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Rassismus ohne Menschenrassen?

Prof. Ulrich Kutschera

Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera redet Klartext

Seit dem Tod des kriminellen Afroamerikaners George Floyd im Mai 2020 schwappt eine neue linkspolitisch inszenierte Rassismuskampagne durch die westliche Welt. Sie hat schon nach kurzer Zeit auch Europa und Deutschland erreicht. Dabei trat die vorher dominierende aufgeregte Klimadebatte etwas in den Hintergrund. Nunmehr steht ein angeblich überall zur Wirkung kommender „weißer Rassismus“ im Zentrum der Kritik. Dabei wird von den Kampagnenbetreibern u.a. behauptet, daß es einen „Rassismus gegen Weiße“ nicht geben könne. In der Bundesrepublik Deutschland zielt die Linkskampagne sogar auf deren Grundgesetz-Artikel 3, in dem vorgeschrieben ist, daß niemand „wegen seiner Rasse benachteiligt oder bevorzugt“ werden darf. So fordert der vereinte Linksblock, bestehend aus Grünen, Sozialdemokraten, FDP und der Linken (früher SED bzw. PDS), den Begriff „Rasse“ aus dem Grundgesetz zu streichen oder zu ersetzen, weil es angeblich gar keine „Rassen“ gebe. Dabei erweisen sich die linken Akteure in ihrer ideologischen Lageblindheit als Verfechter politischer Zielsetzungen, die der naturwissenschaftlich gut begründeten Einteilung der Menschen in Großrassen widersprechen. Daß sie damit in einer verhängnisvollen Tradition des gesellschaftspolitischen Scheiterns stehen, weil sie von falschen anthropologischen Prämissen ausgehen, wollen sie bei der Propagierung ihrer angeblich humanistischen Zielen nicht wahrnehmen.

Über die damit zusammenhängenden Fragen und Konsequenzen hat das „Abendland“ mit Dr. Ulrich Kutschera (evolutionsbiologen.de) gesprochen. Der renommierte Evolutionsbiologe, Physiologe und Bestseller-Autor mit langjährigen Forschungs- und Lehraufenthalten an namhaften Universitäten ist Professor an der Universität Kassel und dort Leiter der Abteilung Pflanzenphysiologie sowie „Visiting Scientist“ in Stanford/Palo Alto, Kalifornien, USA. Zur aktuellen Problematik hat er in seinem neuen Buch „Klimawandel im Notstandsland. Biologische Realitäten widerlegen politische Utopien“ in erfreulicher Klarheit Stellung bezogen.

Die Fragen stellte Bernd Kallina.

Firmenleitungen ohne Rückgrat: Sie knicken beim Rassismusvorwurf sofort reflexhaft ein. Auch wenn die Vorhaltungen völlig unbegründet sind, etwa beim Bild des vertrauenswürdigen alten Schwarzen als positive Werbeikone für den Reis von ‚Uncle Ben’s‘; Das plötzlich ‚rassistische‘ Bild wird nach Jahrzehnten einfach ausgetauscht. So wurden die ‚Zigeunerräder‘ rasch zu ‚Zirkusrädern‘.
Ulrich Kutschera
Klimawandel im Notstandsland
Biologische Realitäten widerlegen Politische Utopien
480 Seiten, brosch.
Amazon Media, 2020
€ 24,90

Herr Professor Kutschera, Sie sind wissenschaftlicher Dauerpendler zwischen den USA und Deutschland. Da kann Sie die seit Mai 2020 laufende „anitrassistische Großkampagne“, die infolge des tragischen Todes eines kriminellen Afroamerikaners in Minneapolis auch Europa und damit Deutschland erreicht hat, nicht wirklich überrascht haben, oder?

Nein – das hatte ich erwartet! In meinem aktuellen Buch „Klimawandel im Notstandsland. Biologische Realitäten widerlegen politische Utopien“ bin ich in Kapitel eins unter der Überschrift „Replacement Migration, Rassismus und Evolution des Menschen“ auf das kontroverse Thema „biologische Vielfalt der modernen Menschheit“ eingegangen. Unter dem Titel „Unwort Ausländerkriminalität“ wird dann auch das unterschiedliche Kriminalverhalten von Asiaten, Europäern, Arabern und Afrikanern dargestellt – immer unter Verweis auf seriöse Quellen. Daher bin ich auf dieses „Antirassismus-Szenario“ vorbereitet.

