Es war und ist auch heute noch in den Augen vieler der Kampf des Guten gegen das Böse, der Kräfte des Lichts gegen die Kräfte der Finsternis, ähnlich dem einstigen Kampf der USA gegen die UdSSR: das Ringen des Hauses Habsburg mit dem Osmanischen Reich. Dieses währte vom 15. bis in das 18. Jahrhundert und endete mit der zu Beginn nicht für möglich gehaltenen Niederlage der Türkei, die u.a. als „Kettenhund Europas“ bezeichnet wurde. Zum Schluß nannte man sie nur noch mitleidsvoll den „kranken Mann am Bosporus“.
Von Dr. Mario Kandil
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Die Ursprünge des Osmanischen Reichs, der neuen islamischen Großmacht, mit der sich Habsburg in langanhaltenden, zermürbenden Kämpfen auseinanderzusetzen hatte, befanden sich im nordwestlichen Anatolien. Dort – in der zuvor byzantinischen Stadt Bursa – liegen in einem 1863 erbauten Mausoleum die sterblichen Überreste des legendenumwobenen Staatsgründers Osman sowie die seiner Nachfolger bestattet. Osman war 1324 oder 1326 verstorben, doch nicht einmal zwei Dekaden danach hatten seine Nachfolger an der Südspitze der Dardanellen mit Kallipolis (Gallipoli), das im Ersten Weltkrieg durch die dort geschlagene blutige Schlacht noch anderweitig eine wichtige historische Rolle spielen sollte, die erste Stadt auf europäischem Boden in ihren Besitz gebracht (März 1354). Der Zugang zur Ägäis und zum Marmarameer ermöglichte es den Osmanen, den Peloponnes und Griechenland zu erobern sowie darüber hinaus in nördlicher Richtung nach Serbien und Ungarn vorzudringen.
Konstantinopel, die altehrwürdige griechische Kaiserstadt am Bosporus, sah sich vollständiger Einkreisung ausgesetzt und wurde am 29. Mai 1453 durch die Truppen des Sultans Mehmed II. (1432–1481, Sultan 1444–1446 und 1451–1481) erobert. Dieses grundstürzende Ereignis löste in Europa an zahlreichen Höfen einen regelrechten Schock aus. Während aber manche Fürsten der Christenheit als Reaktion an einen Kreuzzug gegen die expansionswütigen Muselmanen dachten, soll sich der aus dem Haus Habsburg kommende Kaiser Friedrich III. (1415–1493, Kaiser 1452–1493) nach dem Erhalt der Hiobsbotschaft tagelang in die Gemächer seines Schlosses in Graz zurückgezogen haben.[i] Er, dem bis heute der Ruf anhaftet, ein schwacher, aber überaus zäher Kaiser gewesen zu sein, fühlte sich zu einer militärischen Reaktion im Alleingang nicht stark genug. Und die deutschen Fürsten waren – da sie in ihrer Mehrheit die türkische Gefahr noch für überschaubar hielten – an Gegenmaßnahmen überhaupt nicht interessiert. So vertagte sich der im Oktober 1454 zu Frankfurt am Main zusammengekommene Reichstag ohne einen Beschluß auf das Folgejahr.[ii]
Der scheinbar unaufhaltsame Vormarsch der Türken erlitt jedoch einen überaus empfindlichen Rückschlag, als diese Belgrad belagerten und dabei am 22. Juli 1456 durch einen Gegenangriff der Belagerten nicht bloß zurückgeworfen wurden. Nein, von diesem ersten Erfolg beflügelt schritt diese Bürger- und Bauernarmee tags darauf zum Gegenangriff auf das Lager von Sultan Mehmed II. Dieser erlitt gerade einmal drei Jahre nach der Eroberung Konstantinopels, seinem größten Triumph, nun eine ebenso vollkommene wie schmähliche Niederlage.[iii]
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Noch einmal verschaffte der im gesamten damaligen Europa bejubelte Erfolg von Belgrad der Idee von einem Kreuzzug gegen „den Türken“ eine Hochkonjunktur, und noch viele Jahre lang erinnerte in der lateinischen Christenheit das von Papst Calixt III. angeordnete Mittagsläuten an die so erfolgreiche Verteidigung Belgrads. Doch das sollte nicht von Dauer sein, denn als der Nachfolger Calixts, Pius II., Enea Silvio Piccolomini[i], einer der dezidiertesten Verfechter eines Kreuzzugs, im Sommer 1464 starb, war an Europas Fürstenhöfen die Begeisterung für dieses hehre Vorhaben längst wieder geschwunden. Zudem schien es nichts zu geben, was die osmanische Militärmacht, die über schier unerschöpfliche Ressourcen gebot, an ihrem Vormarsch ins Zentrum Europas hätte hindern können. Denn im Gefecht mit dem Rivalen Venedig hatten die Armeen Sultan Mehmeds II. zwischen 1459 und 1463 immerhin die Königreiche der Serben und der Bosnier niedergeworfen und griffen nun nach dem venezianischen Dalmatien. Bereits 1469 standen die allseits gefürchteten Osmanen an der südöstlichen Reichsgrenze und bedrohten zum ersten Mal die habsburgischen Erblande.[ii]
Zu Pfingsten jenes Jahres stieß ein starkes Streifkorps irregulärer bosnischer Reiterei entlang des Flusses Save in das Herzogtum Krain vor, das seinerzeit noch mehrheitlich von einer deutschen Bevölkerung bewohnt war. Die Bewohner der heimgesuchten Gebiete fürchteten diese Reiter, die sogenannten Stürmer („Akinci“), noch viele Jahrhunderte lang als „Senger und Brenner“ wie den Leibhaftigen selbst. 1469 zogen selbige mit gemachter Beute jedoch wieder nach Bosnien ab, weil Kaiser Friedrich III. um Graz eine große Zahl von Streitkräften zusammenzog und die Invasoren bedrohte. Diese kehrten aber in weiteren Raubzügen wieder, die sich 1471 auch auf die benachbarten Herzogtümer Kärnten und Steiermark ausdehnten und dabei aufdeckten, wie hilflos und unfähig die lokalen Reichsstände diesen Einfällen gegenüberstanden. Da der angesichts dieser ernsten Türkengefahr Ende 1471 in Regensburg zusammengetretene Reichstag („großer Christentag“) bloß die Aufstellung eines Heeres von 10.000 Mann (Finanzierung durch den „Türkenzehnten“) beschloß, aber ein Vordringen auf türkisches Gebiet untersagte, blieben die Bewohner der habsburgischen Erblande weiterhin auf sich selbst angewiesen. Während die „Akinci“ im Sommer 1472, im September 1473 und im Juli 1478 erneut zu Beutezügen in den schon heimgesuchten Gebieten erschienen, gab es lediglich wenige mutige Aktionen seitens der lokalen Aristokratie, so daß sich im Frühjahr 1478 die Bauern entlang der Drau zum sogenannten Kärntner Bauernbund vereinigten. Diese zur Selbsthilfe gegründete Vereinigung stellte jedoch – wie 1524/25 die Erhebung der Bauern im Deutschen Bauernkrieg – die herrschende Ordnung grundsätzlich in Frage und hatte nach dem Abzug der Türken ein blutiges Strafgericht an den Bauern und an ihren Anführern im Gefolge.[iii]
