder umgangssprachlich noch begrifflich oder gar philosophisch definieren. Wenn wir sie im Duden nachschlagen, erhalten wir auch dort ein semantisches Durcheinander mit nichtssagenden Überlappungen:
– Beispiele
– Synonyme
Während die Unterschiede in der zeitgenössischen deutschen Sprache zwischen „Vernunft und Verstand“ völlig verschwommen sind, mangelte es an sinnvollen Unterscheidungen im griechisch-römischen Altertum nicht:
a) von lego, legere, lectus (lesen, erlesen, sammeln), das sich etymologisch hochinteressant
b) über inter-lego, inter-legere, inter-lectus
zu intellego, intellegere, intellectus (verstehen, begreifen) weiterbilden läßt.
Die europäischen Hochsprachen übernahmen zunächst die beiden Grundworte sinngemäß, aber angepaßt an ihre eigene Phonetik und Orthographie, mit mehr oder minder großen semantischen Verschiebungen:
griechisch | Logos | Nous: Erkenntnisvermögen | ||
lateinisch | Ratio | Intellectus | Intelligentia | Intellectio |
spanisch | Razón | Intelecto | Inteligencia | Comprensión |
italienisch | Ragione | Intelletto | Intelligenza | Comprensione |
französisch | Raison | Intellect | Intelligence | Compréhension |
englisch | Reason | Intellect | Intelligence | Understanding |
deutsch | Vernunft | Intellekt | Intelligenz | Verstand |
Das hochkomplexe Wort Logos war im altgriechischen Original mehrdeutig:[ii]
1. Rede: Ein gutes Gespräch (Dialogos) wird aus einfühlender Intuition und aus logischem, zielbewußtem Diskurs komponiert, synonym mit Sprache, Botschaft bzw. Verbum (Wort) im Kirchenlatein. Mit „Wort“ wurde im Prolog des Johannesevangeliums (1:14) die Inkarnation in Jesus Christus als Gottes Gespräch (Offenbarung) mit der Menschheit identifiziert:
(Kai o Logos egine sarka)
2. Rechenschaft heißt Rechnungslegung, Besprechung der Gründe – in Übereinstimmung mit der lateinischen Ratio. Was das Denken eines Philosophen, Staatsmannes oder Ingenieurs attraktiv macht, ist die Nüchternheit der Berechnung. Nach den Fragmenten des Herakleitos regiert im fließenden Universum eine strenge Weltordnung (Logos): Diesem Naturgesetz verdanken wir im Leben, krumme Wege meiden und den geraden, den richtigen folgen zu können. Diese wurden ????? ????? (orthos logos, lat. recta ratio) genannt.
3. Sammlung, Lesung und Erzählung: Lectio, Collectio, Recollectio entsprechen dem Stammverb ?????? (legein). Vgl. auch Lex (Gesetz), Lexikon.
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Eine dermaßen komplexe Homonymie, d.i. ein gleiches Schriftbild für so schwerwiegende Bedeutungen, könnte lästig werden, wenn diese einander widersprächen. Sie können aber ihre Eigenart harmonisch komponieren, wenn sie in der Tat untrennbar zusammenhängen. Das Kompositum „Dia“-Logos wird im Deutschen mit „Zwiesprache“ (Interview) unrichtig angenähert. Der Sinn der Vorsilbe ist nicht das paarweise Reden und Zuhören, sondern der Versuch, ein Gespräch vom Anfang bis zum Ende „durch und durch“ (Dia-) gründlich zu verhandeln.
„Dialogos“ bedeutet demnach eine Offenlegung der Karten auf den Tisch, wie sie bereits Platons vorchristliche Gesprächspartner kunstvoll exerzierten. Das deklarierte Ziel jedes Gesprächs müßte stets danach streben, den Verstand (Intellekt) wenigstens Teilwahrheiten anzunähern oder gar erfolgreich Schlußfolgerungen zu ziehen. Ohne aktive Wahrheitssuche (Intellectus agens) als Zielvorgabe wird jede Rede zu einem leeren Gerede oder zu einer unverbindlichen Plauderei reduziert.
Die Wahrheitssuche als der letzte Sinn jeder wohlbegründeten Rede war das Herzstück und die treibende Kraft der klassischen Philosophie, aber auch für die Dramatik im griechischen Theater. Die Römer übersetzten den Logos notgedrungen – mangels eines besseren – mit einem gewöhnlichen Wort der Kaufmannssprache als Ratio (Rechnung). Der lateinische Wortstamm ist auch nicht frei von einem breiten Nuancenreichtum wie Rechenschaft ablegen (Rationem reddere), Rücksicht nehmen (Rationem ducere), eine Schlußfolgerung ziehen (Ratiocinatio), was auch die Besonnenheit (Nüchternheit) obligatorisch einbegreift. Die gebildeten Römer, die das griechische Vorbild kannten, waren natürlich in der Lage, alle Komponenten des Originals mitdenken zu können. Platons leidenschaftliche Suche nach den wahren Ideen fand bereits bei seinem Schüler Aristoteles ihre bewundernswerte, realistische Bilanz.