Rückblick auf eine „Spiegel“-Reportage vom 11. August 1965: Die Verhaftung eines Schwarzen reichte aus, um in den USA tagelange Krawalle hervorzurufen – mit 34 Toten, mehr als 1000 Verletzten und 40 Millionen Dollar Sachschaden. „Eine Woche lang mordete, marodierte und brandschatzte der schwarze Mob“, schrieb der „Spiegel“ damals. Eine Wortwahl, die im Relotius-Magazin heute wohl nicht mehr möglich wäre. Was hat sich verändert?

Zu Recht akzeptieren wir heute in Deutschland die Ansichten des britischen Evolutionsforschers Alfred Russel Wallace (1823–1913), der sich als einer der ersten Biologen dafür ausgesprochen hat, Menschen aus tropischen bzw. afrikanischen Regionen der Erde nicht als „minderwertige Wesen“ zu betrachten. Wallace lebte als freiberuflich tätiger Naturforscher über einige Jahre hinweg „unter den Wilden“ und konnte sich daher selbst ein Bild von der moralischen Integrität dieser Urvölker machen. Er war der erste wissenschaftlich argumentierende Antirassist, und ich habe ihn in meinen Büchern diesbezüglich immer wieder gewürdigt. Daher halte ich die Bezeichnung „schwarzer Mob“ für unangebracht.

Selbstverständlicher Rassismus gegen Weiße

Laut diverser „FBI-Crime-Reporte“ der letzten Jahre ist die Zahl der Weißen, die von Schwarzen ermordet wurden, um ein Vielfaches höher als die von Weißen ermordeten Schwarzen, wobei Schwarze nur rund 13 Prozent, Weiße dagegen über 60 Prozent der US-Bevölkerung ausmachen. Allerdings ist von „Rassismus gegen Weiße“ weder in den USA noch bei uns die Rede. Aus Mainstream-Medien, wie z. B. dem WDR, war unlängst zu hören, dass Weiße vom Rassismus nicht betroffen sein können. Wie das?

Definieren wir zunächst den Begriff Rassismus. Wie in meinem Buch ausführlich darlege, handelt es sich hierbei um eine politische Ideologie, die von einer Höher- bzw. Minderwertigkeit verschiedener menschlicher Populationen ausgeht. Seit dem Import der „Wuhan-Viren“ wird immer wieder berichtet, Menschen mit asiatischem Aussehen seien wüsten Beschimpfungen durch verängstigte „Weißhäuter“ ausgesetzt. Da nur die kommunistische Regierung Chinas und somit die dortigen Politiker für diese Pandemie verantwortlich sind, ist dieser von Europäern gegen Asiaten ausgeübte Rassismus inakzeptabel. Selbstverständlich gibt es auch Rassismus gegen weißhäutige Menschen. So werden z.B. in China die Deutschen u.a. als „Langnasen“ bezeichnet, eine klare Herabwürdigung unseres Aussehens. Da in Südafrika weiße Siedler von Afrikanern vertrieben bzw. ermordet werden, liegt die Mainstreampresse mit dieser Behauptung wieder einmal daneben.

Die „Black-Lives-Matter“-Kampagne agitiert mit geschichtspolitischen Kollektivangriffen, die auch bei uns nicht unbekannt sind. Zu denken wäre hier an den immerwährenden Bezug auf die NS-Zeit, die vom politisch-medialen Komplex täglich thematisiert wird und – wie der deutsche Journalist Johannes Gross einmal formulierte – als „Pflege des Schuldbewußtseins“ bei den Deutschen tief verankert ist. Kritiker meinen, daß wir uns mitten in einer ähnlichen Offensive im globalen Raum befinden. Angeklagt sei diesmal die „weiße Welt“.

In Kapitel fünf mit dem Titel „Adolf Hitler (1889–1945): Intrigen eines psychopathischen Diktators und die Ent-Nazifizierung der Biologie“ bin ich auf diese Problematik im Detail eingegangen. Dort habe ich auch das Thema „Erbsünde und Schuldbewußtsein der Deutschen“ diskutiert. Unter Verweis auf Aussagen eines US-Professors jüdischer Abstammung, bei dem ich Ende der 1980er Jahre als Gastwissenschaftler tätig war, habe ich Argumente gegen die ewigen Schuldzuweisungen an die Nachgeborenen der NS-Zeit vorgetragen. Ich verweise daher auf diese detaillierten Darlegungen.

Kommen wir auf den Zentralbegriff zu sprechen, sie haben ihn ja gerade erwähnt: „Rassismus“. In der Wahrnehmung besonders radikaler Antirassisten ist bereits jeder Rassist, der die Existenz rassischer Unterschiede beim Menschen feststellt. Ähnlich fungiert ja in Deutschland die „Jenaer Erklärung“ von 2019, deren Postulat lautet: „Es gibt keine Rassen!“ Als Evolutionsbiologe sind Sie da vermutlich anderer Auffassung?