Die Osmanen aber hatten erst einmal mit sich selbst zu tun, weil Sultan Mehmed II. im Mai 1481 überraschend gestorben war und danach die Kämpfe seiner beiden Söhne um den Thron tobten. In Anbetracht dieser inneren Schwäche des osmanischen Imperiums war für die christlichen Staaten die Gelegenheit groß, einen Gegenschlag zu führen. Doch Matthias Corvinus, der König von Ungarn, der seit seiner Thronbesteigung 1458 stets von einer Großoffensive gegen die Türken geredet hatte, richtete seinen Blick weiterhin primär auf Böhmen und Mähren und auf die einträglicheren Territorien seiner habsburgischen Antipoden. Um sich gegen Corvinus Luft zu verschaffen, erkaufte sich Kaiser Friedrich III. durch Zahlung eines Tributs an den Statthalter von Bosnien für seine Erblande Freiheit von den Streifzügen der „Akinci“. Erst der überraschende Tod des Matthias Corvinus am 6. April 1490 befreite Friedrich von diesem Feind und machte auch den zwischen Corvinus und den Osmanen 1483 geschlossenen Waffenstillstand ein Ende. Daß nicht erneut türkische Raubzüge in den südöstlichen Reichsgebieten stattfanden, wurde ganz besonders durch jenen großen Sieg bewirkt, den im Sommer 1492 Reichstruppen über ein türkisches Heer in der Umgebung von Villach erzielen konnten. Und weil im Gegensatz zu dem am 19. August 1493 verstorbenen Friedrich III. sein Sohn und Nachfolger (1493–1519) Maximilian I., „der letzte Ritter“, die Verteidigung der habsburgischen Erblande energischer betrieb, konnten Reichsaufgebote noch zweimal die osmanischen „Stürmer“ über die Grenzen zurückjagen und ihnen ihre Beute abnehmen, so daß ab 1494 deren Raubzüge für rund ein Vierteljahrhundert aufhörten.[iv]
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Wenn auch die Historiographie des 19. Jahrhunderts Friedrich III. als „des Reiches Erzschlafmütze“ verhöhnte, darf keinesfalls vergessen werden, daß dieser nicht bloß stets an vielen Fronten zu fechten hatte, sondern auch zahlreiche seiner politischen Ziele dadurch erreichte, daß er fast all seine Feinde schlicht und einfach überlebte. Friedrichs größter – ebenfalls auf unkriegerische Art erzielter – Erfolg war die Eheschließung seines Sohnes Maximilian mit der einzigen Tochter Karls des Kühnen, Maria von Burgund. Dies ebnete in der nachfolgenden Generation auch der welthistorischen Verbindung mit der Krone Spaniens den Weg. Als 1520 das osmanische Weltreich mit dem Beginn der Herrschaft des Sultans Suleiman I. (des Prächtigen) seine Attacken (zuerst gegen Ungarn) wieder aufgriff, stieß es auf das sich bildende Weltreich der Habsburger und hatte damit einen weit stärkeren Gegner vor sich, als dies noch rund 25 Jahre zuvor der Fall gewesen war.
Der erste Feldzug in Suleimans I. 46 Jahre dauernder Herrschaftszeit galt dem Königreich der Ungarn, das nicht nur durch den schließlich niedergeschlagenen Bauernaufstand unter György Dosza (1514), sondern auch durch den Widerstand der einheimischen Magnaten gegen einen starken Widersacher geschwächt war. Letzteres war die ideale Basis dafür, daß Ungarn auf einen abhängigen Pufferstaat am Rande der islamischen Welt reduziert war und die Türken versuchen konnten, durch Eroberung dieses Gebildes eine sonst über kurz oder lang bevorstehende Konfrontation mit dem neuen Imperium des Habsburgers Karl V. – dieser war 1519 gegen seinen französischen Rivalen Franz I. zum neuen Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (bis 1556) gewählt worden – zu verhindern.
Nachdem Sultan Suleiman im Mai 1521 das im thrakischen Adrianopel (Edirne) versammelte osmanische Hauptheer nach Norden in Marsch gesetzt hatte, erschien dieses Anfang August vor den Mauern von Belgrad, das am 28. August kapitulierte. Zwar zogen die Osmanen kurz danach gänzlich überraschend aus Ungarn ab, kehrten jedoch im Frühjahr 1526 dorthin zurück. Am 29. August 1526 schlugen sie nicht nur die ungarische Armee unter König Ludwig II. und Pal Tomori – dieser war als bewährter Soldat auf seine alten Tage Kleriker und schließlich Erzbischof von Kolocsa geworden – bei Mohacs (Südungarn) vernichtend, sie konnten in der Folge auch weite Teile Ungarns und Kroatiens erobern. Überdies wurde durch den Tod König Ludwigs II. in der Schlacht das Herrschaftsgebiet der Habsburger vergrößert, denn aufgrund der Wiener Doppelhochzeit vom 22. Juli 1515[i] fielen sowohl Ungarn als auch Böhmen (Ludwig war beider König gewesen) an den späteren Kaiser Ferdinand I. In der Folge bestand Ungarn aus dem habsburgischen Herrschaftsbereich (im Westen), dem osmanischen (im Zentrum) sowie dem östlichen Teil, der 1570 zum Fürstentum Siebenbürgen[ii] wurde. Suleiman I. kehrte im November 1526 in seine Hauptstadt zurück, doch das war nur eine Kampfpause.[iii]
Im Mai 1529 brach der Sultan mit einer Streitmacht von (mit Troß) rund 150.000 Mann von Konstantinopel auf, wobei sie unterwegs stetig anwuchs. Am 27. September hatten die Osmanen, die militärisch vom Großwesir Ibrahim Pascha geführt wurden, Wien vollständig eingeschlossen, und das mußte Niklas von Salm, regierender Graf von Neuburg, als Feldhauptmann Ferdinands von Habsburg mit gerade einmal 17.000 Mann und 74 Kanonen verteidigen. Nachdem die osmanische Elitetruppe, die Janitscharen, letztmalig am 14. Oktober mit einem Sturmangriff gescheitert war, brach Sultan Suleiman die Belagerung Wiens ab und zog nach dieser bei weitem größten Schlappe seiner langen Herrschaft mit seinem Heer nach Ungarn ab. Weil die erst zwei Tage danach vor Wien angelangten Reichstruppen unter dem Pfalzgrafen Friedrich die Türken nicht verfolgten, blieb die Chance zu deren Vernichtung ungenutzt, wofür das Reich in den folgenden Jahrzehnten einen hohen Preis zu zahlen hatte.[iv]
1532 schlug auch ein weiterer türkischer Kriegszug fehl, bei dem weder der türkische Sultan noch sein christlicher Widerpart, Kaiser Karl V., es auf die große Entscheidungsschlacht ankommen ließen, die bereits damals die Fronten zwischen den beiden Weltreichen hätte klären können. Danach teilten Suleiman I. und Ferdinand, der schon 1531 zum römisch-deutschen König gewählt worden war, 1533 im Frieden von Konstantinopel Ungarn auf: Während die Habsburger das sogenannte Königliche Ungarn behielten, mußte der Rest an die Osmanen abgetreten werden. Nach dem Tod Johann Zapolyas (der Woiwode von Siebenbürgen und als Konkurrent Ferdinands gewählter ungarischer König) annektierte der Sultan das ganze ungarische Tiefland und machte es mit Buda (Ofen) als Zentrum zu einer ausgiebig befestigten Grenzregion seines Reichs.[v]
Wenngleich der 1526 begonnene 1. Österreichische Türkenkrieg mit dem Frieden von Konstantinopel 1533 scheinbar beendet war, ging es in den folgenden Auseinandersetzungen (speziell 1541/42, 1550, 1568) erneut auch um die Herrschaft über Ungarn, und so wird die Zeitspanne von 1521 bis 1566 (Tod Suleimans I.) als zusammenhängender Konflikt gesehen. Der Krieg, der von 1566 bis 1568 stattfand, trägt u.a. die Bezeichnung 2. Österreichischer Türkenkrieg. In dieser Region herrschte seit 1555 ein permanenter Kleinkrieg, wiewohl die Habsburger stets Bestätigungen eines Vertrags von 1547 unterzeichneten, der Tributzahlungen an den Sultan festlegte. Doch da sich immer wieder von türkischer Seite „Akinci“ und von habsburgischer Seite „Uskoken“ zu Streifzügen in das Gebiet des jeweils anderen begaben, dehnten sich die Scharmützel zu einem offenen Krieg aus. Den Beginn desselben, des „Langen Türkenkriegs“ (1593–1606)[vi], bildete der habsburgische Sieg im Gefecht bei Sissek (22. Juni 1593). Nebenbei nutzte im innenpolitischen Konflikt zwischen Fürstentum und Ständen wie zwischen Katholiken und Protestanten der Türkenkrieg mit wachsender Dauer den Ständen und dem Protestantismus. Hierzu trug nicht unwesentlich auch der Bruderzwist im Hause Habsburg (die Brüder des Kaisers, allen voran Matthias, gegen das Reichsoberhaupt) bei.
