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Jesus von Nazareth

Was können wir wissen?

Von Eduard Josef Huber

Bei diesem Text handelt es sich um Auszüge aus dem Buch „Die unwahrscheinliche Geschichte des Jesus von N. Was wissen wir über Evangelium und Geschichte?“ unseres Autors Eduard Josef Huber ohne Anmerkungen und Quellennachweise.

Die wahrscheinliche Geschichte

Wenn man nun den Versuch unter­nimmt, aus dem bisher Gesagten die wahrscheinliche Geschichte Jesu zu re­konstruieren, wird man vieles, was allzu unwahrscheinlich ist, beiseitelassen müs­sen: Die meisten Wunder, die Verklä­rung, die Auferstehung und die Himmelfahrt; denn all das gibt es ja in unserer all­täglichen Erfahrungswelt nicht oder doch jedenfalls so selten, daß man in einem kurzen Menschenleben ei­gentlich nicht damit rech­nen muß. Das Ergebnis ei­nes solchen (im Grunde willkürlichen) Vorgehens ist dann natürlich auch nur das Bild eines einigermaßen gewöhnlichen Lebens, kaum mehr als eine Nor­malbiographie aus dem un­ter römischer Herrschaft stehenden jüdischen Palä­stina zur Zeit der ersten Kaiser, die Geschichte des Rabbi Jesus von Nazareth. Jesus ist 7 v. Chr. in Bethle­hem geboren. Ende dieses Jahres sind seine Eltern mit ihm vor Herodes nach Ägypten geflohen. Nach dessen Tod 4 v. Chr. sind sie nach Israel zurückgekehrt und haben sich in Naza­reth niedergelassen. Bis zum Jahr 27 n. Chr., d.h. bis zum Alter von 33 Jahren, ist Jesus „der Zimmermann“ von Nazareth, und kaum etwas deutet auf seine kom­mende Berufung. Aber im Jahr 27 begibt er sich zunächst zu Johannes an den Jor­dan und läßt sich taufen, danach hält er sich vierzig Tage in der Wüste auf. Nach seiner Rückkehr zieht er als Wanderpre­diger und Wundertäter durch Galiläa und die umliegenden Gebiete und ge­winnt viele Jünger, aber auch einflußrei­che Feinde. Nach einem triumphalen Einzug in Jerusalem wird er im Jahre 30 verhaftet, vor Gericht gestellt und nach einem skandalösen Prozeß von den Rö­mern gekreuzigt. Das ist, mit groben Strichen gezeich­net, das Bild, das sich viele heutzutage von Jesus und seinem Leben machen. Hi­storisch betrachtet wäre es das Leben ei­nes der vielen Propheten in Israel, die nach zeitweiligen Erfolgen schließlich ein tragisches Ende gefunden haben. Was also spricht dagegen, daß es das und nichts weiter gewesen wäre?

