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Ivan A. Ilin

Ivan Alexandrowitsch Ilin (1883–1954)

Vom Wesen der Rechtgläubigkeit

Der russische Denker, Philosoph und Publizist I.A. Ilin (1883–1954) war ab 1918 als Professor an der juristischen Fakultät der Moskauer Universität tätig, geriet aber schon früh mit den bolschewistischen Machthabern in Konflikt. Von 1918–1922 wurde Ilin sechsmal verhaftet. Zweimal kam es zu einem Verfahren, am 30. November 1918 vor dem Präsidium für den Kampf gegen die Konterrevolution und am 28. Dezember 1918 vor dem Moskauer Revolutionstribunal. Beide Verfahren endeten mit Freispruch. Zur letzten Verhaftung kam es am 4. September 1922 mit der Anschuldigung, sich ständig antisowjetisch betätigt zu haben, und dem weiteren Vorwurf, sich zu keinem Zeitpunkt mit dem neuen Arbeiter- und Bauernstaat ausgesöhnt zu haben. Daraufhin wurde Ilin am 26. Dezember 1922 zusammen mit seiner Ehefrau zwangsexiliert. Er ließ sich in Berlin nieder, um an dem dortigen Russischen Wissenschaftlichen Institut eine Lehrtätigkeit aufzunehmen. Ilin erkannte früh die wahre Natur des Nationalsozialismus. Schon 1934, einige Monate nach dem Machtantritt Hitlers, wurde Ilin wegen seiner Weigerung, seine Lehrveranstaltungen inhaltlich mit dem Parteiprogramm der Nationalsozialisten in Einklang zu bringen, aus dem Institut entfernt. 1938 beschlagnahmte die Gestapo seine sämtlichen Druckerzeugnisse und verbot ihm jegliche öffentlichen Auftritte. Seines Lebensunterhalts beraubt, war Ilin gezwungen, Deutschland zu verlassen; er ging im Juli 1938 in die Schweiz.

Von Univ.-Prof. Dr. Dirk Budde

Der antibolschewistische Philosoph Ivan Ilin hat im heutigen Rußland eine große Renaissance erfahren. Seine Werke sind wieder auf Russisch lieferbar, und Wladimir Putin selbst zitierte ihn immer wieder in seinen Reden. Dies führte dazu, daß Ilin nun als „faschistischer Philosoph“ verunglimpft wird, auf den sich Putin berufe. Doch was hat Ilin wirklich gesagt? Eine Rechtfertigung für den Angriff auf die Ukraine hat er jedenfalls nicht geliefert. Und so verständlich auch die harten Reaktionen des Westens auf Putins Krieg sind, darf doch nicht vergessen werden, daß Rußland ein integraler Bestandteil Europas ist. Auch aus diesem Grund ist die Beschäftigung mit dem Philosophen Ivan Ilin heute notwendiger denn je. Der folgend wiedergegebene Text stammt aus dem bereits 2013 erschienenen Buch „Gegen die Krise der Zeit. Konservative Denker im Portrait“, das im folgenden auch beworben wird.

Am 24. Mai 2009 legte Wladimir Putin Blumen auf die Gräber der weißrussischen Generäle Anton Denikin und Wladimir Kappel, des Philosophen Ivan Ilin und der Schriftsteller Iwan Schmeljow und Alexander Solschenizyn am Friedhof des Donskoy-Klosters in Moskau, wohin deren sterbliche Überreste (mit Ausnahme Solschenizyns) in den Jahren davor überführt worden waren.

Ilin setzt in seinen Werken die Tradition der russischen Philosophie, das Thema der Staatlichkeit bzw. des Verhältnisses von Gesellschaft und Staat fort und begann schon 1909 mit Aufsätzen u.a. zur „Wissenschaftslehre Fichtes“, zur Lehre Schellings „Über das Absolute“ und zur „Idee des Allgemeinwillens“ bei Jean-Jacques Rousseau; zu einem Zeitpunkt, als nach den revolutionären Wirren von 1905–1907 das russische nationale und staatliche Denken sich stark entwickelte, wenn es auch in seinem konservativ-reaktionären Inhalt den Lauf der späteren Ereignisse nicht aufhalten konnte. Im März 1909 erschienen die „Vechi“ in Moskau, ein damals aufsehenerregender und bis heute vielzitierter Sammelband, in dem die Vertreter der älteren Generation der radikal-liberalen russischen Intelligenz (deren Kern ehemalige Marxisten wie P.B. Struve, S.?N. Bulgakov, N.A. Berdjajev und S.?L. Frank bildeten) endgültig mit ihrer Vergangenheit und ihren radikal-liberalen Ansichten brachen und die Ideologie der liberalen Intelligenzija vernichtender Kritik unterwarfen. Ähnlich den Autoren der „Vechi“ sieht auch Ilin die Ursache aller russischen Übel, gipfelnd in der Oktoberrevolution, im mangelnden national-geistigen Charakter der Intelligenzija und der ihnen folgenden Massen.

Ersten Bekanntheitsgrad erlangte Ilin durch sein 1918 erschienenes Werk über Hegel – „Die Philosophie Hegels als Lehre über die Konkretheit Gottes und des Menschen“ –, welches als das in der Geschichte des russischen Idealismus bedeutendste Werk über Hegel gefeiert wurde.[i] Nachfolgend entwickelte Ilin aber eine eigene Lehre, wurzelnd in der Idee der christlichen Philosophie, d.h. unter entschiedener Ablehnung der Trennung von Glauben und Wissen, einer Trennung, die im Westen mit der Aufklärung begann, sich im Osten aber niemals durchsetzen konnte.[ii] Neben der Philosophie im engeren Sinne gibt es zahlreiche Veröffentlichungen Ilins zu Fragen der Literatur, der Kunst und Geschichte; insgesamt hat er mehr als dreißig Bücher und einige hundert Artikel hinterlassen. Im Mittelpunkt dieses Aufsatzes stehen seine Werke „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“[iii], „Das Wesen des Rechtsbewußtseins“[iv], „Der Weg der geistigen Erneuerung“[v] und „Die Monarchie und die Republik“[vi]. Diese Werke gehören nicht nur zu den bedeutendsten Werken Ilins, sondern sind auch von besonderer Aktualität angesichts geistiger Verwahrlosung und Orientierungslosigkeit der europäischen Völker und der Verunglimpfung jeglichen Patriotismus, der nach Ilin Grundlage eines jeden gesunden Staates ist. Geprägt von der bitteren Erfahrung des bolschewistischen Umsturzes, setzt sich Ilin in seinen Ausführungen über „Das Wesen des Rechtsbewußtseins“, „Der Weg der geistigen Erneuerung“ (entstanden im Ausland in der Zeit von 1925–1937) und in „Die Monarchie und die Republik“ mit den tieferen geistigen Ursachen auseinander, welche kennzeichnend für den Wandel des Rechtsbewußtseins der Völker und den damit verbundenen Staatsformwechsel sind.