Seit 40 Jahren erforsche ich die Rassen- und Artbildungsprozesse bei gewissen, mit Regenwürmern verwandten wasserbewohnenden Parasiten, die in den Nahrungsketten z. B. als Fischfutter von zentraler Bedeutung sind. In der Biologie sind Arten (Spezies) abgetrennte Fortpflanzungsgemeinschaften, deren Individuen fruchtbar kreuzbar sind, während Rassen (geographische Varietäten) als Populationen innerhalb von Arten oder auch Abstammungsgemeinschaften definiert werden können. Der Mensch ist keine Schöpfung des biblischen Gottes, sondern Produkt der organismischen Evolution. Daher ist es absurd, bei der Biospezies „Homo sapiens“ den biologischen Rassebegriff abzulehnen. In Kapitel vier mit dem Titel „Die ‚Neue Anti-Rassismuserklärung‘: Abgegrenzte Menschen-Varietäten gibt es doch!“ habe ich die hier angesprochene Thematik unter Widerlegung der „Jenaer Erklärung 2019“ dargelegt. Mit Verweis auf den Afroamerikaner Prof. Q. Spencer, den ich in Stanford/Kalifornien kennenlernen konnte, habe ich im Buchtext die von ihm propagierten „Five Human Races“ beschrieben, die als biologische Realitäten gelten.

Die Menschheit besteht aus fünf Abstammungsgruppen

Wie kann man Menschenrassen in nichtdiskriminierender Absicht unterscheiden, und was folgt daraus für eine Politik, die das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschenrassen sinnvoll begründen und gestalten will?

Die Menschheit, vor ca. 250.000 Jahren aus anatomisch modernen afrikanischen Homo-sapiens-Kollektiven hervorgegangen, besteht heute aus fünf weitgehend geographisch getrennten, an ihre jeweiligen Lebensräume angepaßten Populationen. Diese fünf Abstammungsgruppen (Afrikaner, Asiaten, Kaukasier, amerikanische Indianer und Ozeanier) ordnen sich mehrheitlich selbst den entsprechenden Populationen zu. Nur biologisch naive Ideologen sehen hier Probleme. Sobald der Verstand ausgeschaltet wird und Glaubensinhalte dominieren, fängt das Rassismusproblem an.

Einerseits könnte Ihre naturwissenschaftliche Sicht zu einer Befriedung der aufgewühlten Konfrontationslage beitragen. Andererseits sorgt aber ein extrem wissenschaftsfeindliches Klima für eine weitgehende Ausgrenzung hilfreicher biologischer Erklärungsmuster und Lösungsansätze. Also, was tun?

Deutschland ist dabei, über eine Ideologisierung aller Lebensbereiche in ein „vor-Darwinisches Mittelalter“ zu degenerieren. Große Biologen wie z.B. Charles Darwin (1809–1882), Ernst Haeckel (1834–1919) oder der oben zitierte Wallace würden heute weder einen Verlag für ihre Bücher finden noch frei reden dürfen. Dieser Rückschritt ist auf eine naturwidrig-irrationale Denkweise, z.B. in Form der „Frau-gleich-Mann-(Gender)-Ideologie“, zurückführbar. Ebenso könnten hier die Klimawandel-Angst, die Corona-Panik und andere skurrile Phänomene angeführt werden – all das habe ich wissenschaftlich fundiert im aktuellen Fachbuch abgehandelt.

Sie standen unlängst in Kassel selbst im Mittelpunkt einer üblen Kampagne. Unter der Überschrift „Rechte Hetze wegglitzern!“ wurde Ihnen u.a. „rassistische Ideologie“ vorgeworfen, allerdings auf „Sonderschulniveau“, wie Sie berichteten. Was war da los?

Ich hatte mir 2017 erlaubt, in einem „kath.net“-Interview zur „Ehe für alle“ biologische Fakten, die so klar sind wie der blaue Himmel bei Sonnenschein, im Zusammenhang mit dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare darzulegen. Das hat mir dann aber ein Strafverfahren eingebracht, wobei meine Häscher an den Haaren herbeigezogene Argumente zusammentrugen, um mich als „Unperson“ öffentlich vorzuführen. Das hat nicht funktioniert. Ich werde die öffentliche Unterstellung, ich hätte homosexuelle Personen „beleidigt“, bis zum Bundesverfassungsgericht tragen und juristisch korrigieren lassen. In diesem Zusammenhang wurde mir von naiven AStA-Studenten vorgeworfen, ich würde „Rassentheorien“ vertreten. Wie aus den Kapiteln vier und fünf des o.g. Klimawandel-Buchs hervorgeht, ist genau das Gegenteil der Fall.