Dagegen sprechen vor allem zwei Tat­sachen: erstens, daß wir seine Geschichte überhaupt so gut kennen, und zweitens, daß sein Leben so außergewöhnliche welthistorische Folgen gehabt hat. Ange­nommen, Jesus wäre der gescheiterte Prophet (oder Reformer oder Revolutio­när) gewesen, als welchen ihn seine wahrscheinliche Geschichte erscheinen läßt, so wäre am Ende folgendes heraus­gekommen: Seine Jünger, tief verstört von seinem jähen Fall, hätten versucht, die Katastrophe so schnell wie möglich zu vergessen. Sie wären mit Selbstver­ständlichkeit in ihr voriges Leben zu­rückgekehrt und hätten dort wieder Fuß gefaßt, als Fischer, Zöllner oder was sie sonst getrieben hatten. Simon „der Eife­rer“ wäre wohl wieder zu den Zeloten gegangen, und der unselige Judas hatte sich bekanntlich umgebracht. Das alles ist keine Theorie; man braucht nur den Schluß des Johannese­vangeliums zu lesen, wie sich da eine Gruppe von Jüngern am See Genezareth trifft: „Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael, der aus Galiläa war, die Söhne des Zebe­däus und zwei weitere Jünger waren bei­sammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprachen: Wir gehen mit dir; sie gingen hinaus und bestiegen das Schiff“ (Joh 21,2–3). Na also, etwas Besseres fiel ihnen halt nicht ein, und da­bei wäre es wohl auch ge­blieben, wenn Jesus nicht noch einmal eingegriffen hätte. Wahrscheinlich hät­ten sie sich sogar ein wenig geschämt, daß sie drei Jahre lang einem Menschen nach­gelaufen waren, der wo­möglich doch ein Scharlatan gewesen war. D.h. es wäre ihnen nicht viel anders ge­gangen als jenen vielen, die nach (oder schon vor) 1933 in einem gewissen Adolf Hitler den Retter Deutsch­lands gesehen hatten und nach 1945 verschämt geste­hen mußten, daß sie sich ge­waltig getäuscht hatten. Und wenn dann nach Jahren einer den Petrus oder einen seiner Gefährten auf die Sa­che mit Jesus angesprochen hätte, so dürfte er kaum eine andere Antwort bekommen haben als jene, die Petrus schon einmal gegeben hatte: „Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr re­det.“ (Mk 14,71)
Aber das ist bei weitem nicht alles; denn auch wir würden „diesen Men­schen“ nicht kennen! Bekanntlich hat er selbst nichts Schriftliches hinterlassen, und seine Jünger hätten sich unter den gegebenen Umständen sehr wohl gehü­tet, ihm Nachrufe zu widmen; sie hätten sich dadurch doch nur blamieren kön­nen. Geht man also davon aus, jene für den Rationalisten wahrscheinliche Ge­schichte entspräche der Wahrheit, läßt sich gar nicht erklären, wie sie in solcher Ausführlichkeit und Wirkmächtigkeit bis zu uns gekommen ist. Mit anderen Wor­ten: Von der wahrscheinlichen Geschich­te wüßten wir in Wahrheit so gut wie nichts. Die Geschichte Jesu wäre allen­falls eine Randnotiz der antiken Ge­schichte geblieben, und in der Fachlitera­tur würde man vielleicht die Anmerkung finden: „Ein Schüler Hillels des Alten war vermutlich auch jener Jesus von Na­zareth, der zur Regierungszeit des Tibe­rius einige Jahre für Aufsehen in Israel sorgte und von manchen für einen Pro­pheten gehalten wurde. Nach einem Volksaufruhr in Jerusalem im 18. Regie­rungsjahr des Tiberius ließ ihn der Statt­halter Pontius Pilatus hinrichten. Von seiner Lehre wissen wir nichts, da er an­scheinend nichts geschrieben hat und seine Anhänger einfache Leute, womög­lich Analphabeten waren.“ Das wär’s dann. Und sicherlich würden wir auch heute noch „ab urbe condita“ und nicht „nach Christus“ rechnen; denn welchen Grund gäbe es, nachträglich aus einem erfolglosen Aufrührer in einer römischen Provinz die Zentralgestalt der Weltge­schichte zu machen! So endet also die wahrscheinliche Geschichte Jesu in der Ausweglosigkeit der Absurdität. Die Fra­ge nach seiner wahren Geschichte stellt sich so mit desto größerer Dringlichkeit.

 

Die „wahrscheinliche“ Geschichte des Jesus von Nazareth ist kaum mehr als eine Normal-Biographie aus der römischen Provinz Palästina zur Zeit der ersten Kaiser. Von dem gescheiterten Propheten und Revolutionär Jesus wüßten wir so gut wie nichts, sein Wirken wäre allenfalls eine Randnotiz der antiken Geschichte geblieben. – Im Bild „Christus im Hause seiner Eltern“ des Präraffaeliten John Everett Millais deutet die Handverletzung, die sich der kleine Knabe in der Werkstatt seines Ziehvaters zugezogen hat, auf die Wunden der Kreuzigung hin.
Ist Christus „wahrer Gott und wahrer Mensch“, ist der Logos wirklich „Fleisch geworden“? Oder war er, wie viele Gnostiker und moderne Esoteriker annehmen, vollkommen göttlich und nur dem Scheine nach menschlich, konnte daher auch nicht leiden wie ein Mensch? – Gemälde von Matthias Grünewald
„Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Predigt ohne Sinn […] wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist Euer Glaube nichtig […]“, schrieb Paulus in einem Brief an die Korinther. – Nur eine einzige Entstehungsursache erklärt ohne Widerspruch, wie sich das Bildnis eines gekreuzigten Mannes in das Turiner Grabtuch prägen konnte …