Zusammenfassend läßt sich über das blühende Altertum sagen, daß „Vernunft und Verstand“ einst die abendländischen Werte und Tugenden zu Frühling, Reife und Herbst – ihre Absenz uns jedoch in den tiefen Abgrund der Gegenwart geführt haben. In der Ethik, die Aristoteles an seinen Sohn Nikomachos gerichtet hatte, bestimmte er den Logos als ein Gespräch, das auf die handlungsbezogene Klugheit gerichtet sei, um die „Goldene Mitte“ nicht zu verfehlen. Nach seiner zeitlosen Definition ist der Mensch
In einer konkreten Handlungssituation wird von Aristoteles[i] das Mittlere als realistisches Ziel gesteckt. Somit ergibt sich aus dem Mittleren nicht nur das richtige Maß (orthos logos / recta ratio), um Überforderungen zu vermeiden, sondern bildet auch die Grundlage für die Revision der „Richtigkeit“ (??????? / orthotes), die in Pädagogik und Politik nie ganz zu vermeiden ist.
Für das volle griechische Logos-Konzept verblieb im Altertum lange Zeit hindurch die römische Ratio als ebenbürtige Übersetzung. Nach dem Untergang des Römischen Reiches in der Folge verheerender Migrationswellen aus unzivilisierten Völkern kam es im konsolidierten Christentum zur Erneuerung der alten Gesprächskultur. Ihr neuer, erfrischender Antrieb nährte sich auch aus Glaubensquellen, die der vorchristlichen, griechisch-römischen Zivilisation noch nicht zugänglich waren. Der hl. Anselm, Erzbischof von Canterbury und Vater der Frühscholastik, verlangte zwar, daß
In der mittelalterlichen Hochscholastik waren aber langsam die leuchtenden Farben des griechischen Originals mehr oder minder verblaßt. Thomas von Aquin – der „Doctor Angelicus“ des diskursiven Denkens und Interpret des Aristoteles –, reduzierte den Unterschied zwischen Logos (Ratio, Gespräch und Grundlegung) und Nous (Intellekt, Verstand und Erkenntnis) nahezu bis zur Synonymie. Aus den scholastischen Quaestiones disputatae (Streitfragen) blieben intuitive Ansätze und alle „Wenn und Aber“ einer umständlichen, langen Wahrheitssuche eher ausgespart. Es entstand demnächst ein katholisches Amtslatein, das bereits „alles“ richtig und höchst präzis wußte, aber für Martin Luthers Landsleute nördlich der Alpen eher unverständlich geblieben war. Die „Kirchensprache“ und das Niveau der allgemeinen „Gesprächskultur“ sind allmählich abgeflaut – sowohl unter den Protestanten in der Offensive wie auch unter den Katholiken in der Defensive. Vielen ging es lediglich um die Verteilung der Kirchengüter und die Verstaatlichung der Kirche, jedenfalls nicht mehr um die Wahrheitssuche. Cuius regio, eius religio: Wer in der Region das Sagen hatte, der befahl auch in der Religion. Polizeimethoden und grausame Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen waren gängige Praxis auf beiden Seiten. Die staatlichen Vollstreckungen des Urteils nach der kirchlichen Inquisition (Ermittlung und Vernehmung) waren gleichwohl Rückfälle in die Barbarei. Die Abrechnung der Parteien kulminierte schließlich in einem Dreißigjährigen Krieg. Wenn Kanonen donnern, versiegen alle Gespräche. Somit wurden die Vorzüge des Verstandes in den Grabenkämpfen der Reformation endgültig trivialisiert und ließen die Ratio als Gespräch und Rechenschaft im Schatten der Intelligenz verkümmern:
„Die Ratio besagt eine Art Überschattung durch die intellektuelle Natur, wie es Isaac sagt, daß die Ratio im Schatten des Verstandes entsteht (ratio oritur in umbra intelligentiae), was daran deutlich wird, daß ihr die Wahrheit nicht sofort angeboten wird, die sie [erst] durch ein diskursives Suchen finden muß.“[iv]
Nach der Definition des hl. Thomas: Veritas est adaequatio intellectus et rei.[v] Wahrheit ist die (schrittweise und teilweise) Angleichung des (erkennenden) Verstandes an die Realität der Dinge, wie sie an sich wirklich sind. Die Evidenz dieses axiomatischen Satzes ist so klar, daß man sie mit gesundem Menschenverstand nicht leugnen kann, es sei denn, man zöge ein Leben im Irrenhaus vor, um an der Wahrheitsunfähigkeit des Menschen zu verzweifeln. Der Verstand ist das individuelle Organ des Denkvermögens für all jene, die miteinander „reden, rechnen und Erfahrung sammeln“ können. Einst gedieh eine breite Gesprächskultur des „Logos/Ratio“ im Schatten der besten griechischen Denker, die im Deutschen in „Vernunft“ umbenannt worden ist. Das Vernünftige ist ein kulturelles Milieu der jeweiligen Gemeinschft, denken muß jedermann selber.