„Zivilcourage war noch nie eine Stärke der Deutschen!“

Die aktuelle antirassistische Raserei ist nicht frei von skurrilen Erscheinungen. Uncle-Ben’s-Reis-Werbung mit der berühmten, so vertrauenswürdig wirkenden Figur eines älteren Schwarzen wird plötzlich aus dem Verkehr gezogen. Der Film „Vom Winde verweht“ verliert seinen Programmplatz. „Zigeunerschnitzel“ und „Negerküsse“ treten schon seit längerem den Rückzug an, und „Mohren-Apotheken“ ändern ihren Namen. Warum widerstehen die verantwortlichen Firmenakteure nicht mutiger und gehen in die Gegenoffensive, wo ihnen doch die Zustimmung einer breiten Bevölkerungsmehrheit sicher wäre?

Zivilcourage und das Vertreten einer eigenen, klar begründeten Position war noch nie eine Stärke der Deutschen. Jeder, der sich gegen Staatsideologien wendet, wird bekämpft, diffamiert, in eine „rechte Ecke“ gestellt. Daher ist es nicht verwunderlich, daß angeschwärzte Firmenchefs usw. einen Rückzieher machen. Wer möchte sich schon mit hirngewaschenen Ideologen anlegen, die für Sachargumente taub sind? Ich habe dieses „Experiment“ durchgeführt und kann daher als Insider berichten.

In deutschen Schulen gibt es das Projekt „Schule ohne Rassismus“. Im Fußball werden vor Spielbeginn antirassistische Formeln gesprochen, von den christlichen Kirchenkanzeln und von fast überall agierenden Antidiskriminierungsbeauftragten wird flächendeckend gegen „Rassismus“ gepredigt. Schließlich verkündete sogar der deutsche Bundespräsident, daß es nicht genüge, kein Rassist zu sein, sondern, O-Ton Frank-Walter Steinmeier: „Wir müssen Antirassisten sein!“ Herr Kutschera, was kommt da noch?

Obwohl ich im Prinzip die Bestrebung, Menschen unabhängig von ihrer evolutiven Abstammung, d.h. geographischen Herkunft zu beurteilen, gutheiße, schlägt diese Agenda in eine Art Ersatzreligion um. Wir müssen bei den Fakten bleiben und die u.a. von dem Afroamerikaner Q. Spencer verteidigten „Five Human Races“ – zu Deutsch: fünf biologisch-realen Menschenrassen – akzeptieren. Mit Hexenwahn und Aberglauben wurde immer nur Unheil gestiftet, Logik und Verstand sind gefragt.

„Die These: Rassismus ohne Menschen-Rassen ist absurd“

Alles läuft scheinbar darauf hinaus, daß auch Kritiker der legalen und illegalen Masseneinwanderung nach Deutschland und Europa unter Hinweis auf „Rassismus“ mundtot gemacht werden.

Das ist in der Tat korrekt. Da in Deutschland die „Five Human Races“ unbekannt sind, hingegen die von NS-Ideologen propagierte Pseudorassen-Lehre akzeptiert wird (Türken, Araber und Nordafrikaner sind Kaukasier), sehe ich wenig Hoffnung auf Besserung. Es ist so, als würde man mit den Zeugen Jehovas über das Thema Evolution diskutieren – ein sinnloses Unterfangen, da bei diesen Gläubigen religiös-ideologische Scheuklappen ausgebildet sind. Die politische These, es gebe Rassismus, aber keine Menschenrassen, ist so absurd, als würde man „Sexismus“ ohne die Existenz von Frauen postulieren, was im Rahmen der Genderideologie der Fall ist.

Der jüdisch-französische Intellektuelle Alain Finkielkraut prophezeit im hier diskutierten Zusammenhang wenig ermutigend: „Der Antirassismus wird für das 21. Jahrhundert das werden, was der Kommunismus im 20. Jahrhundert war: eine Quelle der Gewalt“. Könnte er mit dieser düsteren Prognose recht haben, oder sehen Sie Chancen zur Abwehr?