Nach ihrem Frieden mit den Persern (1590) waren die Türken in der Lage, ihre alten Pläne für Eroberungen im Westen wieder aufzugreifen. Wie 1566 erbat und erhielt der Kaiser Rudolf II. (1576–1612) die Unterstützung des Reiches (1594), und erneut kamen ihm zu Hilfe: Spaniens König Philipp II. – der Sohn Kaiser Karls V., der auch Krieg gegen die mit den Osmanen verbündeten Barbaresken-Staaten[vii] geführt hatte – und italienische Staaten mit Subsidien, Papst Clemens VIII. gar mit Truppen. Zwar ließ sich Polen diesmal nicht zur Teilnahme bewegen, doch dafür machte Michael, der Fürst der Walachei, beim Kampf gegen die Osmanen mit, während mit wechselnder Parteinahme Siebenbürgen und die Stände des habsburgischen Teils von Ungarn ebenfalls direkt am Krieg teilnahmen.[viii]
Während sich in all dieser Zeit ein diplomatisches Zusammenspiel zwischen den Habsburgern und Persien anbahnte, verwandelte sich seit 1597 der Krieg gegen die Türken in einen Stellungskrieg um die Grenzfestungen. Gleichzeitig spielte sich ein intensiver Kampf um Siebenbürgen ab, dessen Fürst 1597 zum ersten und 1602 zum zweiten Mal sein Fürstentum den Habsburgern überließ, ohne daß die „Hohe Pforte“ Einwände erhob. 1604 fiel jedoch der siebenbürgische Magnat Stephan Bocskai von den Habsburgern ab und löste in seinem Land eine Aufstandsbewegung aus, die auch auf Ungarn übergriff.[ix]
Nachdem die Brüder des Kaisers und die Erzherzöge der steirischen Linie am 25. April 1606 Matthias zum Chef des Hauses Habsburg erhoben und Rudolf II. genötigt hatten, ihm die Vollmacht über Krieg und Frieden zu übertragen, schloß Matthias (Kaiser 1612–1619) zunächst mit den Rebellen den Wiener Frieden (23. Juni 1606). Dabei machte er diesen weitreichende Konzessionen, die einen gewaltigen Schlag gegen das Landesfürstentum darstellten. Überdies verpflichtete er sich, mit den Türken zum Frieden zu gelangen, was mit dem auf 20 Jahre abgeschlossenen Waffenstillstand von Zsitva-Torok (11. November 1606) de facto auch geschah. Gegen eine Einmalzahlung von 200.000 Gulden an den Sultan hörten die demütigenden Tributzahlungen des Kaisers auf. Territorial gab es nur kleinere Korrekturen, während ansonsten der Status quo ante von 1593 galt. Siebenbürgen wurde jetzt faktisch unabhängig, doch eine genaue Regelung seiner Stellung zur Pforte war im Vertrag absichtlich offengelassen worden, was sich für seine Zukunft als schwere Belastung herausstellen sollte. Durch mehrfache Verlängerungen hatte der Waffenstillstand bis zum Türkenkrieg 1663/64[x] Bestand. Somit bekamen beide Seiten den Rücken für den Kampf gegen andere Feinde frei, und insbesondere für das Haus Habsburg wie für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sollte es ein großes Glück im Unglück sein, daß man sich im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) nicht auch noch der Osmanen zu erwehren hatte. Denn es bleibt doch sehr fraglich, ob angesichts solcher Feindmächte wie Frankreich und Schweden auch noch einem ernstlichen Angriff der Türken hätte widerstanden werden können.[xi]
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Gehen wir an dieser Stelle in der Chronologie zurück und sehen wir auf den Krieg, den Habsburg und das Osmanische Reich zur See führten, denn auch dort bekämpften sich die Rivalen bis aufs Messer. Ganz kurz wurde schon erwähnt, daß Karl V. im Mittelmeerraum gegen die mit den Osmanen alliierten Barbaresken-Staaten Krieg führte. Zunächst war dem Kaiser bei seinem Kampf gegen den mit Frankreichs König Franz I. ebenso wie mit dem türkischen Sultan im Bunde stehenden Korsaren (Piraten) Chaireddin Barbarossa Erfolg beschieden. Barbarossa, ein Meister der Seekriegführung und skrupelloser Menschenhändler, überfiel die spanischen und italienischen Küsten und verschleppte mit seinen Piraten von dort unzählige Christen in die Sklaverei. Dem wollte nun Karl V. ein Ende machen und führte zu diesem Behuf 1535 einen Feldzug in Nordafrika, der mit der Eroberung von Tunis Mitte Juli 1535 gekrönt wurde. Allerdings ließ Karl nach seinem der Einnahme von Tunis vorausgehenden Sieg in einer Schlacht gegen Barbarossa die Gelegenheit verstreichen, diesem nachzusetzen, so daß der Unhold zu entkommen und auch weiterhin Unheil anzurichten vermochte.[i]
Um dem somit weiter um sich greifenden Piratenunwesen endgültig den Garaus zu machen, unternahm der habsburgische Kaiser, der in Deutschland auch mit dem Protestantismus ringen mußte, 1541 in der zweiten Oktoberhälfte eine Strafexpedition gegen die Regentschaft von Algier. Doch das Unternehmen scheiterte aufgrund unzureichender Planung in Kombination mit ungünstigem Wetter, und Kaiser Karl V. mußte seinen Plan, das Piratennest Algier „auszuräuchern“, „ad calendas graecas“ verschieben. Zu allem Unglück hatte Karls Bruder Ferdinand (übrigens noch vor der Strafexpedition gegen Algier) in Ungarn die Stadt Ofen endgültig an die Osmanen verloren.[ii]