In den Blütezeiten der Zivilisation waren neben Besonnenheit und zurückhaltender Nüchternheit scharfe Rededuelle und Wortgefechte auch nicht verpönt, allerdings waren sie nicht tödlich verletzend wie fallweise im Mittelalter oder im Barrikaden- und Klassenkampf der Ideologen in der Neuzeit. Allerdings: Das ehrenvolle Diskutieren allein um der Wahrheit willen hat eine zunehmend problematische Entwicklung durchgemacht. Die Ratio der Römer entwickelte sich bereits im Spätlatein des Hochmittelalters zur reinen Rationalität und somit nicht nur zu einem Synonym des kühl kalkulierenden Verstandes, sondern mit zunehmender Eindeutigkeit auch zu dessen Ersatz. In Frankreich wandte sich die zu Rationalismus und Freidenkertum verwandelte Cogitatio libera zerstörerisch gegen alle Überlieferung. An der radikalen Zeitenwende wurde René Descartes mit seinem sprichwörtlich gewordenen „Cogito ergo sum“ (Ich denke, also bin ich) zum Urvater aller französischen Rationalisten und Aufklärer, die in Frankreich und Rußland schließlich zur hemmungslosen Meuterei der totalen Revolution führten.
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In Preußen erblühte unter Friedrich dem Großen vorübergehend die Philosophie, für die er bereits als aufgeweckter Kronprinz viel Interesse bekundet hatte. In der Sommerresidenz mit dem klangvollen Namen „Schloß Sanssouci“ (von fr. sans souci / sorglos) führte er lebhafte Gespräche mit Voltaire, nebst ausführlicher Korrespondenz mit ihm, natürlich auf Französisch, da das Deutsche für höhere Ansprüche noch nicht ausreichend war.
Das Konzept des Logos als Gespräch fristete sein Dasein als Schattenblümchen des Verstandes im spätlateinischen Abendland. So lange, bis eines Tages Christian Freiherr von Wolff, gebürtig aus dem damals österreichischen Breslau, wo Toleranz noch die Regel war, anstelle der eingespielten, aber eher abgenützten lateinischen Vokabeln zahlreiche neue Ausdrücke in die aufkeimende deutsche Gelehrtensprache einführte. Der europaweit berühmte Universalgelehrte, Jurist, Mathematiker und Philosoph wurde vom bayerischen Kurfürsten Maximilian Joseph in dessen Funktion als Reichsvikar zum Reichsfreiherrn nobilitiert. Das war der Nobelpreis von damals. Sein vielgelesenes Werk mit erfrischenden sprachlichen Neuerungen, aber mit klassischem Hintergrund, genoß allgemeine Anerkennung. Er war der Schöpfer der ersten, gediegenen Terminologie der Deutschen Philosophie, da er seine Schriften teils noch lateinisch, aber großenteils bereits auf Deutsch verfaßte. Mitte des 18. Jahrhunderts waren fast alle philosophischen Lehrstühle Deutschlands von „Wolffianern“ besetzt. Da er seine Schulbildung und Schulphilosophie aus dem friedfertigen, religionstoleranten österreichischen Breslau mitbrachte, wurde seine Lehre breit angenommen und vielfach als „protestantische Scholastik“ gewürdigt. Ihm ist zu verdanken, daß Vernehmen, Vernunft und das Vernünftige anstelle der alten Ratio eine neue Schlüsselstellung in der deutschen Sprache bezogen.
Die geistige Situation am Ende des 18., des sogenannten Jahrhunderts des Lichtes, sollte aber noch viel tiefer abstürzen als im vorhergehenden. Den wildgewordenen „Aufklärern“ schloß sich als erster aus Deutschland Immanuel Kant mit seiner „Kritik der reinen Vernunft“[1] an. Ohne es jemals zu verlassen, lebte er zeitlebens im entlegenen Königsberg – das bezeichnenderweise seit 1946 Kaliningrad heißt. Michail Iwanowitsch Kalinin war Staatsoberhaupt der Sowjetunion (1919–1922). Kant wurde – im Unterschied zum Freiherrn von Wolff – vom Königshaus nicht geschätzt. Vielmehr wurde ihm das Verbot auferlegt, über theologische Themen zu publizieren. Als Opportunist wußte er der staatlichen Zensur auszuweichen und größere Konflikte zu vermeiden. Aber von seinen Zeitgenossen erhielt er aus Moses Mendelssohns Feder den wenig schmeichelhaften Spottnamen, der „Alleszermalmer“ zu sein.