Die Erkenntnis des unaufhaltsamen, nicht nur wirtschaftlich-finanziellen Verfalls Europas und der USA, in deren Sog sich auch Rußland befindet, hat zu wachsendem Interesse an Ilins Werken in Rußland geführt. Andererseits werden die parlamentarisch-demokratischen Systeme des Westens den bevorstehenden wirtschaftlich-finanziellen Kollaps nicht überstehen. Der von den politischen Eliten des Westens und den Systemmedien vorangetriebenen Islamisierung und der damit verbundenen Preisgabe kultureller, nationaler und religiöser Identität der westeuropäischen Völker steht ein schwach gewordenes Christentum gegenüber, das in verlogener Weise sein Zurückweichen und die eigene Feigheit als evangelische Tugend und „Toleranz“ zu kaschieren versteht. Wenn Ilin letztere Problematik für seine Zeit auch nicht voraussehen konnte, gibt er doch in dem Essay „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“ eine am Evangelium orientierte kämpferisch-patriotische Antwort, die in ihrer Tiefe und Wahrhaftigkeit einzigartig dasteht. Nach Ilin ist der Hauptmangel des gegenwärtigen Menschen und der heutigen Gesellschaft die Zerrissenheit, die Gegenüberstellung von Verstand und Herz, Vernunft und Gefühl. Dieser Verachtung des Herzens liege die falsche Vorstellung vom Menschen als einer Sache unter Sachen, eines Körpers unter Körpern zugrunde; deshalb würden auch schöpferische Akte materiell, mengenmäßig, formal und technisch thematisiert. Eine solche Haltung erleichtere zwar den Erfolg in fast allen menschlichen Tätigkeitsbereichen, begünstige Karriere und Gewinn. Jedoch, das „Denken ohne Herz“, so klug und verfeinert es auch sein mag, sei letztlich relativistisch, maschinell und zynisch: „Der Mensch, geistig zerrissen und ziellos, ist ein unglücklicher Mensch. Begegnet er der Wahrheit, kann er nicht entscheiden, gibt es Wahrheit oder gibt es sie nicht, weil er zu einem ganzheitlichen Verständnis nicht in der Lage ist […]: er verliert den Glauben daran, daß dem Menschen überhaupt ein ganzheitliches Verständnis möglich ist. Er will es auch bei anderen nicht anerkennen und begegnet ihm mit Ironie und Spott.“ Die Überwindung dieser Zerrissenheit sieht Ilin in einer „Herzensanschauung“, einem gewissensgeprüften Willen und „einem gläubigen Denken“, jeweils geprägt und durchdrungen vom christlichen Glauben.[vii]


[i] Filosofskij entsiklopeditscheskij slovar, Moskau 1983, S.203.
[ii] Senkovskij, V., Osnovy christianskoj filosofii, Band 1, Frankfurt am Main 1960, S.18, 19.
[iii] Ilin, I.A., O soprotivlenii zlu siloju, in: derselbe, Aufsätze in zwei Bänden, Band 1, Filosofija prava, nravstvennaja filosofija, Moskau 1993, S.304 ff.
[iv] Ebenda, S.74 ff.
[v] Ilin, I.A., Put duchovnovo obnovlenija, in: derselbe, Aufsätze in zwei Bänden, Band 2, Religioznaja filosofija, Moskau 1994, S.73 ff.
[vi] Ilin, I.A., O Monarchii i Respublike, New York 1979.
[vii] Zitiert nach: Bolschaja Entsiklopedija Russkovo Naroda, Russkaja Lilteratura, Moskau 2004, S.436.
Ivan Ilins „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“ ist auch auf deutsch lieferbar.
Der Beitrag über Ivan Ilin ist entnommen aus dem von Daniel Führing herausgegebenen Buch:
Konservative Denker im Portrait
280 Seiten, HC, Ares Verlag, 2013
€ 32,00

Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse

In seinem Werk „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“, erschienen erstmals 1925 in Berlin, hat Ilin eine der profundesten und umfangreichsten Untersuchungen in dieser Frage hinterlassen, fußend auf Ergebnissen und Schlüssen aus dem brudermörderischen russischen Bürgerkrieg, wie er im Vorwort zum Werk selbst betont:

„Die schrecklichen und schicksalsträchtigen Ereignisse, welche unsere wunderbare und unglückliche Heimat heimsuchen, verbreiten sich in unserer Seele in Form eines uns reinigenden und heimsuchenden Feuers. In diesem Feuer verbrennen alle lügnerischen Annahmen, Irrtümer und Vorurteile, auf welche sich die Ideologie der vormaligen russischen Intelligenz stützte. Auf diesen Grundlagen war es unmöglich, Rußland aufzubauen, diese Irrtümer und Vorurteile haben zu seinem Zerfall und Untergang geführt. In diesem Feuer erneuert sich der religiöse und staatliche Dienst, […] werden unsere Liebe und unser Wille gehärtet. Und das erste, was in uns dadurch erwachsen wird, wird die religiöse und staatliche Weisheit der östlichen und insbesondere der russischen Orthodoxie sein.“[i]