Das Unwahrscheinliche

Faßt man die unwahrscheinliche Ge­schichte des Jesus von N. zusammen, er­gibt sich folgendes: Jesus ist nicht der Sohn Josephs, auch nicht der irgendeines anderen irdischen Vaters und kann es auch gar nicht sein, denn er ist (um einen Ausdruck Michel Henrys zu gebrauchen) „der Ur-Sohn“, der Einziggezeugte des Ewigen Vaters. Und Zeugung meint in diesem Zusammenhang doch etwas an­deres als jene Zeugung eines Menschen durch einen menschlichen Vater; denn erstens gibt auf Erden ein Vater nur ein Leben weiter, das ihm selbst nicht ge­hört, sondern nur vorübergehend (von der Zeugung bis zum Tod) verliehen ist, und zweitens ist der Sohn, vom Akt der Zeugung an vom Vater getrennt, ein an­derer, weder eins mit ihm noch ihm gleich.

Ganz anders bei Gott, der das Leben selber ist: Er gibt kein Leben weiter, das nicht ursprünglich in ihm selbst wäre, vielmehr absolutes Leben, welches sich selbst zeugt und in dieser Selbstzeugung zugleich jenen Ur-Sohn, in dem sich die­se Selbstzeugung des absoluten Lebens offenbart: „Das ‚Leben‘ zeugt sich selbst als diesen ‚Lebendigen‘, der es in seiner Selbstzeugung ist. Und deshalb ist dieser ‚Lebendige‘ der ‚Einzige‘ und der ‚Erste‘ – ‚Der da‘, wie Johannes sagt.“ Dieser „Sohn“ also, der in einem ganz anderen Sinn Sohn Gottes ist als ein Mensch der Sohn seines Vaters, bleibt immer mit sei­nem Vater eins: als der „Erst-Lebendige“ (M. Henry) in seinem untrennbaren Ver­hältnis zum absoluten „Leben“, das der Vater ist. Er bleibt also in ihm, und die Aussage Christi „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,29) ist als absolut zu verste­hen: Es ist die Bedingung seiner göttli­chen Existenz. Christus ist mit dem Vater eins in jenem absoluten Leben, das sich ewig selbst zeugt. Er bringt dies auch vollkommen klar zum Ausdruck, indem er sagt: „Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, Leben in sich selbst zu haben“ (Joh 5,26). Die Frage ist allerdings, wie er unter dieser Bedingung überhaupt aus diesem innergöttlichen Leben heraustre­ten und Mensch werden konnte. Diese Frage hat die Theologen schon früh beunruhigt und gespalten. Bereits im 2. Jahrhundert behaupteten die Doke­tisten, „Christus sei vollkommen gött­lich, seine Menschlichkeit stelle einen bloßen Schein dar. Das Leiden Christi wird damit nicht als tatsächliches Leiden verstanden.“ Auswirkungen dieser Posi­tion, die vor allem bei gnostischen Auto­ren beliebt war, zeigen sich schon im Ko­ran (wo die Wirklichkeit des Leidens Christi ebenfalls angezweifelt wird), sehr stark aber neuerdings bei den Esoteri­kern. Aber vor allem das Johannesevan­gelium läßt eine so bequeme Klärung des Problems nicht zu: Da ist der Logos wirk­lich „Fleisch geworden“; das schließt die Vorstellung, er habe nur einen Scheinleib besessen, kategorisch aus. Die Lehre, Christus sei sowohl wahrer Gott als auch wahrer Mensch, ist darum auch fester Bestandteil der gesamten orthodoxen Theologie und aller alten Glaubensbe­kenntnisse. Die Frage, wie dies möglich sei, bleibt dadurch zunächst freilich un­beantwortet.