Insoweit der Nous (Intellectus/Verstand) immer schon den Prozeß um die Erarbeitung von Wissen und Wissenschaft anführte und das Gespräch, der (Dia-)Logos (Recta ratio / Vernunft), nach dem oben zitierten Wort des Isaac ben Solomon Israeli nur in seinem Schatten gedieh, prahlte Kant mit einer radikalen sogenannten Kopernikanischen Kehrtwende. Gegen alle Erfahrung der griechisch-römischen und scholastischen Philosophie postulierte er „a priori“ eine angeborene, reine „Vernunft“, andererseits degradierte er den schöpferischen, aktiven „Verstand/Geist“ (Intellectus agens) zu einem minderwertigen Vernehmungsorgan (Intellectus passivus) von bloßen Vorstellungen. Dieser könne statt realer Erkenntnis der „Dinge an sich“ lediglich zweifelhafte subjektive Chimären, Phantasiebilder verarbeiten. Weder das evidente, jahrhundertealte Erfahrungswissen der zivilisierten Völker noch die mit allen Proben und Gegenproben überprüfte Wissenschaft könnten mehr als das wahrnehmen, was Platon eine Schattenwelt genannt hatte. Der Intellectus agens ist dagegen die Fähigkeit der Seele, die individuellen Sinneseindrücke ihrer Materialität zu entkleiden und in universelle Konzepte (Bilder) zu verwandeln. Alle Akzidentalien (Beiwerk) müssen „abs-trahiert“ (abgezogen) werden, um von den halbfertigen Wahrnehmungen, Beobachtungen und Daten zu den „Dingen an sich“ (Essentialien, Substanz oder Wesen) zu gelangen. Der Intellectus agens ist nach Aristoteles’ Hylemorphismus-Lehre[2] der „göttliche Teil“ der Seele, der im menschlichen Geist die Ideen (Formen) schafft und dem bloßen Rohstoff, dem leblosen „Holz“ (???/Hyle, lat. Materia), die schöpferische „Form, Gestalt“ (?????/Morphe) aufprägt. Nur so wird aus dem Farbstoff ein „Gemälde“ und aus Stein und Mörtel „Architektur“. Holz war in allen vormodernen Kulturen der alltäglichste Allzweckrohstoff.
Nicht, daß wir der menschlichen Intelligenz jemals Unfehlbarkeit zusprechen wollten. Unsere relative, aber brauchbare, ja sogar zu Höchstleistungen strebende, nie gesättigte Wahrheitsfähigkeit radikal abzustreiten, war jedoch ein Kahlschlag, von dem sich die Illusion der Deutschen, vermeintlich „ein Land der Dichter und Denker“ zu sein, nie mehr erholen konnte. Die deutsche Philosophie verweilte so lange im Banne der kantischen Selbstverstümmelung, daß noch Anfang des 20. Jahrhunderts an den Universitäten in Marburg, Heidelberg, Freiburg im Breisgau und Straßburg Neukantianer-Schulen existierten. Ernst Cassirer war ihr letzter bedeutender Vertreter, dessen Reputation in der amerikanischen Emigration noch geschätzt wurde, aber allmählich auch abklang.
Kants Radikalismus löste sogar Depressionen aus. Der junge Dramatiker Heinrich von Kleist und seine krebskranke Freundin nahmen sich den radikalen Verlust der Wirklichkeit so sehr zu Herzen, daß ihre Enttäuschung mit tragischer Konsequenz schließlich zu ihrem Doppelsuizid führte. Zwar entwickelte sich ihre fatale Entscheidung aus jahrelangen Depressionen und bedauerlichen Umständen, aber Kleist notierte in einem berühmten Brief bereits zehn Jahre vor dem Tod:
„Wir können nicht entscheiden, ob das was wir Wahrheit nennen, wahrhaftig Wahrheit ist oder ob es uns nur so scheint […]. Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, ich habe nun keines mehr.“[3]
Hegel wurde als der bedeutendste Philosoph des 19. Jahrhunderts gefeiert, obwohl seine Ausdrucksweise, gelinde gesagt, sehr schwerfällig und dunkel ist. Er spitzte Kants Erfindung einer reinen Vernunft weiter zu: „Was vernünftig ist, das ist wirklich. Was wirklich ist, das ist vernünftig.“[4] In Napoleon sah er in wahnwitziger Weise sogar den „Weltgeist zu Pferde“ exemplarisch verkörpert.