Nach der Eroberung Konstantinopels durch das Osmanische Reich 1453 hatte die Republik Venedig mit diesem Verträge geschlossen, um ihren Handel zu erhalten. Dabei verkannte sie, daß sie ihre Besitzungen im östlichen Mittelmeer als Basis ihres Wohlstands nicht selbst verteidigen konnte und ein Zusammenstoß mit dem türkischen Expansionsdrang auf Dauer unvermeidbar war. Spanien mußte nach dem Versuch der Türken, im westlichen Mittelmeer Oran (1563) sowie Malta (1565) zu erobern, sowohl einen Angriff auf Neapel und Sizilien als auch auf sein eigenes Gebiet befürchten. Sultan Suleiman I. folgte 1566 sein Sohn Selim II. (bis 1574), welcher das seit 1488 unter der Hoheit Venedigs stehende Zypern um jeden Preis erobern wollte. Selim forderte deshalb 1569 von Venedig dessen Übergabe, die Doge und Senat jedoch ablehnten – was Krieg bedeutete.[iii] Daher bat Venedig in der christlichen Welt um Hilfe, doch da es eine Republik war, besaß es bei den Fürsten Europas keine Sympathien. Als Konkurrent der Seemächte war es dazu bei ihnen allen verhaßt. Aber Papst Pius V. sah im Hilfsgesuch Venedigs die Chance, sich selber an die Spitze einer Allianz der Seemächte zu stellen und einen Kreuzzug gegen die Ungläubigen anzuführen. Pius V. bot zwölf Galeeren auf eigene Kosten auf und bewog Philipp II. von Spanien, seine sizilianische Flotte mit der päpstlichen und der venezianischen zu vereinigen.[iv]
Nachdem 1570 eine türkische Streitmacht unter Ali Pascha und Mustafa Pascha auf Zypern gelandet war und Nikosia erstürmt hatte, kam es zur Bildung der Heiligen Liga. In Rom schlossen am 20. Mai 1571 der Papst, Spanien, Venedig und Genua dieses Bündnis, um die türkische Übermacht im Mittelmeer und den Expansionsdrang des Sultans zu brechen. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, Frankreich und Portugal traten dieser Allianz nicht bei. Oberbefehlshaber der Ligastreitkräfte wurde Don Juan d’Austria, der überaus befähigte 26jährige Halbbruder Philipps II. von Spanien. Die Liga sollte von unbegrenzter Dauer sein und nicht nur gegen die Türken, sondern auch gegen solche Piratennester wie Algier, Tunis und Tripolis gelten. Die Streitmacht der Liga sollte aus 200 Galeeren und 100 anderen Kriegsschiffen, 50.000 Mann Fußvolk, 4500 Mann leichter Reiterei sowie aus einer großen Anzahl Kanonen bestehen. Im März jedes Jahres hatte die Armada zu einer Expedition in die Levante oder anderswohin bereit zu sein. Die Verbündeten hatten sich gemeinsam gegen die Türken zu verteidigen, und keiner durfte ohne Zustimmung der anderen einen Waffenstillstand, Frieden oder ein Bündnis mit diesen schließen.[v]
Mit dieser Flotte erkämpfte Don Juan d’Austria am 7. Oktober 1571 bei Lepanto im Golf von Korinth einen wahrhaft spektakulären, epochalen Sieg über die zahlenmäßig überlegene Armada der Osmanen. In dieser letzten großen Schlacht der Galeeren mit ihrem Ruderantrieb beklagten von den etwa 172.000 Kämpfern – 84.000 Christen und 88.000 Türken – die Christen rund 15.000 Tote und Verwundete. Zwölf Galeeren der Heiligen Liga wurden versenkt, eine wurde erbeutet. Demgegenüber beliefen sich die türkischen Einbußen auf rund 30.000 Tote, 8000 Gefangene, 113 zerstörte bzw. gesunkene Galeeren sowie 117 von der Ligaflotte erbeutete Schiffe dieses Typs. Dazu wurden 15.000 christliche Galeerensklaven befreit. Die Beute war gewaltig, weil die türkischen Kommandanten das meiste ihrer beweglichen Schätze an Bord mitführten.[vi]
Nach Angaben der Chronisten erfaßte nach Bekanntwerden des Sieges von Lepanto die ganze Christenheit eine religiöse Begeisterung, wie sie seit dem ersten Kreuzzug nicht mehr existiert hatte. Der Papst ordnete zur Erinnerung an die Schlacht einen alljährlichen Gedenktag an, der noch heute begangen wird. Nach dem Tod Pius’ V. (1. Mai 1572) verlor die Heilige Liga an Kraft, doch wäre ihre Flotte noch einmal mutig eingesetzt worden, hätte ein Sieg wie der von Lepanto ohne Zweifel wiederholt werden können. König Karl IX. von Frankreich, der Spanien schwächen wollte, betrieb mit allen Mitteln den Zerfall der Liga: Er vermittelte zwischen Venedig und den Türken einen Frieden (7. März 1573). Dazu wollte er Algier in die Hand bekommen, was Spanien bedrohte. Daher hielt Philipp II. die Hälfte seiner Flotte in Messina zurück. Das bedeutete das Ende der Liga. Wiewohl Lepanto ein taktischer Sieg erster Ordnung war, blieb wegen der Auflösung der Liga strategisch der Sultan Sieger. Doch in moralischer Hinsicht war die Schlacht von Lepanto von großer Bedeutung, da die Türken seitdem langsam, aber stetig zurückgedrängt wurden.[vii]
Kehren wir zurück zum Waffenstillstand von Zsitva-Torok vom 11. November 1606, der bewirkte, daß am Dreißigjährigen Krieg das Osmanische Reich nicht beteiligt war. Statt dessen mußte es im Zeitraum 1623–1639 an seiner mittelasiatischen Grenze gegen das wiedererstarkte Persien Krieg führen, das die Osmanen mit fortgesetzten Angriffen in Bedrängnis brachte. Hierbei bewährte sich das bereits weiter oben erwähnte diplomatische Zusammenspiel zwischen dem Haus Habsburg und dem Persischen Reich, durch das die Osmanen von einer Teilnahme am großen Krieg in der Mitte Europas abgehalten werden konnten. Doch nachdem am 17. Mai 1639 durch den Friedensvertrag von Qasr-e Schirin, der den Osmanen den Besitz von Mesopotamien zusicherte, die osmanisch-persische Grenze für die nächsten Jahrhunderte geklärt worden war, hatte der Sultan in Konstantinopel den Rücken frei, um sich zu Eroberungszwecken ein weiteres Mal nach Westen zu wenden. Hieraus resultierte nach den nötigen Vorbereitungen der Hohen Pforte der 4. Österreichische Türkenkrieg (1663/64).