Seine Aufgabe sah Ilin darin, wie er an einer Stelle vermerkt, „einen richtigen Ausweg und Lösung der Frage zu finden, um endgültig die Tolstojsche Seite [des Nichtwiderstandes, Anm. d. Verf.] der russischen nihilistischen Moral zu entkräften und die alte russisch-orthodoxe Lehre über das Schwert mit all ihrer Kraft und ihrem Ruhm wiederherzustellen“[ii]. Als Epigraph seiner Abhandlung zitiert Ilin daher auch die Tat Jesu aus dem Johannesevangelium (2,15): „Da machte er eine Geißel aus Stricken und jagte alle zum Tempel hinaus, samt Schafen und Rindern, verschüttete die Münzen der Geldwechsler und stieß ihre Tische um.“ Das Werk ist nicht nur als Antithesis zum Tolstojschen moralistischen Pazifismus gedacht, sondern als Antithese und Synthese richtiger Entscheidung. Indem er die physische Gewaltanwendung oder Drohung als Übel ansieht, welche auch nicht dadurch gut wird, daß sie für treffliche Zwecke angewandt wird, ist Ilin anderseits der Auffassung, daß bei Fehlen anderer Mittel der Mensch nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, dem Bösen Widerstand zu leisten. Als Gewalt kann nach Ilin nur der willkürliche, unbedachte Zwang bezeichnet werden, der von einem bösen Willen ausgeht oder auf Böses gerichtet ist.[iii] Daher: „Widerstand hat aus Liebe zu geschehen [Liebe zu Gott, zum Vaterland, zum Nächsten] im Wege der Heiligung, der geistigen Erziehung anderer und durch das Schwert, wobei der Mensch, der die Last des Schwertes auf sich nimmt, um das Gute zu schützen, nicht heilig, aber recht tut.“[iv] Letzterer Unterschied wird an vielen Stellen des Werkes erläutert, wovon wir uns aber hier mit wenigen begnügen wollen: „Der Weg des Schwertes ist kein heiliger Weg, aber wer ist derjenige, der vor dieser ‚mangelnden Heiligkeit‘ erschrickt, sie als böses Tun bezeichnet und davonläuft? Das ist der gleiche Mensch, welcher im Verlaufe seines ganzen Lebens sich mit jeder Art von Ungerechtigkeit abgefunden hat, solange sie ihm notwendig oder von Nutzen war, aber jetzt ständig sündigt, mit seiner ruhigen Seele zu seinem Nutzen sündigt und sich nicht einmal dessen bedenkt. Plötzlich aber, wenn die Last eines staatlichen Dienstes am Vaterland auf ihn fällt, welcher nach einem tiefen Wort Peters des Großen ‚Sache Gottes‘ ist und keine Vernachlässigung duldet, dann erinnert ein solcher Mensch sich daran, daß er unentwegt ein sündenloser Heiliger zu sein hat, erschrickt, erklärt diese mangelnde Heiligkeit zur Sünde und sagt sich los […]. Aber“, so fährt Ilin fort, „es ist richtig, daß der Weg des Schwertes kein heiliger Weg ist, aber es gibt kein geistiges Gesetz, daß der durch die Nichtheiligkeit Hindurchgehende zur Sünde geht […]. Wäre es so, dann wären alle Menschen, die ständig durch die Nichtheiligkeit und sogar durch die Sünde gehen, einem ausweglosen Untergang geweiht […]. Nein, die menschliche Weisheit besteht nicht in wehleidiger Heiligkeit, sondern darin, im Maße der Notwendigkeit in das nichtheilige Tun einzutreten, durch es hindurchzugehen, nicht zu ihm zu treten, indem man in es hineingeht, sondern um aus ihm wieder hinauszugehen. […] Ja, der Weg der Gewalt und des Schwertes ist kein vollkommener Weg. Aber gibt es einen anderen vollkommenen Weg? Etwa den Weg der sentimentalen Gewaltlosigkeit, oben schon demaskiert als Weg des Verrates an den Schwachen, Teilnahme an dem Bösen und naiv-heuchlerische Selbstzufriedenheit? Natürlich, dieser Weg hat ein ruhiges, angenehmes, weniger blutiges Aussehen, aber lediglich Leichtgläubigkeit und böse Dumpfheit spüren nicht, um welchen Preis diese Ruhe und dieses Wohlgefühl bezahlt werden […].“[v] Ilin widmet dem Weg der sentimentalen Gewaltlosigkeit ein eigenes Kapitel, beschreibt den geistig-psychologischen Mechanismus, welcher die unbewußten oder auch bewußten Träger dieser Auffassung dazu treibt, die Wirklichkeit nicht wahrzunehmen, sondern sie entsprechend ihren subjektiven Stimmungen und Phantasien zu verzerren. Nach Ilin trägt eine solche Weltsicht Züge einer „idyllischen Gegengegenständlichkeit“[vi]. Ilin spricht von einem moralischen Hedonismus, welcher nicht nur das Offensichtliche verzerrt, sondern auch dem Charakter eines solchen Menschen schadet.[vii] Da der sentimentale Moralist nur einen Vollkommenheitsmaßstab anerkennt, nämlich den moralischen, sieht und versteht er nach Ilin nicht, daß das Recht ein notwendiges und heiliges Attribut des menschlichen Geistes ist, daß jeder geistige Zustand des Menschen eine Variante des Rechts und der Rechtlichkeit ist und daß man das geistige Blühen der Menschheit auf Erden ohne eine mit Zwangsmitteln versehene gesellschaftliche Organisation, ohne Gesetz, Gericht und Schwert, nicht schützen kann. „Hier schweigt die persönliche geistige Erfahrung des sentimentalen Moralisten […] und im Ergebnis erweist sich seine Auffassung als Spielart rechtlichen, staatlichen und patriotischen Nihilismus.“[viii]

Als ganz im orthodoxen Glauben verwurzelt, stützt Ilin seine Thesen mit zahlreichen Hinweisen auf die Hlg. Schrift und die Kirchenväter: „Christus hat nicht das Schwert, sondern die Liebe gelehrt. Aber kein einziges Mal, nicht mit einem einzigen Wort hat er das Schwert verurteilt, weder im Sinne organisierter Staatlichkeit noch im Sinne militärischer Berufung und Tat.“[ix] Auch die Worte Jesu im Matthäusevangelium (26,52) kommentiert Ilin in ihrer eigentlichen, tieferen Bedeutung: „Ja, die zum Schwert greifen, kommen durch das Schwert um; aber gerade die Liebe kann einen Menschen antreiben, diesen Untergang auf sich zu nehmen. Denn die Annahme des Schwertes bedeutet auch die Annahme des Todes, und derjenige, der den Tod fürchtet, soll nicht zum Schwert greifen. Aber in der Liebe [zu Gott, zum Nächsten, zum Vaterland, Anm. d. Verf.] fällt nicht nur die Todesfurcht, sondern öffnen sich auch die Grundlagen und Motive, die zur Schwertergreifung führen. Der Tod ist nicht nur eine Strafe, die in dem Schwert angelegt ist, sondern auch lebendiges Maß für die Annehmbarkeit des Schwertes. Denn zum Schwerte zu greifen, hat Sinn nur im Namen dessen, für das es sich für den Menschen lohnt, zu sterben. Im Namen der Sache Gottes auf Erden. Sinnlos ist es, zum Schwert zu greifen, für den, der nichts Höheres auf der Welt kennt als sich selbst und sein Leben; für ihn wäre es besser, das Schwert wegzuwerfen und sich zu retten, wenn auch um den Preis des Verrats und erniedrigender Unterwerfung unter die Übeltäter. Aber für die Sache Gottes – in sich selbst, in anderen, in der Welt – hat es Sinn zu sterben. Denn derjenige, der es tut, gibt Weniger für Mehr, Persönliches für Überpersönliches, Sterbliches für Übersterbliches, denn er gibt sich als Mensch im Dienst an der Ehre Gottes. In diesem Sinne ist der Tod das Maß für die Annehmbarkeit des Schwertes.“[x] Daraus ergibt sich aber auch eine der tragischen Paradoxien des menschlichen Lebens:

„Denn nur die Besten sind dazu berufen, diesen Kampf mit den Übeltätern zu führen […], denn nur sie sind in der Lage, diese Unheiligkeit zu tragen, sich nicht beschmutzen zu lassen, das rechte Maß zu finden, ihr nichtvollkommenes Tun, seine geistige Gefährlichkeit zu bedenken und für sich persönliche und gesellschaftliche Gegengifte zu finden.“[xi]

Daher rührt auch die tiefere sakrale Bedeutung, wenn von dem Herrscheramt als einem Kreuz, einer Last gesprochen wird, deren sich ganz besonders die beiden letzten Zaren Alexander III. und der von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochene Nikolaus II. bewußt waren:

„Glücklich sind im Vergleich zu den staatlichen Herrschern – die Mönche, Gelehrten, Künstler; ihnen ist es gegeben, Reines mit reinen Händen zu schaffen. Aber es ist nicht ihre Aufgabe, den Herrscher und Kämpfer zu richten und zu verurteilen; vielmehr sollten sie ihnen dankbar sein, für sie beten – um Weisheit, Reinigung. Denn sie müssen verstehen, daß ihre Hände rein sind für Reines nur deswegen, weil sich bei anderen reine Hände für eine nicht reine Sache finden.“[xii]

Ilin sieht daher Mönchstum und Herrscheramt im Staat in gegenseitiger Notwendigkeit miteinander verbunden: im Bild des Kämpfers, das Böse abzuschneiden, niederzuzwingen, aber die Grundlage religiöser Reinigung, des Gebets und der Heiligkeit im Bild des Mönchs.[xiii]

 


[i] Ilin, I.A., O soprotivlenii … a. a. O. (Anm. 3), S.303.
[ii] Ebenda, S.305.
[iii] Ebenda, S.322, 335.
[iv] Ebenda, S.447, 454.
[v] Ebenda, S.463.
[vi] Ebenda, S.362.
[vii] Ebenda.
[viii] Ebenda, S.372.
[ix] Ebenda, S.467.
[x] Ebenda, S.468.
[xi] Ebenda, S.469.
[xii] Ebenda.
[xiii] Ebenda, S.478.
Ilin wendet sich gegen einen falschen christlichen Internationalismus, doch ein wahrer Patriot kann nach der Lehre Ilins andere Völker nicht verachten oder hassen. Sein Ziel ist die christliche Monarchie, der Monarch ist als Gesalbter auch sakrales Zentrum des Volkes. – Krönung von Zar Nikolaus II. in einem Gemälde des dänischen Malers Laurits Tuxen.