Platon[5] verdanken wir, daß er als Urgrund des Seins „das Gute“ bestimmte. ?????? (Agathon) ist demnach die ideale Vollkommenheit, wonach die abendländische Humanität jahrhundertelang strebte. Hegel deklarierte dagegen alles Wirkliche als „das Vernünftige“, allerdings längst nicht mehr in dem griechischen Ursinn von „Gespräch, Rechenschaft und Sammlung“, sondern als cartesianisch gefärbten Panlogismus (All-Vernunft-Lehre). In neuester Zeit widerlegte Friedrich August von Hayek diesen verhängnisvollen Hang zum Konstruktionismus als „Anmaßung von Wissen“, was bis zum heutigen Tag in der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Linkshegelianer vornehmlich verhängnisvolle Folgen gezeitigt hat.[6]
In den Nachwehen der ersten Hälfte des Weltkrieges wollte Heidegger seine eigene (Un-)Vernunft zurück in die Imitation der altgriechischen Sprache versetzen. Was er schuf, war lediglich ein unverständliches Kauderwelsch, das der deutschen Literatur Hohn spricht. Mit seinem unvollendeten Hauptwerk „Sein und Zeit“[7], dessen angekündigten zweiten Teil „Zeit und Sein“ er nie fertigstellte, stellte er eine absurde Diagnose der „Seinsvergessenheit“. Von Parmenides bis zu der „Entbergung“, die von ihm höchstpersönlich verkündet wurde, sollte das ganze Abendland zweieinhalbtausend Jahre hindurch an diesem „Geschick“ gelitten haben. Das Klopfen solcher unsinnigen Sprüche endete definitiv auf „Holzwegen“, wie es ihm gefiel, das Versagen der Deutschen Philosophie zu verniedlichen. Jeder Maturant kann dafür mit Leichtigkeit eine Unzahl unsäglicher Beispiele ausfindig machen: etwa die Technik als „Gestell“, die Wahrheit als „Unverborgenheit“, die sich wahlweise zu „verbergen und entbergen“ pflegt, um in einem rätselhaften „Sagen“ der Dichter und Denker wieder „ekstatisch“ aufzutauchen. Diese waren sogar für den Führungskader der NSDAP unverdaulich. Der parteiinterne Mißerfolg veranlaßte Heidegger zum Rücktritt vom Rektorat der Universität Freiburg im Breisgau, ohne sich jemals vom nationalen Sozialismus zu distanzieren.
Viele inakzeptable Aussagen Kants, Hegels, Heideggers können im 21. Jahrhundert kaum mehr ernst genommen werden. Ihre großsprecherischen Worte haben schon zu Lebzeiten und erst recht im 20. Jahrhundert vielfach zu empfindlichen Kollateralschäden der deutschen Gesprächskultur beigetragen. Ist aber „die Kultur die fleischgewordene Religion eines Volkes“[8], dann können wir eine Chance wittern, um im Schoße der Familien, Schulen und nicht zuletzt in der Politik und Öffentlichkeit ihre neuerliche Formierung zu erhoffen, auch dann, wenn die konkreten Aussichten die Hoffnung Lügen strafen. Unter dem ungeheuren Druck der (links-)liberalen „Sprachpolizei“ zur politischen Korrektheit ergibt sich die Notwendigkeit, auch über das Zueinander von „Kultur und Zivilisierung“ einmal gründlich nachzudenken. Sind sie – wie es allgemein üblich ist – eine ebenfalls äußerst unpräzise Überproduktion der Sprache? Ähnlich der unnützen Angleichung der „Vernunft“ an den „Verstand“, die wir mühsam zu differenzieren versucht haben? T.S. Eliots Definition bietet hier eine richtige Fährte für weitere Aufhellungen:
„Kultur und Religion in der Weise zu sehen, wie ich es hier zu umreißen versuche, ist so schwierig, daß es mir selber wohl nur in glücklichen Augenblicken gelingt; vielleicht erfasse ich auch noch gar nicht alles, was sich aus dieser Betrachtungsweise ergibt. Man läuft dabei auch auf Schritt und Tritt Gefahr, Denkfehler zu machen; denn die Bedeutung, die jeder der beiden Ausdrücke bei einer solchen paarweise gekoppelten Verwendung hat, kann sich unversehens in eine solche verwandeln, die der eine wie andere für sich allein genommen haben mag. Diese Betrachtungsweise hat nur insoweit Sinn, als die Menschen sich ihrer Kultur wie ihrer Religion nicht bewußt sind. Jeder, der auch nur das geringste religiöse Bewußtsein hat, muß von Zeit zu Zeit von dem Gegensatz zwischen seinem religiösen Glauben und seinem Verhalten betroffen sein; jeder, der das ästhetische Vermögen hat, das die individuelle Kultur oder die Gruppenkultur dem einzelnen verleiht, muß wissen, daß es Werte gibt, die er nicht religiös nennen kann. Für den einzelnen und für die Gruppe bleibt es auch dabei, daß ‚Religion‘ und ‚Kultur‘ zweierlei sind und daß Religion