Unter gewissen Voraussetzungen ist sie auch gar nicht zu beantworten. Be­trachtet man nämlich den Menschen em­pirisch oder rationalistisch als „animal rationale“, als ein Tier mit Verstand, so ist freilich gar nicht vorstellbar, wie der ewige Gott sich soweit hätte erniedrigen können. Michel Henry hat das klar her­ausgearbeitet:

Aber in dieser Christologie, die sich auf ei­ner zweifachen Natur Christi errichtet […], verbirgt sich meist eine andere verheerende und in Wahrheit antichristliche Vorausset­zung. Denn schließlich handelt es sich darum zu wissen, welcher Natur diese menschliche Natur ist, die sich mit einer anderen von göttlichem Wesen verbinden soll, um mit ihr das gemeinsame Wesen Christi zu bilden. Was in die Augen springt, besteht darin, da? jener Mensch, der auf geheimnisvolle Weise seine Natur mit dem göttlichen Wesen des Logos verbindet, welcher mit dem Vater gleichwesenhaft ist, der Mensch der Welt ist, der Mensch des Gemeinsinns, der Mensch des Empirismus und des Rationalismus, der Mensch als vernunftbegabtes Tier, der Mensch als integraler Bestandteil des materi­ellen Universums wie auch der transzenden­tale Mensch, der sich in der mit der Welt ge­machten Erfahrung auf diese Welt hin öffnet – kurz gesagt der Mensch, den das Christen­tum verwirft und dem es einen radikal unter­schiedenen Menschen entgegensetzt: Den „Sohn Gottes“, den „Sohn des Lebens“, den neuen transzendentalen Menschen, der seine Geburt im absolut phänomenologischen Le­ben hat, in der Selbstzeugung dieses „Le­bens“ gezeugt wird und nur in diesem sein Wesen schöpft – der Christus ähnliche Mensch, der Mensch als Bild Gottes!

Mit anderen Worten: Der Mensch in der gottmenschlichen Einheit, die uns hi­storisch als Jesus Christus entgegentritt, ist nicht jener Mensch, wie ihn der szien­tistisch eingeschränkte Blick der moder­nen Welt und Wissenschaft ins Auge faßt. Es ist vielmehr, nach christlichem Welt-und Menschenverständnis, der nach Got­tes Ebenbild geschaffene göttliche Mensch, kein animal rationale, sondern ein ens vere divinum (ein wahrhaft gött­liches Wesen), berufen, mit Gott zu sein und zu leben. Freilich nicht in dem Sinn, den der Versucher meinte, als er den er­sten Menschen versprach: „Ihr werdet sein wie Gott“, sondern in der ursprüng­lichen liebenden Einheit mit ihm, wie sie im Paradies Wirklichkeit gewesen ist.