Das Wesen des Rechtsbewußtseins

Ilin hat auch bedeutend zur Ausarbeitung einer russischen nationalen Ideologie beigetragen, aus der sich die Idee eines russischen geistigen Patriotismus herauskristallisieren läßt, deren Wesen Liebe ist. Der Staat ist in seinem geistigen Inhalt nach Ilin nichts anderes als die Heimat, geformt und geeint durch das öffentliche Recht, oder, anders ausgedrückt: „Eine Vielzahl von Menschen, verbunden durch die Gemeinschaft eines geistigen Schicksals, welches sich auch auf der Grundlage einer geistigen Kultur und des Rechtsbewußtseins zu einer Einheit formiert hat.“[i] Wenn Ilin vom Recht und Rechtsbewußtsein spricht, so meint er nicht ein vorwiegend soziales, gesellschaftliches, disziplinierendes System, welches als Ergebnis des Rechts der Regulierung gesellschaftlicher Beziehungen, wirtschaftlicher und privater Verhältnisse dient. Aber den Rechtssystemen liegen Über-zeugungen und Postulate zugrunde, etwa die der strukturellen Integrität des Rechts, seines Entwicklungscharakters, seiner religiösen Wurzeln und transzendenten Eigenschaften, die zwar augenblicklich in raschem Verschwinden und einem Atomismus, Subjektivismus und Utilitarismus des Rechts gewichen sind, die aber dennoch Kennzeichen und Merkmale des von Ilin untersuchten Rechtsbewußtseins sind.[ii] Nach Ilin können Leben und Gedanken der Staatsform außerhalb des Rechtsbewußtseins nicht begriffen werden:

„Denn jede Staatsform ist zunächst die Geburt oder das Ergebnis eines Rechtsbewußtseins, nicht eines persönlichen, sondern einer Vielzahl gleichzeitig lebender, gleichzeitig sich entwickelnder und gleichzeitig miteinander verkehrender Rechtsbewußtseine. Die menschlichen Seelen sind nicht gleich. Sie sind vielgestaltig und verschieden. Aber jene geistigen Akte, mit denen sie leben und ihr Leben aufbauen, können in ihren Grundlagen und ihrem Aufbau gemeinsame Züge aufweisen, wobei der Verkehr untereinander diese Ähnlichkeit verstärken und diese wertvolle geistige Ähnlichkeit ihren Willen zu einem ständigen und schöpferischen Beisammensein festigen kann. Es entsteht der Akt des nationalen Rechtsbewußtseins, des nationalen Selbstgefühls und Selbstbestätigung, aus welchen das historische staatliche Rechtsbewußtsein und die Staatsform des Volkes erwachsen.“[iii]

Recht und Staat erwachsen nach Ilin aus der geistigen Welt des Menschen, mittels des Rechtsbewußtseins. Der Staat ist nicht ein System äußerer Ordnung, sein Wesen wird nicht durch äußere Handlungen (Zwangsmaßnahmen und andere staatliche Akte) bestimmt, „sondern der Staat erschafft sich innerlich, seelisch und geistig; das staatliche Leben äußert sich lediglich in den äußeren Handlungen der Menschen, vollzieht sich aber und fließt in der Seele, deren Waffe und Organ das menschliche Rechtsbewußtsein ist“[iv]. Dies zeigt sich nach Ilin auch in der Akzessorietät des äußeren zum inneren Verfall: „Der Verfall des Staates oder irgendeiner anderen politischen Ordnung besteht nicht nur in äußerer Unordnung, Anarchie, Straßenkämpfen, Bürgerkriegen. All das sind nur die reifen Früchte eines schon stattgefunden habenden inneren Zerfalls. Die Menschen sehen nicht diesen inneren Zerfall, umso schlechter für sie, umso gefährlicher für den Staat. Die Menschen sind nicht in der Lage zu verstehen, zu erklären, gegen diese geistige Wirrnis anzugehen, diesen geistigen Verfall; umso fataler werden die Folgen sein.“[v]
Zur Genesis des Staates hat sich Ilin in seinen Werken nicht explizit geäußert. Lediglich an einer Stelle heißt es, „daß die Menschen und Völker seit unvordenklichen Zeiten sich in Staaten zusammengeschlossen haben“[vi]. Seine Ausführungen zum Rechtsbewußtsein, zur Bedeutung der Familie in der Tradition eines Volkes, zum christlichen Patriotismus sowie seine Bevorzugung der Monarchie als Staatsform im Gegensatz zur Republik lassen es als selbstverständlich annehmen, daß Ilin auch in der Frage der Genesis des Staates in der Tradition des russischen konservativen Denkens steht.[vii]

Die Ablehnung der im Westen vorherrschenden und auf J.-J. Rousseau zurückzuführenden Vertragstheorie von der Entstehung des Staates ist charakteristisch für die Anhänger der patriarchalischen Theorie, die in letzterer die Möglichkeit sehen, gegründet auf der christlichen Offenbarung, die Entstehung des Staates theologisch und historisch zu erklären. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, bleibt festzuhalten, daß nach dieser Auffassung die patriarchalische Familie als Anfangsetappe eines langen historischen Prozesses zur Bildung des Staates gilt. Der „familiäre“ Ursprung des Staates ist daher unter dem Gesichtspunkt der konservativ-patriarchalischen Theorie ein natürlich-notwendiger Vorgang, folgend aus den metaphysischen Eigenschaften der gottgeschaffenen Natur des Menschen, andererseits aber auch ein in der Zeit sich vollziehender real-historischer Prozess.[viii] Den Anhängern der im Westen herrschenden Vertragslehre wird deren „künstlicher Charakter vorgeworfen, sich stützend auf ein Gemenge falscher Begriffe, die der Überzeugung von der erstgeburtlichen Vollkommenheit des Kindes entstammen“[ix]. Da es eine wissenschaftlich haltbare Erklärung zur Entstehung des Staates nicht gibt, dürfte dieser Vorwurf auch gerechtfertigt sein.
Wie V. Larionov in seiner Analyse der Ausführungen Ilins zu Recht bemerkt, hat geschichtlich jeder Traditionsverfall einschließlich der sie stützenden Institute bei den elitären Schichten der Gesellschaft begonnen; indem diese sich abstrakten Theorien und Konzepten hingeben, verlieren sie die Fähigkeit zur Wahrnehmung der national-historischen Wirklichkeit, die durch die persönliche Erfahrung geistigen Lebens geschenkt wird. Dieser krankhafte Wahrnehmungsverlust wird unmittelbar von den Eltern auf den ungefestigten geistig-sittlichen Organismus des Kindes übertragen.[x]