Als zu Beginn des Jahres 1663 in Regensburg der Reichstag eröffnet wurde – er „mutierte“ zum „immerwährenden Reichstag“ –, hatte Kaiser Leopold I. (1640–1705, Kaiser 1658–1705) ihn primär deshalb einberufen, weil er die Hilfe des Reichs gegen die Türken brauchte. In Siebenbürgen, wo der Fürst Georg Rakoczi im Kampf gegen diese umgekommen war, kollidierten die Interessen des Hauses Habsburg mit denen des Osmanischen Reichs. Da Verhandlungen zu keinem Erfolg führten, drang im Frühjahr 1663 ein großes osmanisches Heer in den habsburgischen Teil Ungarns ein. Allzu nachlässig waren die Vorbereitungen, die in Wien für den bevorstehenden Kampf getroffen wurden, und als nun die Türken sich der Festung Neuhäusel bemächtigten, die den Zugang nach Österreich deckte, war die Gefahr immens. Immerhin hat Leopold I. daraufhin nicht bloß die Verteidigung und den Gegenschlag in großer Eile organisiert, sondern auch mit einem Appell an die Gemeinschaft der christlichen wie der deutschen Fürsten Gehör gefunden. Denn schon bevor der Regensburger Reichstag das Aufgebot der Reichsarmee beschloß, waren kleinere Hilfskontingente von Bayern, Brandenburg und Sachsen nach dem Südosten abmarschiert. Die Fürsten, die dem 1658 gegründeten, unter der Führung Frankreichs stehenden Rheinbund[1] angehörten, stimmten zu, ließen jedoch ihre Einheiten gesondert unter eigenem Kommando marschieren. Zudem erschienen – und dies war angesichts der Kooperation Ludwigs XIV. (1638–1715, König 1643–1715) mit den Türken eine echte Überraschung – auch noch 6000 Franzosen, die der „Sonnenkönig“ als Mitglied des Rheinbunds entsandte. Er konnte dies tun, ohne die Pforte als Alliierten einzubüßen, und verfolgte damit den Zweck, die christliche Welt und speziell die Deutschen zu beeindrucken. So konnte er sein Bild als „Allerchristlichster König“ etwas aufpolieren, das durch sein Paktieren mit den muselmanischen Osmanen doch einige Kratzer bekommen hatte.[2] Allerdings zögerte Ludwig XIV. – weil verwickelt in die Reunionspolitik, mit der er das gesamte Rheingebiet und insbesondere die im Elsaß Güter besitzenden deutschen Fürsten beunruhigte – 20 Jahre später, als die Türken erneut Wien bedrohten, nicht einen Moment und verweigerte seinem habsburgischen Rivalen trotz der Appelle des Papstes jede Hilfe, während Mitteleuropa von einer Bewegung der Solidarität mit Habsburg ergriffen wurde.[3]
Zweifellos hat 1664 der Einsatz der 6000 französischen Soldaten dem kaiserlichen Feldherrn Raimondo von Montecuccoli[4] den nicht gerade von zahlreichen Zeitgenossen erwarteten Sieg in der überaus blutigen Schlacht bei Mogersdorf (auch Schlacht bei St. Gotthard an der Raab) in Deutsch-Westungarn erleichtert. Trotzdem war der Erfolg der christlichen Streitmacht in erster Linie klar das Verdienst Montecuccolis. Dieser errang mit 35.000 Mann, die auf dem linken Ufer der Raab standen, gegen die anstürmenden 50.000 Türken unter Großwesir Ahmed Köprülü Pascha einen vollständigen Sieg. Das rollende Salvenfeuer der langsam, aber stetig vorrückenden Europäer trieb die Türken „wie eine Herde Schafe“ in den Fluß. Am Ende hatten diese über 10.000 Mann verloren, während das Heer Montecuccolis nur 2000 Soldaten eingebüßt hatte. Mogersdorf / St. Gotthard war ein großer Erfolg, denn erstmals hatte ein christliches Heer im direkten Zusammenstoß mit einer türkischen Hauptarmee obsiegt.[5]
Doch zur Überraschung vieler einigten sich die Kriegsparteien schon am 10. August 1664 in der ungarischen Grenzstadt Vasvar (Eisenburg) auf einen Frieden, der zunächst für 20 Jahre Geltung haben sollte und im Prinzip den Status quo bestätigte. Leopold I. durfte zwar Neutra und Lewencz für sich behalten, mußte jedoch das so wichtige Neuhäusel den Türken überlassen und dazu den von ihnen als Fürst von Siebenbürgen eingesetzten Michael Apaffy anerkennen. Auch die Festung Großwardein verblieb in türkischer Hand. Damit erreichte das Osmanische Reich trotz der Niederlage seine größte territoriale Ausdehnung.[6]
Im Friedensvertrag von Vasvar verschenkte der Kaiser den bei Mogersdorf / St. Gotthard über die Türken erkämpften Sieg. Dies kann auch nicht – wie Max Braubach das macht[7] – mit Vorteilen auf handelspolitischem Gebiet, der Erschöpfung der habsburgischen Länder und Kassen, den Umtrieben ungarischer Magnaten oder damit, gegen Frankreich den Rücken frei zu haben, wenn dieses beim Tode des spanischen Monarchen Philipp IV. Ärger machen würde, „entschuldigt“ werden. Natürlich ist das letztgenannte Argument nicht ganz von der Hand zu weisen, denn immerhin heiratete Leopold I. 1666 Philipps IV. Tochter Margarete, und das konnte im Westen sehr wohl eine Krise auslösen.[8] Doch was Habsburg 1664 versäumte, hätte sich 1683 fast bitter gerächt.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts existierte eine dichte Verbindung zwischen den Ereignissen an der West- und denen an der Ostgrenze des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation: Wenn der Franzosenkönig Ludwig XIV. aus der Not von Kaiser und Reich im Südosten längere Zeit Profit für seine Unternehmungen ziehen konnte, wirkte im Gegenzug die Abwehr der Türken erheblich auf das Scheitern der französischen Hegemonialbestrebungen ein.
Der Versuch Leopolds I., Ungarn einem zentralistischen Regiment zu unterwerfen und den im Lande verbreiteten Protestantismus zu verdrängen, stieß auf starken Widerstand, der von Frankreich, Siebenbürgen und Polen aus angefacht wurde. Konzessionen Leopolds I. verwarf Emmerich Tököly, der Anführer der Rebellen, die sich Kuruzzen („Kreuzfahrer“) nannten. Tököly ließ sich von den Türken zum Fürsten Ungarns ausrufen. Mehmed IV. (1642–1693, Sultan 1648–1687) wurde vom Großwesir Kara Mustafa Pascha zu neuer großer Entfaltung der türkischen Macht gedrängt, und weil die Türken sich einzig von einer Zerstörung der Habsburger Monarchie das volle Übergewicht des Islam über die christliche Welt versprachen, zog im Frühjahr 1683 tatsächlich eine gewaltige osmanische Streitmacht von Belgrad über das türkische Ungarn gegen Raab heran.[9] Der 5. Österreichische Türkenkrieg (auch der „Große Türkenkrieg“ genannt; 1683–1699) hatte begonnen.