ebenso wie Kultur etwas sein sollte, wonach man strebt, und nicht etwas, was man eben hat oder nicht. Aber von dem Standpunkt aus, den ich meine, erscheint die Religion als die Gesamtform, in der ein Volk lebt – von der Geburt bis zum Grabe, vom Morgen bis in die Nacht und selbst im Schlaf –, und diese Lebensform ist auch seine Kultur. Und zugleich müssen wir uns darüber klar sein, daß es sich, wenn diese Gleichung bei einer wirklich gegebenen Gesellschaft restlos aufgeht, sowohl um eine Kultur niederen Ranges als auch um eine Religion niederen Ranges handeln muß. Eine Weltreligion steht zumindest potentiell höher als eine Religion, die eine Rasse oder Nation ausschließlich für sich beansprucht; und eine Kultur, die eine Religion verkörpert, die auch in anderen Kulturen verkörpert ist, steht zumindest potentiell höher als eine Kultur, die eine Religion nur für sich selbst hat.“[9]
Gegen die Mißinterpretation seiner Überlegungen, insbesondere durch „arteigene und abergläubische“ Pseudoreligionen, verwehrt sich Eliot zureichend mit der Disqualifikation allzu kleiner, abseits stehender Splittergruppen, deren Kultur mit zunehmender Partikularität potentiell stets minderwertiger wird. „Neuheiden“, ein „arischer Jesus“, „Aluhut tragende Wutbürger“ oder der „Pachamama-Kult“ einiger sporadischer Indianerstämme im südamerikanischen Regenwald wären gute Beispiele für „wenig Kultur“ kombiniert mit „wenig Religion“. Reine Dummheit läßt sich keineswegs in den römischen Katholizismus integrieren.
Eliots großes Verdienst ist, darauf hingewiesen zu haben, daß „Kultur“ nicht nur aus Kunst und Wissenschaft, aus einem Theater-, Museums- oder Konzertbesuch besteht. Technik, Informatik und Wirtschaft, Kochkunst, Ernährung und Medizin, Spiel und Sport und was auch immer zu unserer angestammten Lebensweise gehört, fügen sich erst um einen religiösen Mittelpunkt herum zu einer umfassenden Kultur zusammen, die uns unbedingt angeht. Auch Agnostizismus, Aberglaube und Nihilismus, Magien und Ideologien – oder irgendwelche unausgesprochenen metaphysischen Hypothesen – können unsere Lebensform zentrieren: unter der Voraussetzung, daß sie sich aus einer wahrhaftigen Suche (nicht aus Trägheit oder einer Lebenslüge) ergeben. Unsere Kultur wird dementsprechend Form annehmen. Es gibt also viele Kulturen, primitive bis hochentwickelte. Sie klassifizieren einzelne Familien, Gruppen oder ganze Völker. Eliot versteht „Kultur und Zivilisation“, dem englischen und französischen Gebrauch entsprechend, weitgehend synonymisch. Sein Sprachgefühl tendiert aber dazu, nur die höher entwickelten Kulturen, natürlich mit fließenden Übergängen, als Zivilisation zu benennen, ohne eine strikte Grenze ziehen zu können.
Nach meinem Dafürhalten gibt es zwar zahllose Kulturen in großer historischer und geographischer Vielfalt, aber nur eine Zivilisation, die friedliche, die sich fest entschlossen der Barbarei entgegenstemmen muß. Einst war sie als Pax romana bereits im vorchristlichen Abendland tief verwurzelt. Diese umfaßte eine lange Periode im Römischen Reich, die im wesentlichen von innerem Frieden, Stabilität und Wohlstand geprägt war. Die Römer bauten ein dichtes Wegenetz und Flotten auf, um in Halbeuropa sowie am Rande von Kleinasien und Nordafrika einen florierenden „Welthandel“ (im damaligen Ausmaß) zu betreiben. Wer Handel betreibt, der kann zugleich gegen seine eigene Klientel kein Kriegstreiber sein. Wer den „Handel und Verhandlungen“ und somit das Mindestmaß an Gesprächsbereitschaft verweigert, liefert dagegen Kriegsgründe.
Auch der Völkerapostel Paulus konnte mit einer gewissen Würde von sich sagen: „Civis romanus sum – Ich bin ein römischer Bürger“ (Apostelgeschichte 22:22–29). Nur die geistige Friedfertigkeit erlaubt die kulturelle Höherentwicklung und Bereicherung der Völker, die wir allerdings kaum bewußt hervorbringen können. Vielmehr müssen wir in ihre Tradition und Gegenwart allmählich hineinwachsen wie mein neugeborenes Enkelkind: krabbelnd, zu seinen Brüdern in die Höhe strebend, um auf eigenen Füße stehen zu können. Wir gestalten unsere Zukunft stets gemeinsam, ohne zu wissen, wie sie aussehen wird, da sie von vielen unberechenbaren Faktoren abhängig ist. Richtunggebend sind dennoch unsere Gespräche. Nicht die pazifistischen Seifenopern.