Die Familie als Keimzelle des Patriotismus

Die Tradition eines Volkes kann daher auch nur in dem Umfang bewahrt und wiedergefunden werden, als sie eine Stütze in der familiären Tradition findet. Den der Volkstradition gegenüber feindlich eingestellten kosmopolitischen Kräften ist dieser Zusammenhang sehr wohl bewußt. Kein Rechtsgebiet wurde in den letzten Jahrzehnten in den westlichen Staaten solch gravierenden und zerstörenden Änderungen unterworfen wie das traditionelle Ehe- und Familienrecht. Wie Ilin schreibt, ist „die Familie Ursprungs- und Ausgangsquelle der Geistigkeit – und zwar im doppelten Sinne, daß das Kind zunächst in der Familie lernt, persönlich Geist zu sein, um dann andererseits die in der Familie erworbenen geistigen Kräfte und Fähigkeiten auf das gesellschaftliche und staatliche Leben zu übertragen […]. Das Kind tritt in die Familie seiner Eltern gleichsam wie in eine vorhistorische Epoche seiner Person ein und beginnt die Atmosphäre seiner Familie mit dem ersten physischen Atemzug in sich aufzunehmen. Aber in der geistigen Luft einer uneinigen, treulosen, unglücklichen Familie; in der flachen Atmosphäre geistlosen, gottlosen Vegetierens – kann eine gesunde kindliche Seele nicht heranwachsen. Das Kind kann Gespür und Geschmack am Geist nur in einem geistig-verständigen familiären Zuhause erlangen; es kann die Volksvereinigung und Volkseinheit organisch nur spüren, wenn es diese Einheit in der eigenen Familie erlebt hat; hat es aber diese Volkseinheit nicht erspürt, kann es auch nicht ein lebendiges Organ seines Volks und treuer Sohn seines Heimatlandes werden.“[xi] Der tiefe Ausspruch des hl. Augustinus, „Die menschliche Seele ist von ihrer Natur her eine christliche“, ist nach Ilin besonders auf die Familie zu beziehen:

„Denn in der Ehe und der Familie lernt der Mensch von Natur – zu lieben, aus der Liebe und an der Liebe zu leiden, zu ertragen und zu opfern, sich zu vergessen und denjenigen zu dienen, die ihm lieber und näher als alles sind. Die Familie ist berufen, zu wecken, zu unterstützen und von Generation zu Generation eine bestimmte geistig-religiöse, nationale und vaterländliche Tradition weiterzugeben. Aus dieser familiären Tradition und dank ihrer ist unsere ganze indoeuropäische und christliche Kultur entstanden – eine Kultur des hl. ‚Familienherdes‘: mit seiner andachtsvollen Verehrung der Vorfahren; mit seiner Vorstellung des hl. Grenzhains, welcher die Familiengräber einhegt; mit seinen historisch gewachsenen Sitten und Gebräuchen. Die Familie hat die Kultur des Nationalgefühls und der patriotischen Treue geschaffen und zur Reife gebracht. Schon die Idee der Heimat […] als auch die des Vaterlandes, des Erdensitzes meiner Väter und Vorväter, entstand aus dem Inneren der Familie als einer körperlichen und geistigen Einheit.“[xii]

Der Weg zum Heimatland ist nach Ilin für jeden verschieden: „Der Patriotismus des Wissenschaftlers ist ein anderer als der des Bauern, des Priesters oder des Künstlers; indem sie eine gemeinsame Heimat haben, werden sie sie auch besitzen – im Instinkt, im Geist, in der Liebe – jeder auf seine Art.“[xiii] Die Erlangung des Vaterlandes ist untrennbar mit der Erlangung des religiösen Glaubens verbunden, denn der „geistig tote Mensch ist ohne Patriotismus“[xiv]. Der Niedergang des Glaubens hat auch zu einem Erkalten und vielfacher patriotischer Gleichgültigkeit in den europäischen Ländern geführt. Andererseits ist ein profaner Patriotismus nicht nur blind und schädlich, sondern kann sich auch psychisch negativ auf die geistige Gesundheit des Menschen auswirken.[xv] Nach Ilin hat eine

„religiös leere und staatlich gleichgültige, in der Erkenntnis unfruchtbare, in der Erschaffung des Guten […], in der Erschauung des Schönen unfähige, mit einem ‚gänzlich ungeistigen Instinkt‘ ausgestattete Seele, die Seele eines sog. ‚geistigen Idioten‘ keine geistige Erfahrung; und alles, was Geist ist, und alles, was vom Geist ist, bleibt für eine solche Seele ein leeres Wort, sinnloser Ausdruck; eine solche Seele findet auch kein Vaterland; bestenfalls erfreut sie sich ihr Leben lang der Annehmlichkeiten des Heimatlandes, wobei der Patriotismus sich bei ihr allenfalls in einer persönlichen Vorliebe äußert, von der sie sich aber bei dem Anzeichen erster Gefahr leicht lossagt“.[xvi]

Sein Vaterland zu lieben, heißt nach Ilin, nicht nur die „Seele seines Volkes“, d.h. seinen nationalen Charakter, sondern eben „die Geistigkeit seines nationalen Charakters und gleichzeitig den nationalen Charakter seines Geistes zu lieben“[xvii]. Daher kann auch ein wirklicher Patriot andere Völker nicht verachten oder hassen, weil er in ihren geistigen Errungenschaften „die Geistigkeit ihrer nationalen Kultur erkennt, wenn ihm auch der nationale Charakter ihrer Kultur fremd, ungewöhnlich und auch unangenehm erscheinen mag“[xviii]. Davon abzugrenzen ist der Internationalismus, der heute den europäischen Völkern von den liberal-freimaurerischen Eliten unter verlogener Phraseologie aufgezwungen wird und welcher nach einem Wort von Botho Strauß „nicht von der Liebe zum Fremden, sondern vom Haß auf das Eigene geprägt ist“. Denn

„der Internationalist verneint das Vaterland und die nationale Kultur, den Nationalismus und den geistigen Akt der eigenen nationalen Kultur. Der Internationalist, geistig ein Niemand, will gleich ein Allgemeinmensch sein; aber das mißlingt, weil das Allgemeinmenschliche ein geistiger Zustand ist, der lediglich dem geistig in der nationalen Kultur verankerten Menschen möglich ist. Das, was sich dem geistlosen Internationalisten eröffnet, ist nicht Allgemeinmenschlichkeit, sondern Morast, welcher nicht zu einem kulturellen Aufschwung und kultureller Blüte führt, sondern zu kulturellem Sinken und Vermischung.“[xix]


[i] Ilin, I.A., Put …, a. a. O. (Anm. 5), S.256.
[ii] Vgl. Budde, Dirk, Heiliges Reich – Republik – Monarchie, Durach 1992, S.71.
[iii] Ilin, I.A., O Monarchii …, a. a. O. (Anm. 6), S.?6, 57.
[iv] Ilin, I.A., Put …, a. a. O. (Anm. 5), S.256.
[v] Ebenda, S.256, 257.
[vi] Ebenda, S.256.
[vii] Als die bedeutendsten und dezidiertesten Vertreter dieser konservativen russischen Denkrichtung sind die Slawophilen I.C. Aksakov und N.Ja. Danilevskij anzusehen.
[viii] Timoschina, E. Bl., Politiko-pravovye vzglady K. P. Pobedonoszeva, Dis-sertacija, St. Petersburg, 1998, S.85.
[ix] Le-Ple, Osnovnaja konstitucija tschelovetscheskovo roda, Moskau 1897, S.175, hier zitiert nach Timoschina, E. Bl., Politiko …, ebenda, S.84.
[x] Larionov, V. Pravoslavnaja Monarchija, Moskau 2007, S.222, 223.
[xi] Ilin, I.A., Put …, a. a. O. (Anm. 5), S.179.
[xii] Ebenda, S.180.
[xiii] Ebenda, S.208.
[xiv] Ebenda.
[xv] Vgl. Larionov, V., Pravoslavnaja …, a. a. O. (Anm. 30), S.225 unter Hinweis auf den sog. „sowjetischen Patriotismus“.
[xvi] Ilin, I.A., Put …, a. a. O. (Anm. 5), S.208, 209.
[xvii] Ebenda, S.234.
[xviii] Ebenda, S.235.
[xix] Ebenda, S.233.
Für Ivan Ilin ist die Familie die Keimzelle jedes Volkes, Ehe und Familie müssen unbedingt geschützt werden. – Die heilige Familie in einem Gemälde des englischen Präraffaeliten John Everett Millais.