Von Frankreich war anders als 1663/64 diesmal keine Hilfe zu erhoffen, von Spanien lediglich finanzielle. Doch dem Zusammenwirken von Kaiser und Papst (Innozenz XI.) glückte es, den König von Polen, Johann III. Sobieski – er war über Ludwig XIV. verärgert –, von Frankreich zu lösen sowie zu einer Allianz gegen die Türken zu bringen (31. Januar 1683). Zwar verweigerten sich im Reich alle an die Franzosen gebundenen Fürsten, doch die Kurfürsten Maximilian (Max) II. Emanuel von Bayern und Johann Georg III. von Sachsen führten ihre Truppen persönlich in Richtung Wien, dem Ziel des türkischen Vorstoßes unter Kara Mustafa, der rund 200.000 Mann heranbrachte. Zunächst hatte Kaiser Leopold I. nur etwa 40.000 Mann eigener Truppen zur Hand, die nach dem Tod Montecuccolis (1680) von dem zum Generalleutnant ernannten Herzog Karl von Lothringen geführt wurden. Seit Mitte Juli 1683 belagert, konnten Garnison und Bürgerschaft Wiens unter der umsichtigen Leitung des Grafen Ernst Rüdiger von Starhemberg den türkischen Sturmangriffen und Minenattacken standhalten, bis – gerade noch rechtzeitig – am 12. September 1683 der Entsatz nahte.[10]
Mit den Kaiserlichen hatten sich nun Streitkräfte aus Venedig, Bayern, Sachsen, Schwaben, Franken, Baden, Oberhessen und aus Polen 14.000 Mann vereinigt. Vom Tullner Feld aus stieß die ca. 65.000 Soldaten umfassende Streitmacht in das Zentrum der türkischen Linien vor Wien vor. Nach zwölf Stunden Kampf griff die Reiterei unter Sobieski, dem der Kaiser den Oberbefehl zugestanden hatte, von den Höhen des Wienerwalds her ein. Das gesamte christliche Heer ging zum Generalangriff über, denn auch die Wiener begannen mit einem Ausfall, als sie sahen, daß die Schlacht zugunsten der Entsatzarmee ausging, und erstürmten die Laufgräben der Türken. Das türkische Heer floh überstürzt, und erst zehn Kilometer von Wien entfernt gelang es Kara Mustafa, einen Teil seiner Truppen zu sammeln und nach Raab zurückzuführen. Unter jenen Männern, die an diesem ersten Türkensieg in der Schlacht am Kahlenberg mitwirkten, befanden sich Führer, die in den nächsten Jahren die deutschen Truppen von Sieg zu Sieg führen sollten, z.B. Max Emanuel von Bayern, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden („Türkenlouis“) sowie der damals noch nicht 20jährige Prinz Eugen von Savoyen. Während auf der Seite der Osmanen an die 20.000 Streiter fielen oder in Gefangenschaft gerieten, hatten die Alliierten nur 2000 Tote und Verwundete zu verzeichnen.[11]
Aus dem in der Defensive errungenen Sieg entwickelte sich in der Folge eine Offensive ganz großen Stils, die den Druck der Türkengefahr vom Abendland nehmen sollte. Noch 1683 kam es nach einem weiteren Sieg Karls von Lothringen bei Parkany zur Eroberung des ungarischen Primatsitzes Gran. Am 5. März 1684 verband sich Leopold I. mit dem Papst, Polen und Venedig zur Heiligen Liga. Im selben Jahr drangen kaiserliche Truppen in den türkischen Teil Ungarns vor und begannen mit der Belagerung Ofens, mußten diese jedoch abbrechen. Dennoch ging es weiter: 1685 wurden die Türken bei Gran geworfen und Neuhäusel erobert, während der Aufstand der „Kuruzzen“ in Oberungarn in sich zusammenbrach. 1686 glückte Karl von Lothringen Anfang September unter gleichzeitiger Abwehr eines türkischen Entsatzheeres die Eroberung von Ofen. Ein neuer entscheidender Sieg der Deutschen – errungen von Max Emanuel von Bayern und Ludwig Wilhelm von Baden am 12. August 1687 bei Mohacs, wo 1526 Ungarns Heer gegen die Osmanen untergegangen war – legte Habsburg das ganze Ungarn zu Füßen. Leopold I. setzte nun auf einem Reichstag in Preßburg die Aufgabe des Rechts auf Widerstand ebenso durch wie die Anerkennung der Erblichkeit der Krone und ließ seinen Sohn Joseph zum König krönen. Bereits vorher hatte Siebenbürgen sich unterworfen. 1688 wurde Max Emanuel – dem „Blauen König“ (wie ihn seine Soldaten nannten) und (seit 1685) Schwiegersohn des Kaisers – der Wunsch nach dem Oberkommando erfüllt. Zum Beweis seiner militärischen Fähigkeiten nahm er am 6. September nach kühnem Sturm Belgrad ein. Kurz darauf marschierten Truppen Ludwigs XIV. in das Reich ein, doch die Großmacht Österreich war bereits so fest begründet, daß der Kaiser getrost einen Zweifrontenkrieg riskieren konnte.[12]
Der Eroberung Belgrads folgten zunächst Streifzüge des „Türkenlouis“ bis nach Nisch, doch 1690 ging Belgrad wieder verloren. Indes wurde diese Krise durch die Vernichtung einer südlich der Donau heranrückenden osmanischen Armee bei Slankamen (19. August 1691) behoben, und seitdem wurde Ludwig Wilhelm von Baden in ganz Deutschland als „Türkenlouis“ gefeiert. Jetzt konnte sich der Kaiser Siebenbürgen in gleicher Manier unterstellen wie Ungarn. Nach der Abberufung Ludwig Wilhelms an den Rhein aber wurden die Kaiserlichen in den nächsten Jahren ungeschickt geführt und gerieten in Bedrängnis. Dann jedoch brachte die im Frühjahr 1697 – auf Vorschlag des Präsidenten des Hofkriegsrats (seit 1691), Ernst Rüdiger von Starhemberg – erfolgte Übertragung des Oberbefehls an Prinz Eugen von Savoyen[13] eine entscheidende Wende.[14]
Mit dem von ihm rasch reorganisierten und bei Peterwardein zusammengezogenen Heer holte er die türkische Armee, die an der Theiß nach Norden vorrückte, bei Zenta ein und besiegte sie völlig (11. September 1697). Die Türkei – 1697 durch einen verwegenen Streifzug Eugens nach Bosnien erschreckt und auch von Venedig, Polen und Rußland attackiert – fand sich in ihrer argen Notlage zu Verhandlungen bereit. Der Friede von Karlowitz (26. Januar 1699) bekräftigte mit der Herrschaft der Habsburger über Ungarn und Siebenbürgen – wenngleich ohne das Temesvarer Banat – das Ende der Türkenbedrohung für Mitteleuropa sowie den Aufstieg Österreichs zu einer Großmacht von eigenem Gewicht. Frankreich aber hatte Niederlage und Demütigung seines Alliierten im Orient nicht hindern können.[15]
So wenig Wien mit dem Ausgang des Krieges im Westen – des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1713/14) – zufrieden sein konnte, so hatte Österreich mit den ihm dabei zugefallenen Teilen der spanischen Monarchie seine Macht doch erheblich erweitern können. Als Ende 1714 die Osmanen per Angriff auf das venezianische Morea gewaltsam eine Revision des Friedens von Karlowitz beginnen wollten, erreichte es der Prinz Eugen Anfang 1716 am Wiener Hof, daß ihnen erneut entgegengetreten wurde. Damit begann der 6. Österreichische Türkenkrieg (1714–1718). Übrigens war inzwischen nicht nur 1705 Kaiser Leopold I. verstorben, sondern 1711 auch sein Nachfolger Joseph I., so daß nun Karl VI., der Vater Maria Theresias, auf dem Kaiserthron saß (bis 1740). Die Herrscher wechselten, der Kampf gegen die Osmanen und gegen den Islam blieb.