Bei aller Friedfertigkeit ergibt sich zweifellos Legitimität für
– die Reconquista (Wiedereroberung) der Iberischen Halbinsel von den Arabern (722–1492),
– die Abwehr osmanischer Belagerungen von Belgrad (Hunyadi 1456) und Wien (1529, 1683),
– die Entdeckung und Besiedlung Amerikas (1492)
– und für eine endlos lange Liste aller „gerechten“ Kriege aus allen Zeiten und Ländern,
die für ein (zumindest vermeintliches) Körnchen von „Wahrheit und Gerechtigkeit“ Abermillionen Soldatenleben und Zivilopfer kosteten, da jene Streitfragen tragischerweise nicht durch Verhandlungen zu bewältigen waren. Nach der Erfahrung von Hiroshima und Nagasaki muß dennoch festgehalten werden, daß die Kriegstreiberei heute immer absurder wird und immer weniger Lösungen erbringt. Seit dem Ende des Weltkrieges (1945) brennt es immer noch und immer wieder irgendwo in der Welt. Die mächtige Waffenindustrie braucht und beliefert ihre Kunden. Atomwaffen zu fabrizieren, ist leider nicht so schwer. Da die Zahl der atomar gerüsteten Mächte die amerikanische Exklusivität längst überholte: Nolens volens / Wohl oder übel / Nicht wollend, aber zum Wollen genötigt werden wir das „Reden“ doch einmal lernen müssen. Angesichts der immer mächtigeren Arsenale vieler Länder gibt es keine andere vernünftige Alternative.
Ursprünglich waren „Rede, Rechenschaft und Sammlung“ nicht nur Brücken für die alten Griechen und Römer, sondern nach Johannes (1:14) auch die allerheiligste Verbindung der Menschheit mit Gott. Die Überlieferung des zivilisierenden Logos vermag die Koexistenz unterschiedlicher Lebensformen, Religionen, Konfessionen zu ermöglichen. „Koexistenz“ bedeutet keinen „weltanschaulichen“ Pluralismus, keine Gleichstellung von verschiedenen Religionen und deren Surrogaten. Wahre Erkenntnisse müssen errungen werden: durch Diskutieren, Probieren, Erfahren. Toleranz ist lediglich eine „Anti-Intoleranz“ (Gabriel Marcel), aber keine gegenseitige Akzeptanz von Unwahrheiten. Sie ist lediglich das Nebeneinanderbestehen und Ertragen von Grundverschiedenem und Widersprüchlichem, ohne einander das Messer anzusetzen. Auch der Aktionismus der Unkunst ist ein sensibles Instrument für die Krisen unseres modernen Zeitalters. Wobei der Wettbewerb, vor allem der politische und ökonomische, für die Selektion einer besseren Zukunft dient. Die glänzende Hochkultur des Abendlandes in Kunst, Technik, Medizin, Ökonomik während der letzten zweitausend Jahre wäre ohne den konzilianten Einfluß des Christentums undenkbar gewesen. Das Christentum ist jener kulturbildende Katalysator, der die Freiheit von Subkulturen herbeiführen und beschützen möchte und könnte, selbst aber in seinem Wesen unverändert bleibt wie Christus gestern, heute und morgen.
Die Europäische (Des-)Union, wie sie heute leibt und lebt, ist aus einem wertneutralen „Gemeinsamen Markt“ der Wirtschaft hervorgegangen, als sie noch das „Europa der Vaterländer“ war. Nun, ihre politische Verengung zum gegenwärtigen (links-)liberalen Kurs verhöhnt die ökonomische „Vernunft“. Die Gesprächskultur konnte sich nur erhalten, solange der objektive Vorrang des Verstandes als Erkenntnisorgan für Wahrheit und Gerechtigkeit einvernehmlich anerkannt war. Mit der subjektiven Verengung der „Rationalität“ erreichte der unduldsame, französische Rationalismus im 17. und 18. Jahrhundert seine ersten Höhepunkte. Die endgültige Verwirrung im Deutschen haben wir aber Kant, Hegel und Heidegger zu verdanken. Heute müssen wir dafür die Rechnungen bezahlen, wenn wir keine klaren Konzepte mehr haben.
Aus der vorliegenden Spurensuche ist ersichtlich, daß unter den Stichworten „Vernunft und Verstand“ nicht der letztere problematisch geworden ist. Verstand hätten wir genug, obzwar die Intelligenz innerhalb eines Volkes oder zwischen den Völkern natürlich dispers verteilt ist. Die Schwankungen nähern sich aber einem guten Durchschnitt an, so daß die untersten Extreme der Primitivität (z.B. unter den Kannibalen – um höflichkeitshalber andere Namen nicht zu erwähnen) für die Menschheit nicht so gefährlich sind. Akute Gefahr bedeuten vielmehr die seltenen Höchstwerte der Intelligenz, welche den Durchschnitt deutlich überragen. In Ermangelung einer vernünftigen Gesprächskultur werden die größten Verbrechen unter den Nachbarn regelmäßig durch die Intelligenteren verrichtet. Rückblickend auf die Geschichte scheint es, daß sich anno dazumal die intelligentesten europäischen Völker zu den mächtigsten Sklavenhaltern und Kolonialmächten entwickelt haben.