Die christliche Monarchie

Ilin wendet sich auch gegen einen falschen christlichen Internationalismus, welcher mit dem Hinweis, die Heimat der Christen sei im Himmel, dem evangelischen Liebesgebot und dem Gebot, in jedem Menschen den Bruder zu sehen, den Christen verbieten möchte, „ihr irdisches Vaterland in besonderer Weise zu lieben und es mit Mut und Entschlossenheit zu verteidigen“[i]. Neben den durch die Natur des Menschen bedingten räumlichen und zeitlichen Begrenzungen, dem Selbsterhaltungsinstinkt, gleichzeitig dem durch die Gruppenbildung notwendigen Bedürfnis, sich von anderen Gruppen abzugrenzen, geht es Ilin vornehmlich darum, die geistige und religiöse Richtigkeit des Patriotismus nachzuweisen. Die Liebe zum Vaterland ist nach Ilin „ein schöpferischer Akt geistiger Selbstbestimmung, in Treue vor dem Antlitz Gottes und daher segensvoll“[ii]. Anders haben es die europäischen Völker in der Blütezeit des Christentums niemals verstanden: Es war der hl. Sergej von Radonesch, der 1380 den russischen Feldherrn Dmitr Donskoj zur entscheidenden Schlacht gegen die Tartaren segnete und damit die Befreiung Rußlands von dem Tartarenjoch herbeiführte. Es war der römische Papst Urban II., der November 1095 in der französischen Stadt Clermont in einer flammenden Rede zur Rückeroberung des unter islamische Herrschaft geratenen Palästinas aufrief, wobei dieser „Erste Kreuzzug“ mit der Einnahme Jerusalems durch ein Kreuzritterheer endete. Es war die hl. Jeanne d’Arc, welche, durch göttliche Berufung bestimmt, das von den Engländern schwer bedrohte Frankreich befreite und damit den Weg für die spätere Blütezeit Frankreichs freimachte. Dies sind nur einige Beispiele aus der Fülle von Zeugnissen wahrer christlich-patriotischer Gesinnung und Tat. In diesem Zusammenhang steht auch, daß die patriotische Einheit umso enger, intimer und dauerhafter ist, wo das Volk nicht nur durch ein gemeinsames Territorium und Klima, nicht nur durch staatliche Macht und Gesetze, Wirtschaft und Lebensweise, sondern auch geistig geeint ist bis zur Einheit im religiösen Bekenntnis und der Zugehörigkeit zur einen und einzigen Kirche. Die patriotische Einheit ist eine Spielart geistiger Einheit; „denn die Anbetung Gottes ist eine der tiefsten und stärksten Äußerungen des menschlichen Geistes“[iii]. Diese religiöse Grundlage des Patriotismus pflegten schon die Griechen und Römer. Für sie bedeutete der Patriotismus vornehmlich eine Anbetung der Götter ihrer Heimatstadt. Der Eid, den der Jüngling im alten Griechenland beim Eintritt in den Bürgerstand zu leisten hatte, lautete: „Ich werde die Tempel und heiligen Stätten verteidigen und die Heiligtümer meiner Heimat in Ehren halten.“[iv]

Der Eid, der in den westlichen Staaten gegenüber abstrakten demokratischen Prinzipien geleistet wird, kann wegen der darin verkörperten lügnerischen Ideale und ihrer „schändlichen Merkantilität“ bei dem Eidesleistenden niemals zu einer inneren Übereinstimmung mit dem Eidesinhalt führen.[v] Nach Ilin besteht der Unterschied zwischen der religiösen und der patriotischen Gemeinschaft darin, „daß in der Religion die Menschen Gott lieben und an Gott glauben, während in der patriotischen Einheit die Menschen ihr Volk in seiner geistigen Besonderheit lieben und an dessen geistige Kraft und dessen geistiges Schöpfertum glauben. Das Volk ist nicht Gott, und es auf den Rang Gottes zu heben ist sündhaft. Aber das Volk, welches sich sein Vaterland geschaffen hat, ist Träger und Diener eines Gotteswerkes auf Erden. Das gilt nicht nur für mein Volk […], sondern auch für alle anderen Völker, die ihre geistige Kultur geschaffen haben“.[vi] Denn nach einem Wort von Dostojevskij sind die Völker „Gedanken Gottes“. Wie Larionov zu Recht anmerkt, ist die christliche Monarchie, in welcher die Volksgemeinschaft in der Person des Monarchen personifiziert ist, ein Garant dafür, daß Patriotismus und Liebe zu den nationalen Grundlagen keinen abstrakten, sittlich gleichgültigen Charakter tragen. Die christliche Monarchie ist weiterhin Garant dafür, daß die Nation nicht heidnisch vergöttert wird, indem ihr ein absoluter, zeitloser Wert, losgelöst von ihrer in Gott ruhenden Grundlage, beigemessen wird. Denn der Monarch ist nicht nur politisches, sondern als Gesalbter auch sakrales Zentrum des Volkes.[vii] Verständlich und folgerichtig, daß unter diesen Gesichtspunkten Ilin der Monarchie den Vorrang vor der Republik gibt. Wie Ilin zu Recht feststellt, sind dem russischen Volk die republikanischen Ideen fremd, und sein anarchisch-aufrührerischer Instinkt fand von Beginn seiner Geschichte nur Ausgleich im monarchischen Rechtsbewußtsein. Denn „jede staatliche Form ist zuvorderst Geburt oder Werk des Rechtsbewußtseins [dazu s.?o., Anm. d. Verf.], nicht des persönlichen, sondern einer Gesamtheit miteinander Lebender, ähnlich Gesonnener und seit langem miteinander kommunizierender Rechtsbewußtseine. Es entsteht der Akt des nationalen Rechtsbewußtseins, des nationalen Selbstgefühls und nationaler Selbstbestätigung, aus welcher historisch das staatliche Rechtsbewußtsein und die Staatsform des Volkes erwachsen.“[viii]