Während Graf Johann Matthias von der Schulenburg – vormals kaiserlicher und sächsischer General, dann in Venedigs Dienste getreten – die über den Peloponnes hinwegflutende Angriffswelle der Türken durch zähe Verteidigung der Insel Korfu zum Stillstand brachte, griff Eugen selbst am 5. August 1716 ein auf Peterwardein vorgerücktes Heer der Osmanen an. Dieses besiegte er in überaus blutiger Schlacht und wandte sich nach dem Banat gegen die Festung Temesvar, die am 12. Oktober 1716 kapitulierte. Doch 1717 steigerte der Prinz seinen Ruhm noch, diesmal an der Spitze einer durch Bayern und andere Truppen aus dem Reich verstärkten kaiserlichen Armee. Nachdem er diese östlich von Belgrad über die Donau und in den Rücken der Festung geführt hatte, geriet er durch Erscheinen einer starken türkischen Entsatzarmee in eine bedrohliche Lage. Aber in überraschendem Vorstoß aus seinem Lager konnte Eugen am 16. August 1717 seinen Gegner entscheidend schlagen und sofort im Anschluß Belgrad zur Kapitulation zwingen. Diese herausragende Waffentat des „edlen Ritters“ Prinz Eugen hatte knapp ein Jahr danach den Frieden von Passarowitz zwischen dem Kaiser und Venedig einerseits und dem Sultan andererseits zur Folge (21. Juli 1718). In ihm erwarb Österreich das Banat (das in der Folgezeit mit deutschen Bauern besiedelt wurde), das nördliche Serbien mit Belgrad sowie der Kleinen Walachei und einen Grenzstreifen im nördlichen Bosnien. Diese Zugewinne verschafften dem deutschen Zweig des Hauses Habsburg seine größte territoriale Ausdehnung. Dazu erhielten alle Untertanen des Kaisers im gesamten Osmanischen Reich die Garantie freien Handels. Erstmals hatten die Habsburger gegenüber den Türken als eindeutig überlegene Verhandlungspartei auftreten können – so sehr hatten sich die Verhältnisse nun verändert.[16]
Prinz Eugen von Savoyen verlor unter Kaiser Karl VI. immer mehr Einfluß auf die Politik. Daß sein Geist auch aus der Armee gewichen war, die er zuvor von Sieg zu Sieg geführt hatte, stellte sich dann heraus, als Kaiser Karl VI. 1737 in einen neuen Krieg gegen die Türkei eintrat. Er tat dies als Alliierter Rußlands, mit dem er Anfang August 1726 eine Allianz geschlossen hatte. Dieser 7. Österreichische Türkenkrieg (1736/37–1739), den Österreich zur Eroberung Bosniens führte, lief so unglücklich, daß die Donaumonarchie unter Vermittlung Frankreichs am 19. September 1739 in Belgrad einen Frieden einging – und dies im Besitz einer ungeschlagenen Armee.[17]
Dieser Friede nahm Österreich die in Passarowitz gewonnenen Territorien südlich von Donau und Save inklusive Belgrad und brachte sie wieder unter türkische Herrschaft. Daß sich Karl VI. auf diese Zumutungen einließ, kostete ihn unermeßlich viel Prestige. Europa war völlig fassungslos, die orthodoxen Völkerschaften des Balkans wandten sich enttäuscht von Österreich ab und Rußland als ihrer neuen christlichen Schutzmacht zu. Das Zarenreich aber mußte, durch Karls Einknicken alleingelassen, nun ebenfalls mit den Türken Frieden schließen und hierfür alle Eroberungen herausrücken. Das Lebenswerk des Kaisers bestand bloß noch aus Trümmern, und der Übergang des Reiches an die Erbtochter Maria Theresia – durch die Pragmatische Sanktion von 1713 scheinbar gesichert – war nun gänzlich ungewiß.[18]
Im Kampf gegen die Osmanen übernahm jetzt anstelle des stark angeschlagenen Österreichs Rußland energisch und effektiv die Führung. Der Russisch-Türkische Krieg von 1768 bis 1774 sollte das Ende der Türkei als Großmacht bringen. Die Russen besetzten Moldau und die Walachei, schlugen 1770 die türkische Flotte vernichtend und setzten nach einem Schlachtensieg in Bulgarien im Juni 1774 ihren Vormarsch fort. Damit erzwangen sie den Frieden von Küdschük-Kainardschi (21. Juli 1774), in dem die südliche Ukraine mit den Mündungen von Bug, Dnjepr und Don an Rußland kam, während die Krim unabhängig und 1783 von den Russen annektiert wurde. Russische Schiffe durften von nun an die Meerengen durchfahren, und das Zarenreich bekam das Protektoratsrecht über die im Osmanischen Reich lebenden Orthodoxen. Die Türkei war fortan keine Großmacht mehr und ihre Aufteilung auf die internationale Agenda gerückt.[19]
Im 8. Österreichischen Türkenkrieg (1788–1791), den Rußland 1787 allein eröffnete, war ab 1788 auch Österreich wieder dabei, denn immerhin ging es um die Aufteilung der Türkei. Doch weil Preußen 1790 ein Bündnis mit dieser schloß, um Russen und Österreichern zu schaden, mußten diese 1791 bzw. 1792 mit den Osmanen Frieden schließen. Der Dnjepr wurde Grenzfluß zwischen Rußland und dem Osmanischen Reich, während Österreich vom Plan Abstand nahm, selbiges zu zerstören, da die Konkurrenz zu Rußland immer mehr wuchs. Preußen gab Rußland freie Hand für die 2. Teilung Polens. Habsburgs mit der Hohen Pforte zu Sistowa geschlossener Friede von 1791 war zugleich auch das Ende einer epochalen Konfrontation zwischen Kaisern und Sultanen, in deren Verlauf die Türken zweimal vor Wien gestanden hatten. Einen „Gegenbesuch“ der Kaiserlichen in Konstantinopel gab es jedoch niemals.[20]
1806–1812 führten Russen und Türken abermals Krieg gegeneinander, aber Zar Alexander I. mußte wegen des zu erwartenden Angriffs des Franzosenkaisers Napoleon I. auf Rußland am 28. Mai 1812 Frieden mit den Osmanen schließen. Während die Russen Bessarabien bekamen und der Pruth die neue russisch-türkische Grenze bildete, wurde das von Rußland unterstützte Serbien 1813 von den Türken wieder unterworfen. Vom serbischen Aufstand ermutigt, erhoben sich 1821 auch die Griechen gegen die osmanische Fremdherrschaft, und Rußland nutzte dieses zur Besetzung von Moldau und der Walachei. Letztere sowie Serbien wurden im Frieden von Adrianopel (14. September 1829) autonom und kamen unter russischen Einfluß, während die Meerengen für alle Schiffe frei wurden. Die Russen erhielten Gebiete südlich des Kaukasus. Die Unabhängigkeit der Griechen war gesichert, während das Osmanische Reich in Europa fortan nicht mehr als ein Papiertiger war und Österreich der große, weil im Mächtepoker abseits stehende Verlierer war.[21]