Die Intelligenz ist vermutlich angeboren. Dagegen kann die Vernünftigkeit als Bereitschaft zu „Rede, Rechenschaft und Sammlung“ jedenfalls nur im Schoße der traditionalen Familie von „Vater, Mutter, Kind“ anerzogen werden. Jene Kulturen, welche im internationalen Zusammenspiel diese logischen, zweimal drei Voraussetzungen unerfüllt lassen, reiben sich früher oder später selber auf und verschwinden in der Versenkung der Geschichte. „Der bei weitem wichtigste Weg der Übermittlung bleibt [also] der über die Familie: und wenn das Familienleben seine Aufgabe nicht mehr erfüllt, müssen wir damit rechnen, daß unsere Kultur minderwertiger wird.“[10]
In Ermangelung der Civilitas, d.h. bei Verrohung guter Umgangsformen und fehlenden bürgerlichen Tugenden, ereilte der Untergang nicht nur das spätrömische Imperium. Die zerfallene Sowjetunion ist dafür ein weiteres eindrucksvolles Indiz aus jüngster Zeit. Der modernen Cancel Culture im „Westen“ wird dies auch nicht erspart bleiben. Völker mit viel Verstand (Intelligenz) und wenig Vernunft (Gesprächskultur) sind in der Tat die lebensgefährlichsten auf dieser Erde.
Altertum
520–320 vor Chr. Parmenides, Herakleitos, Platon, Aristoteles
von 27 vor Chr. bis 235 nach Chr. wird die römische Kaiserzeit als Pax Romana bezeichnet.
Mittelalter
855–955 Isaac ben Solomon Israeli, Hofarzt einer Nobilität in Nordafrika. Seine neuplatonischen und
medizinischen Schriften wurden aus dem Arabischen ins Lateinische und Hebräische übersetzt und
im Mittelalter viel gelesen.
1033–1109 Anselm von Canterbury
1225–1274 Thomas von Aquin
Frühe Neuzeit 1450–1650
1526–1741 Als Breslau noch bei Österreich war.
1596–1650 René Descartes als Vorläufer der „Aufklärung“.
1618–1648 Dreißigjähriger Krieg
Jüngere Neuzeit 1650–1789
1679–1754 Christian Freiherr von Wolff (1745 zum Reichsfreiherrn geadelt)
1694–1778 Voltaire
1712–1786 Friedrich II., der Große, von Preußen
1724–1804 Immanuel Kant
1777–1811 Heinrich von Kleist
1789 Französische Revolution
Neueste Zeit ab 1789
1770–1831 Georg Wilhelm Friedrich Hegel
1874–1945 Ernst Cassirer, der letzte Neukantianer und Heideggers Diskussionspartner
1888–1965 Thomas Stearns Eliot (1948 Nobelpreis für Literatur)
1889–1976 Martin Heidegger
1899–1992 Friedrich August von Hayek (1974 Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften)
1914–1945 An dem einen Weltkrieg in zwei Teilen verbluten die europäischen Nationen wie nie zuvor.
1945 Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945. Binnen Minuten starben daran 70.000 Zivilisten.
Die Zahl der Opfer verdoppelte sich durch die radioaktiven Folgen. Drei Tage später
wiederholte man die unfaßbare Tat in Nagasaki.
[1] Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft, 1. u. 2. verb. Aufl. (1781, 1787).
[2] Aristoteles: Über die Seele (lat. De anima), Buch III, Kap. 4 und 5.
[3] Heinrich von Kleist: Sämtliche Werke und Briefe, Frankfurt a.M. 1987–1997.
[4] Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts (1820).
[5] Platon: Politeia 506b-509b
spektrum.de/lexikon/philosophie/agathon/57
spektrum.de/lexikon/philosophie/sonnengleichnis/1894
[6] Friedrich August von Hayek: The Fatal Conceit. The Errors of Socialism, Chicago 1988.
dt. Die verhängnisvolle Anmaßung. Die Irrtümer des Sozialismus, Tübingen 1988.
[7] Martin Heidegger: Sein und Zeit, Halle a.d. Saale 1927.
[8] Thomas Stearns Eliot: Notes Towards the Definition of Culture, London 1948.
dt. Beiträge zum Begriff der Kultur, Berlin u. Frankfurt a.M. 1949, S. 30.
[9] Ebd., S. 32 f.
[10] Ebd., S. 47.