Daher ist nach Ilin „nichts gefährlicher und törichter, als einem Volk eine Staatsform aufzuzwingen, die nicht seinem Rechtsbewußtsein entspringt“[ix], ein häufig blutiges Verfahren, welches die Westmächte in Afghanistan und auch dem Irak durchzusetzen suchen. Kennzeichnend für das republikanische Rechtsbewußtsein ist nach Ilin unter anderem der Gleichheitskult, Utilitarismus in der verstandesmäßigen Annahme der Macht, Unabhängigkeits- und Autonomiewille, mechanistische Staatsauffassung, Karriereprinzip; das monarchische Rechtsbewußtsein ist nach Ilin durch die Personifizierung der Macht und des Staates, Betonung des Rangs, mystische Auffassung der Macht, organische Staatsauffassung und das Patriarchalitätsprinzip (Staat als Familie) gekennzeichnet.[x] Die Tragödie des russischen Volkes sah Ilin darin, daß sich die russische Intelligenzija neben ihrem Abfall vom Glauben und ihrer Entferntheit vom Volke von Rousseau, Voltaire, Robespierre, Danton und den anderen Ideologen der Französischen Revolution überzeugen ließ, daß die Republik mit Freiheit gleichzusetzen sei und deshalb höher stehe als die Monarchie; nach Ilin ein großer Irrtum, da die Monarchie, vor allem in ihrer Blüte, mit selbständigen ständischen Untergliederungen als auch den persönlichen Freiheitsrechten ausgezeichnet zu verbinden sei.[xi] Nachdem er in allen Feinheiten die juristischen Unterschiede zwischen der Republik und der Monarchie herausgearbeitet hat, kommt Ilin zum eigentlichen Unterscheidungsmerkmal sittlich-geistigen Inhalts:

„Die Monarchie stützt sich auf die Liebe des Volkes zum Monarchen und die Liebe des Monarchen zu seinem Volke. In der Seele des Monarchisten lebt eine besondere Beziehung zum Herrscher, und in der Seele des Herrschers lebt eine besondere Beziehung zu seinem Volk. Ist diese Beziehung vorhanden (nicht aus Berechnung, nicht aus Furcht, nicht aus Trägheit), wächst und blüht die Monarchie, kräftigt sich der Staat. […] Die Menschen sind glücklich, daß sie einen Monarchen haben, und der Herr-scher führt sein Volk auf rechte Art und Weise zu Wohlergehen […]. Fehlt eine solche Beziehung – wandelt sich die Monarchie in einen leeren Schein, in eine Illusion, in irgendein schweres und gefährliches allgemeines Missverständnis. Was auch immer eine geschriebene Verfassung verkünden mag, was auch immer die Menschen tun werden – alles fängt an sich zu verzerren, alles wird zweideutig und unglaubwürdig; Unaufrichtigkeit beginnt, versteckter Protest, Zwist, Unzufriedenheit, Mißerfolge; diese Mißerfolge schreibt man der monarchischen Ordnung zu, ihrer wird der Herrscher beschuldigt; die Proteste dringen nach außen, es beginnt eine oppositionelle und, noch mehr, eine revolutionäre Bewegung. Die Menschen denken: Alles läuft verkehrt, also ist die Monarchie eine unbrauchbare staatliche Ordnung. Sie verstehen aber nicht, daß der Geist fortgeflogen ist und daß von der Monarchie nur der äußere Schein geblieben ist, eine leere Hülle […]. Das Wichtigste ist nicht mehr da. Die tiefen Quellen sind versiegt. Die geheimnisvolle, lebensschaffende und wertvolle Kraft ist nicht mehr. Die innere Beziehung zwischen dem Herrscher und seinem Volke ist verschwunden, ohne welche keine Monarchie nationalschöpferisch wirken kann.“[xii]

Nach Larionov ist die Wiedergeburt der Monarchie in Rußland nicht ein Schritt zurück, nach 1917, wie es die vernunftarmen Liberalen meinen, „sondern ein Schritt vorwärts von der Stelle aus, an der Rußland sich auf seinem geraden, historischen Weg verirrt hatte“.[xiii] Die hl. Starzen, auf deren Aussagen sich die Hoffnungen der national-konservativ-orthodoxen Kreise in Rußland stützen, haben übereinstimmend prophezeit, daß Gott selbst nach viel Leiden und Blut einen Zaren auf den Thron Rußlands heben werde.[xiv]

Herausragendes hat Ilin in der Ausarbeitung einer russischen nationalen Ideologie geleistet. In seinem Vortrag „Die schöpferische Idee unserer Zukunft“, gehalten in Berlin und Belgrad 1934, formulierte er die drängendsten Probleme russischen nationalen Lebens: „Wir müssen der übrigen Welt klarmachen, daß Rußland lebt, und es beerdigen zu wollen töricht und kurzsichtig ist; daß wir – nicht menschlicher Staub und Dreck sind, sondern lebendige Menschen mit einem russischen Herzen, russischem Verstand und russischem Talent […].“[xv] Um die nationale Zerrissenheit zu überwinden, müssen nach Ilin die national denkenden Russen gerüstet sein, diese Idee auf die neuen Bedingungen zu übertragen. Diese Idee muß staatlich-historisch, staatlich-national und staatlich-patriotisch sein. Sie muß hervorgehen aus dem Wesen der russischen Seele und der russischen Geschichte, sie muß von Vergangenheit und Zukunft sprechen und für ganze Generationen von Russen sinnstiftend sein und sie mit Lebensmut erfüllen. In seinem Artikel „Die Hauptaufgabe des zukünftigen Rußlands“ erarbeitet Ilin ein entsprechendes Anforderungsprofil der künftigen Führungsspitze Rußlands. Angesprochen wird auch die Intelligenzija, deren frühere Ideen falsch und verderblich waren und im Feuer der Revolution und des Bürgerkrieges verbrannten. Weder die Idee der „Volkstümlichkeit“ noch die Idee der „Demokratie“, so Ilin, auch nicht die Idee des „Sozialismus“, des „Imperialismus“ oder des „Totalitarismus“ werde die neue russische Intelligenz inspirieren und Rußland zur Befriedung führen. Um das zu erreichen, sei eine neue Idee nötig, religiös in ihrem Ursprung und national ihrem geistigen Sinn nach. Diese Idee bezeichnet Ilin als Idee des russischen orthodoxen Christentums. Das Christentum, von Rußland vor tausend Jahren angenommen, verpflichte das russische Volk zu einer eigenen nationalen, an die Heimat gebundenen Kultur, durchdrungen vom christlichen Geist der Liebe und der Kontemplation. Wahre Kultur, so Ilin, umfaßt gerade „Geistigkeit“, welche häufig gleichgesetzt wird mit Intellektualismus, Gebildetheit oder einer Ideologie. Ein Verdienst Ilins ist es, in seinen Werken die Vieldeutigkeit des Begriffs der Geistigkeit erfaßt zu haben. Geistigkeit umfaßt danach nicht nur den Glauben an Gott, an eine immaterielle Welt und an die Unsterblichkeit der Seele, sondern auch die Liebe zu den väterlichen Gräbern, zur heimatlichen Natur, zur Heimat selber und Verantwortlichkeit für das Schicksal der Heimat. Geistigkeit ist nach Ilin auch das Streben nach dem Ideal der Vollkommenheit, entsprechend dem Wort im Evangelium: „Seid vollkommen, wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist.“[xvi]