Betrachten wir den derzeitigen Wahlkampf der „Demokraten“ in den USA, mit Joe Biden und Kamala Harris als vorgeschlagenem Präsidententeam, so muß ich dieser Ansicht leider zustimmen. Wer die biologischen Realitäten kennt, wird rasch einsehen, daß in diesem rein politischen (und somit irrationalen) Milieu evolutionsbiologische Befunde nicht verstanden werden. Es ist in der Tat so, wie es der französische Denker befürchtet hat: Der neue sogenannte Antirassismus hat nichts mehr mit der inakzeptablen Herabwürdigung bestimmter Menschengruppen zu tun, sondern ist ein Kampfbegriff zur Durchsetzung einer militanten, totalitären, gleichgeschalteten neuen Weltordnung. Selbstverständlich will aber diese „Gleichmacher-Clique“ nach dem Sieg an der Spitze stehen und ihre Schafsherde dirigieren. Mit echtem sozialen Engagement hat das nichts zu tun.

Wie würden Sie Ihre eigene politische Position umschreiben? Sind Sie konservativ, liberal oder eher progressiv eingestellt?

Da ich leider bereits in früher Jugend der politisch inkorrekten Biologie „verfallen“ bin und mein gesamtes Leben im Grunde dieser Leidenschaft untergeordnet habe, konnte ich mit Religion und Politik nie etwas anfangen. Als parteiloser Selbstdenker würde ich mich ganz allgemein als „kalifornischer Biowissenschaftler mit deutsch-tschechischer Abstammung“ bezeichnen. Grundsätzlich liegt mir die Mentalität meiner US-Kollegen mehr als jene der deutschen Bedenkenträger. In den USA gibt es ein Fairneß-Prinzip, und das Land hat definitiv eine Zukunft. All diese Probleme sind in dem oben erwähnten Text dargelegt. Analog zu den Mechanismen der Evolution bin ich konservativ-progressiv eingestellt!

Warum wurde Ihr Buch „Klimawandel im Notstandsland“ bei vier Verlagen abgelehnt? Sie sind doch ein erfahrener und anerkannter Autor und Stanford-Wissenschaftler!

Zunächst sei vermerkt, daß hier in Deutschland wissenschaftliche Leistungen, u.a. dokumentiert über entsprechende ResearchGate-Rankings, nicht zählen. Fachkompetenz wird kleingeredet; wer inhaltsleere, politisch korrekte Sprüche von sich gibt, wird gelobt. Daher hat es mich nicht überrascht, daß mein aktuelles Buch bei unseren Verlegern auf Ablehnung gestoßen ist. Diese Herren würden heute auch keinen aktuellen Text von Darwin oder Haeckel drucken – wegen der politisch inkorrekten Biologie. Der ehemalige Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, hat unter der Überschrift „Was man nicht sagen darf, aber gesagt werden muss“ die Gründe angeführt, warum mein Buch so verteufelt wird: „Kutschera eckt an …“ Außerdem wurde mir in einer anderen Darlegung attestiert, das Buch sei „schlimmer als Sarrazin“. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Andreas Vonderach
Die Dekonstruktion der Rasse
Sozialwissenschaften gegen die Biologie
112 Seiten, brosch.
Ares Verlag, 2020
€ 15,00

Ganz im Einklang mit einer besonders lautstarken Schule, Schwerpunkt USA, veröffentlichte im September 2019 die Deutsche Zoologische Gesellschaft öffentlichkeitswirksam ihre Jenaer Erklärung. Darin heißt es: „Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung.“ Bereits seit Jahrzehnten erklingt in der westlichen Welt scheinbar einstimmig die Forderung, den Rassenbegriff überhaupt nicht mehr auf Menschen anzuwenden und selbst aus altehrwürdigen Verfassungstexten zu tilgen. Eine „historische Verantwortung“ vor dem Hintergrund von Kolonialismus und Rassismus steht dabei ebenso im Raum wie heutige Diskriminierungsverbote. Und wer heute im deutschsprachigen Raum aufwächst, hört von Kindesbeinen an: „Rassen gibt es nicht, wir sind alle gleich.“

Dabei weiß in Wahrheit jeder Mensch, was Rassen sind, und kann sie mit dem bloßen Auge problemlos erkennen. Was also steckt hinter dem Dogma „Rassen gibt es nicht“? Ist es wissenschaftlich fundiert, oder gibt es Gegenargumente? Wie konnte es sich bis heute immer weiter verfestigen?

Das mutige Buch von Andreas Vonderach „Die Dekonstruktion der Rasse – Sozialwissenschaften gegen die Biologie“ (Ares-Verlag Graz, 2019) beleuchtet die Herkunft der „Rassenleugner“, ihre allmähliche Durchsetzung im westlichen Geistesleben und die gravierenden Folgen für Forschungsfreiheit und wissenschaftlichen Diskurs.

 
Neue Ordnung, ARES Verlag, A-8010 Graz, EMail: neue-ordnung@ares-verlag.com