Im Krimkrieg 1853–1856 ging es Rußlands Zar Nikolaus II. vordergründig um das Protektorat über seine orthodoxen Glaubensbrüder im Osmanischen Reich, realiter jedoch um weitere territoriale Ausdehnung. Das wollten aber Großbritannien und Frankreich nicht dulden, unterstützten im Krieg die hinfällig gewordene Türkei und eroberten nach nahezu einem Jahr Belagerung die russische Festung Sewastopol. Im Frieden von Paris (30. März 1856) gelangten die zunächst von den Russen besetzten Fürstentümer Moldau und Walachei unter ein Protektorat der Westmächte, während Südbessarabien an die Moldau fiel. Die Schiffahrt auf der Donau wurde internationalisiert, das Schwarze Meer entmilitarisiert. Ganz offen trat die Krise Rußlands zutage, was neben dem Eingreifen der 40 Jahre zuvor noch verfeindeten Briten und Franzosen die Türkei noch einmal rettete. Der Kaiser in Wien hatte seine alte Rolle als Schutzherr der christlichen Balkanvölker eingebüßt und – auch wenn er sie nicht wahr machte – durch seine Kriegsdrohung an Rußland einen Bruch bewirkt, der nicht mehr zu kitten war. Der Historiker Hans-Jürgen Bremm meint, daß damit der Weg nach Sarajewo 1914 bereits gebahnt gewesen sei.[22]
Das Zarenreich ließ das Osmanische Reich, das de facto ein Sterbender war, nicht in Ruhe und besetzte ein weiteres Mal die Fürstentümer Moldau und Walachei. Schon standen die Russen vor der türkischen Hauptstadt Konstantinopel, als es zum Diktatfrieden von San Stefano (3. März 1878) kam. Doch Großbritannien, Frankreich und Österreich-Ungarn ging Rußlands Machtzuwachs zu weit, und so wurde der Balkan, längst ein Herd ständiger Unruhe, auf dem Berliner Kongreß am 13. Juli 1878 – hier spielte Otto von Bismarck als Vermittler den „ehrlichen Makler“ – erneut aufgeteilt: Rumänien, Serbien und Montenegro wurden unabhängig, und Bulgarien blieb trotz Sonderstatus der Türkei auch weiterhin tributpflichtig. Österreich-Ungarn durfte Bosnien und die Herzegowina okkupieren, und die Briten nahmen sich Zypern. Demgegenüber verblieben u.a. Rumelien (der in Europa gelegene Teil des Osmanenreichs), Albanien und Makedonien bei der Türkei.[23]
Zwischen Habsburg und dem Osmanischen Reich herrschte zwischen der ersten Belagerung Wiens 1529 und dem Ende des letzten Österreichischen Türkenkrieges 1791 lediglich in 37 von 262 Jahren wirklicher Kriegszustand. In den langen Unterbrechungen konnte das Haus Habsburg unbehelligt von den Heeren des Sultans den Dreißigjährigen Krieg, den Spanischen Erbfolgekrieg und zuletzt auch den Siebenjährigen Krieg führen. Nichtsdestoweniger war für die Menschen, die entlang den Grenzen in Kroatien, Ungarn und Siebenbürgen lebten, der unablässig geführte Kleinkrieg lokaler osmanischer Kriegsherren mit mutwilligen Zerstörungen und Jagden auf Menschen mindestens ebenso belastend wie die großen Waffengänge zwischen Kaiser und Sultan. Fraglos führte dieser Kleinkrieg zu einer Verödung weiter Landstriche in Ungarn. Für die angrenzenden Staaten war „der Türke“ gewiß eine arge Dauerbelastung, und die lokalen Herrscher (Beys) mit ihren Raubscharen stellten realiter für die, die mit ihnen zu tun hatten, weniger Nachbarn als eine Plage dar.
Sicherlich war das bourbonische Frankreich für die westlichen Gebiete des Reichs auch eine üble Plage. Aber die „Grande Nation“ (wie sie später genannt wurde) ließ nicht bloß ihre Armeen zu wiederholten Malen über den Rhein marschieren, sondern bereicherte in der Tat mit seiner Kultur und Sprache die europäische Staatenwelt in hohem Maße. Demgegenüber machte sich das Osmanenreich über Jahrhunderte in kaum vorstellbarer Weise Fachwissen, Güter und Menschen aus den christlichen Ländern zunutze, ohne dafür etwas von Bedeutung zurückzugeben. Jenseits aller Prachtentfaltung, die die Sultane an den Tag legten, war das Leben in ihrem Imperium für Europäer erstaunlich bescheiden. Das Osmanische Reich verfügte über keine nennenswerte gewerbliche Produktion hochwertiger und exporttauglicher Güter. Sieht der Betrachter einmal von Kaffee, einigen Lehnwörtern und schließlich den osmanischen Roßschweifen ab, bietet sich eine ziemlich dürftige interkulturelle Bilanz zwischen Europa und dem osmanischen Imperium. Letzteres war trotz offiziell friedlicher Koexistenz nicht als ein Nachbar zu betrachten und gehörte lange Zeit auch nicht zur Staatenwelt Europas.[24]
[1] Ein zweiter (ebenso unter französischer Führung stehender) Rheinbund wurde auf dem Höhepunkt der Macht Napoleon Bonapartes am 12. Juli 1806 durch Unterzeichnung der Rheinbundakte in Paris ins Leben gerufen.
[2] Max Braubach: Vom Westfälischen Frieden bis zur Französischen Revolution, 3. Aufl., Stuttgart 1978, S. 41 f.
[3] Robert Mandrou: Staatsräson und Vernunft 1649–1775, Frankfurt a.M. u. Berlin 1992, S. 68.
[4] Vgl. zu ihm u.a. Klaus-Jürgen Bremm: „Raimondo Montecuccoli. Barocke Karriere unter dem Doppeladler“; in: DAMALS 2/2007, S. 68–72; Georg Schreiber: Raimondo Montecuccoli. Feldherr, Schriftsteller und Kavalier. Ein Lebensbild aus dem Barock, Graz, Wien u. Köln 2000.
[5] Bremm a.a.O. (Anm. 2), S. 226–231. Vgl. dazu auch Kurt Peball: Die Schlacht bei St. Gotthard-Mogersdorf 1664, Wien 1964/1978.
[6] Bremm a.a.O. (Anm. 2), S. 231. Daß es sich bei den überdies vereinbarten Zahlungen des Kaisers nicht um einen Tribut, sondern um Geldgeschenke auf Gegenseitigkeit gehandelt habe, ist eine ausgefallene Interpretation dieser Vertragsbestimmung bei Braubach a.a.O. (Anm. 27), S. 47, Anm. 4.
[7] Braubach a.a.O. (Anm. 27), S. 42.
[8] Da die Franzosen dann die Inbesitznahme des Königsthrons von Spanien durch den römisch-deutschen Kaiser und somit eine Verschärfung ihrer vermeintlichen Umklammerung durch das Haus Habsburg befürchteten.
[9] Braubach a.a.O. (Anm. 27), S. 67 f.
[10] Ebd., S. 68 f.
[11] Ebd., S. 69; Bremm a.a.O. (Anm. 2), S. 258–273.
[12] Braubach a.a.O. (Anm. 27), S. 69 ff.
[13] Von den zahlreichen Biographien über Eugen sei an dieser Stelle eine der neueren erwähnt: Konrad Kramar u. Georg Mayrhofer: Prinz Eugen. Heros und Neurose, Salzburg 2013.
[14] Braubach a.a.O. (Anm. 27), S. 82 f.
[15] Ebd., S. 83.
[16] Ebd., S. 101 f.; Bremm a.a.O. (Anm. 2), S. 326–340.
[17] Bremm a.a.O. (Anm. 2), S. 341–352.
[18] Ebd., S. 353.
[19] Ebd., S. 363–373.
[20] Ebd., S. 374–383, 385 f.
[21] Ebd., S. 386–390.
[22] Ebd., S. 393 f.
[23] Vgl. dazu u.a. Theodor Schieder: Staatensystem als Vormacht der Welt 1848–1918, Frankfurt a.M. u. Berlin 1992, S. 234 ff.
[24] Bremm a.a.O. (Anm. 2), S. 399 f.
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