Ilin ist in die russische Geschichte nicht nur als Rechtsgelehrter, orthodoxer Denker und Philosoph eingegangen, sondern auch, was weniger bekannt ist, als bedeutender Literaturkritiker. Kultur, Kunst und Literatur betrachtet Ilin im Lichte der großen geistigen Krise der Menschheit, wie sie im 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht hat. Die Besonderheit dieser Krise ist nach Ilin darin begründet, daß die Menschen nicht allein den Glauben an Gott verloren haben, sondern sich gegen die Idee Gottes selbst gewandt haben. Die „unerleuchteten Nichtgläubigen“ haben im Verlauf der letzten Jahrhunderte mit allen Kräften versucht, nicht nur die Idee Gottes zu kompromittieren, sondern auch den Sieg über die Gläubigen zu erringen, erforderlichenfalls durch physische Liquidierung. Alle weiteren Spielarten der Krise, seien sie kultureller, ökonomischer oder ökologischer Natur, sind nach Ilin lediglich Ergebnis der geistig-religiösen Erkaltung, welche in der Epoche der Renaissance ihren Anfang genommen habe und sich dann ab dem 18. Jahrhundert infolge der weiten Verbreitung atheistischer und materialistischer Doktrinen sowie verschiedener okkultistischer und theosophischer Theorien intensiv entwickelte. Nach Ilin war es daher kein Zufall, daß gerade im 19. Jahrhundert in der europäischen Kultur eine neue Epoche begann – die Epoche der Rechtfertigung des diabolischen Prinzips. Viele europäische Schriftsteller und Künstler wie etwa Byron, Hoffmann und Goethe, wandten sich der dämonischen Thematik zu, stellten die Dämonen in einem anziehenden Licht dar.[xvii] Diese treffende Beobachtung Ilins unterstreicht auch der französische Schriftsteller Jules Barbey d’Aurevilly, der den Mephistopheles in Goethes „Faust“ eher als Marionette denn als Charakter bezeichnet, „als mageren und hüftlahmen Oberteufel, der eher wie ein Kammerdiener aus einer Schmierenkomödie wirkt“[xviii].

Nach Ilin hat die in den letzten Jahrhunderten stattgefunden habende Entfremdung der Kultur und Kunst von Glauben und Religion zur Entstehung der gegenwärtigen gottlosen Pseudokunst mit ihrer lüsternen Zügellosigkeit, geistigen Inhaltslosigkeit und sittlichen Leere geführt. Die Kinematographie, heute das Fernsehen, lassen die Menschen die höchsten Sinnziele vergessen. Wahre Kultur ist nach Ilin immer durchdrungen vom Licht der Geistigkeit und Hoffnung, wenn der Künstler sich mit dem Herzen der von Gott geschaffenen Welt, die voller Geheimnisse und unerklärlicher Wunder ist, zuwendet, wenn er mit ganzer Seele versteht und empfindet, daß alles vom Menschen geschaffene Große und Geniale seinen Ursprung hat in den lichten Räumen der göttlichen Welt, dem betrachtenden und jubelnden menschlichen Herzen. Diesen Anforderungen genügten nach Ilin weder Voltaire mit „seiner kalten Dichtkunst und seinem skeptischen Lächeln noch Byron mit seiner unfreiwillig-düster affektierten Einsamkeit und seiner Verzweiflung, sich selbst zu finden“. Dieser Aufgabe habe sich auch Goethe nicht gewachsen gezeigt, „der außerhalb des Christentums lebte und schuf und dessen letzte Weisheit darin bestand, sich wohlwollend auf das Unerkennbare zu beziehen“. Eine Ausnahme ist Puschkin: „Er besaß die geniale künstlerische Gabe, das Wesen der Dinge zu erfassen – ohne analytische Feinheiten, ohne dialektischen Pedantismus und theoretisches Gepäck; er schaute lediglich hin und rasch und genau erfaßte er das Wesentliche – den göttlichen Charakter in allem.“[xix]
Ilins Darlegungen zur Kunst stützen sich auf eine tiefe Kenntnis der Meisterwerke in allen künstlerischen Bereichen: „Er war ein feiner und strenger Kenner der Kunst, der jedes Werk an seiner geistigen Tiefe, Qualität und seinem inneren Gehalt maß. Künstlerisches Schaffen bedeutete für Ilin, Gott zu dienen und die Menschen zu erfreuen.“[xx]


[i] Ebenda, S.195, 196.

[ii] Ebenda, S.198.

[iii] Ebenda, S.216.

[iv] Ebenda.

[v] Vgl. Larionov, V., Pravoslavnaja … a. a. O. (Anm. 30), S.232.

[vi] Ilin, I.A., Put …, a. a. O. (Anm. 5), S.216, 217.

[vii] Vgl. Larionov, V. Pravoslavnaja …, a. a. O. (Anm. 30), S.?33.

[viii] Ilin , I.A., O Monarchii …, a. a. O. (Anm. 6), S.56, 57.

[ix] Ebenda, S.61.

[x] Poltorackij, N. P., Monarchija i respublika v vosprijatii I.A. Ilina, New York 1978, S.18: Poltorackij beruft sich auf eine im Archiv Ilins befindliche Liste mit der im Text angeführten Zusammenstellung. Die Ausführungen Ilins in seinem Werk (Ilin, I.A., O Monarchii …, a. a. O. (Anm. 6), S.47 ff. sind dazu eine Kommentarbestätigung.

[xi] Morozova, I. S., Svoboda litschnosti pri monarchitscheskoj forme upravlenilja v traktovke I.A. Ilin, in: Istorija Rossiskoj Monarchii, Mnenija i otschenki, St. Petersburg 2000, S.12.

[xii] Ilin, I.A., Russkoe vzroschdenie , Paris–New York–Moskau 1978, Nr. 3, S.172, 173, hier zitiert nach: Palamartschuk, P., Moskva ili Tretij Rim, Moskau 1991, S.210.

[xiii] Larionov, V., Pravoslavnaja …, a. a. O. (Anm. 30), S.258. Umfrageergebnisse haben schon 2006 ergeben, daß ca. 30 % der Russen die Wiederkehr der Monarchie wünschen. Die Zahl der Befürworter dürfte seitdem noch gestiegen sein; vgl. ebenda, S.11, 12.

[xiv] Ebenda, S.336, 337, 338.

[xv] Bolschaja entsiklopedija …, a. a. O. (Anm. 7), S.436.

[xvi] Ebenda, S.437, 438.

[xvii] Ebenda, S.438.

[xviii] Jules Barbey d’Aurevilly, Gegen Goethe, Berlin 2006, S.20.

[xix] Bolschaja entsiklopedija …, a. a. O. (Anm. 7), S.439.

[xx] Sochrakov, Ju, zitiert nach: Ebenda, S.441.

22 konservative Vordenker des 20. Jahrhunderts werden in diesem Sammelband kundig portraitiert. Dabei geht es insbesondere darum, konkrete Punkte herauszuarbeiten, wo ihr Denken brennende Probleme der Gegenwart berührt und damit für unsere Zeit aktuell wird. Vorgestellt werden Plinio Corrêa de Oliveira, Nicolás Gómez Dávila, Julius Evola, Arnold Gehlen, Ivan A. Ilin, Ernst Jünger, Gerd-Klaus Kaltenbrunner, Russell Kirk, Günter Maschke, Johannes Messner, Arthur Moeller van den Bruck, Edgar Julius Jung, Michael Oakeshott, Günter Rohrmoser, Wilhelm Röpke, Carl Schmitt, José Ortega y Gasset, Hans Sedlmayr, Alexander Solschenizyn, Robert Spaemann, Othmar Spann, Leo Strauss und Eric Voegelin.

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