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Dinghofer

Im November dieses Jahres wurde mir eine hohe Ehre zuteil. In einem der Festsäle des frisch renovierten Parlamentsgebäudes an der Wiener Ringstraße wurde ich mit dem Medienpreis des Dinghofer-Institutes ausgezeichnet, den ich aus den Händen von Institutspräsident Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Martin Graf entgegennehmen durfte.

Hier meine Dankesrede:

 

„Hohe Festversammlung,zu allererst möchte ich meinen Dank für die große Ehrung, die mir heute zuteil geworden ist, aussprechen. Ich will mich in den wenigen mir zur Verfügung stehenden Minuten aber nicht nur bedanken, und ich will noch weniger über mich und die Probleme sprechen, die ein Verleger naturgemäß in Zeiten von Internet, KI und Amazon hat, und auch nicht über die Schwierigkeiten, die ein Verleger hat, wenn er nicht mit den Wölfen heult: Das beginnt mit einem denunziatorischen Artikel in der großen deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“, welche bösen Dinge ich doch mit dem Geld tue, das meine landwirtschaftlichen Magazine verdienen – und über den Artikel hinaus hat die „Zeit“ tatsächlich kampagnenartig all unsere bundesdeutschen Inseratkunden angesprochen und vor mir gewarnt; das geht über den vollkommenen Boykott auch noch so unpolitischer Kochbücher aus unserem Haus von Medien wie der „Süddeutschen“, dem „Standard“ und vielen anderen bis hin zu einer Anzeige der „Grünen“ wegen angeblicher nationalsozialistischer Wiederbetätigung gegen mich, die freilich so substanzlos war, daß der zuständige Staatsanwalt nicht einmal eine Voruntersuchung eingeleitet, geschweige denn Anklage erhoben hat. Bis heute aber kann man von dieser Anzeige im Internet lesen, nach dem Motto „es wird schon was dran sein!“. Natürlich stört es die Linke am meisten, daß wir mit unseren Ratgebern, Schulbüchern und Fachmagazinen tief „in die Mitte der Gesellschaft“ hineinwirken, obwohl wir politisch nicht auf ihrer Linie sind.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich will vielmehr einen Gedanken mit Ihnen teilen. Ich bin erst Sonntag von der „rechten“ Buchmesse in Halle zurückgekehrt, die die Dresdner Buchhändlerin und Verlegerin Susanne Dagen organisiert hat und die ein voller Erfolg war. Trotz Gegendemonstrationen und Straßenblockaden war die Messe so voll, daß Besucher ohne vorab gekauftes Ticket abgewiesen werden mußten. Jede Stunde hat auf der großen Bühne in der Veranstaltungshalle jemand gesprochen und obwohl es 200 Sitzplätze gab, mußten viele stehen. Auch 400 Sitzplätze wären nicht zu viel gewesen. Dann gab es noch vier Veranstaltungsräume, in denen auch jede Stunde ein Vortrag gehalten wurde und die meist so überfüllt waren, daß viele Interessenten gar nicht mehr den Raum betreten konnten. Wir haben in zwei Tagen für fast € 8.000,00 Bücher verkauft. Ein voller Erfolg eben. Und viele Leute haben dort gesagt: „Es gibt doch Meinungsfreiheit!“, oder: „Wir leben doch in einer Demokratie! Warum protestieren die Linken dann?“

Nun, ich kann das schon verstehen und ich verstehe auch, warum gegen das Dinghofer-Symposium so kampagnisiert wird. Das Menschenbild der Linken steht dem der Rechten diametral entgegen. Nur eines von beiden kann richtig sein und das andere ist dann falsch und schädlich. Die Linke geht davon aus, daß der Mensch als unbeschriebenes Blatt, als tabula rasa, zur Welt kommt und daß daher Bindungen an Heimat, Nation, Familie, Geschlechtsidentität sowie die Prägung des einzelnen durch diese als ausschließlich negativ bewertet werden müssen, weil sie die Menschen in ihrer freien Entfaltung einschränken. Rechte gehen hingegen davon aus, daß solche Bindungen für die allermeisten Menschen notwendig sind und sich ihre Freiheit nur in diesen entfalten kann. Natürlich wird es immer Menschen geben, die sich von ihrer Heimat abwenden oder von ihrer Familie, ihrer Nation oder ihrem Geschlecht, die sich abwenden müssen, weil sie die eine oder andere Bindung bzw. Prägung nur als negativ wahrgenommen haben. Wenn wir einen freiheitlichen Staat wollen, dann muß so etwas auch möglich sein. Und darüber, über die Rahmenbedingungen kann dann auch diskutiert und demokratisch entschieden werden.

Heute aber sind wir in einer anderen Lage. Nach meiner Einschätzung sind Heimat, Nation, Familie und Geschlechtsidentität in einem Maße gefährdet, wie das noch nie der Fall war. Sie bedürfen dringend des Schutzes und der Unterstützung durch den Staat.

Fazit ist in jedem Fall: Entweder hat die Linke recht, dann sind diese Institutionen schädlich und ihre Auflösung oder zumindest Schwächung ist notwendig. Oder die Rechte hat recht, dann sind diese Institutionen für die allermeisten Menschen wichtig und nötig und müssen geschützt und verteidigt werden. Tertium non datur. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Daher dürfen wir uns über den Haß, der uns von den Linken entgegenschlägt, nicht wundern und auch nicht darüber, daß sie jedes, aber auch jedes vorhandene Mittel ergreifen werden, um uns zu bekämpfen.“

Danke für Ihre Unterstützung!
Ihr Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker

V.l.n.r.: Konrad Markward Weiß „Schriftleiter der Zeitschrift „Eckart“ und Laudator auf Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker; Abgeordneter zum Nationalrat Gerd Kaniak, Obmann des Dinghofer Instituts; emeritierter Univ.-Prof. Dr. Michael Rainer (der Hauptredner); der Biochemiker und Wissenschaftspreisträger Dr. Gunther Pendl; Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker für den Leopold Stocker Verlag und den Ares Verlag; Nationalratspräsident Walter Rosenkranz; Laudator Dr. Jürgen Kammler auf den Wissenschaftspreisträger und der Präsident des Dinghofer Instituts Nationalratsabgeordneter Dr. Martin Graf. [Bild: Parlamentsdirektion/Raphael Fasching]

 
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