Darum hat auch der Mensch Jesus nichts mit dem gefallenen Menschen ge­mein, seinen unbeherrschten Trieben und seinem irregeleiteten Willen. Sein Wille ist immer identisch mit dem seines  Vaters, wie er selbst unmißverständlich zum Ausdruck bringt: „Meine Speise ist es, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, um sein Werk zu voll­bringen“ (Joh 4,34). Wenn er „ein zweiter Adam“ genannt wird, so nur im Ver­gleich mit dem Adam vor dem Sünden­fall, der auch ein Sohn Gottes war, zwar geschaffen, nicht gezeugt, aber doch nur lebendig, weil das Leben Gottes in ihm war. Auch Adam, d.h. der Mensch, wie Gott ihn eigentlich wollte, war ein „Sohn des Lebens“, jenes göttlichen Lebens, das zuerst im „Ur-Sohn“ (im Logos) zu sich selbst kam und durch diesen zu allen üb­rigen Söhnen des Lebens, so daß jeder von ihnen als ein „Sohn im Sohn“ zu sich selbst, zu seiner Individualität gelangte. Sich mit diesem Menschen zu verbin­den, der ohnehin ursprünglich Sohn Got­tes war, dürfte dem Erstgezeugten, dem „Ur-Sohn“ nicht so schwergefallen sein, wie man das aus empirisch-menschlicher Sicht, d.h. vom Menschen dieser Welt aus betrachtet, annehmen möchte. Aber frei­lich bleibt es trotzdem unbegreiflich, ein göttliches Geheimnis; doch die für das Christentum fundamentale Tatsache, daß Gott Mensch geworden ist, setzt selbst­verständlich voraus, daß es für Gott möglich war. Zumindest gilt auch hier das Wort des Engels: „[…] denn bei Gott ist kein Ding unmöglich“ (LK 1,37).
Nimmt man nun aber an, daß Christus im eigentlichen Sinn der Sohn Gottes ist, so ist sein „Erdenwandel“ (wie man frü­her sagte) einerseits leicht erklärbar, and­rerseits doch kaum verständlich. Gerade­zu selbstverständlich ist dann, daß er Kranke heilen konnte, daß er Tote aufer­weckte, daß er übers Wasser des Sees Ge­nezareth ging oder einen Seesturm stillte. Es leuchtet auch ein, daß er sich einigen ausgewählten Jüngern auf dem Berg der Verklärung in seiner göttlichen Herrlich­keit zeigte, freilich nur soweit, wie deren menschliche Natur es ertragen konnte. Viel schwerer verständlich ist es, wie er dreißig Jahre lang völlig unscheinbar le­ben konnte, wie er arbeitete, als wäre er ein ganz gewöhnlicher Handwerker.

Wie man vielleicht bemerkt, kehrt sich unter der Voraussetzung seiner Gottes­sohnschaft das Bild von seinem Leben völlig um: Was unter gewöhnlichen Be­dingungen selbstverständlich wäre, wird nun geradezu zum Wunder; was wun­derbar schiene, zur schieren Selbstver­ständlichkeit. Das verwirrt heute wie da­mals; jedenfalls wundert es einen nicht, daß ihn seine Jünger sehr oft nicht verste­hen konnten und viele auch an ihm irre wurden. Die Diskrepanz zwischen sei­nem göttlichen Anspruch und seinem scheinbar ganz gewöhnlichen Menschen­leben, das er rund dreißig Jahre lang ge­führt hatte, war so groß, daß sie das Fas­sungsvermögen des üblichen Menschen­verstandes weit überstieg. Darum waren die Menschen fast zwangsläufig hin- und hergerissen zwischen begeisterter Zu­stimmung und einer Ablehnung, die sich nicht selten zu tödlichem Haß steigerte. Aber man kann aus der Entfernung von zweitausend Jahren auch ein ande­res Fazit ziehen: Es ist zwar, nach menschlichen Maßstäben, unwahr­scheinlich, daß ein Gottessohn auf Erden erscheint, wenn er aber tatsächlich er­scheint, ist es sehr wahrscheinlich, daß er Kranke heilt, Teufel austreibt, Tote er­weckt u.ä. Je nach der Voraussetzung, von der man ausgeht, erscheint also ein und dasselbe entweder als wahrschein­lich oder unwahrscheinlich, wobei die Frage offenbleibt, was denn nun eigent­lich wahr sei. Gibt es denn irgendeinen überzeugenden Beweis dafür, daß Jesus der ist, für den er sich ausgegeben hat und für den seine Gläubigen ihn nach wie vor halten? Nach der Überzeugung des Apostels Paulus gibt es dafür nur ei­nen einzigen Beweis: seine Auferstehung.

Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Predigt ohne Sinn, ohne Sinn auch euer Glaube. Dann sind wir als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir ge­gen Gott bezeugt haben, daß er Christus auf­erweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn nämlich Tote nicht auferstehen. Denn wenn Tote nicht auferstehen, so ist auch Christus nicht auferstanden. Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist euer Glaube nichtig […]. (1. Kor 15,14–17)

Nun gab es jedoch für Paulus keinen Zweifel, da ihm der Auferstandene selbst erschienen war; er zählte zudem auf, wer außer ihm den Auferstandenen gesehen hatte (1. Kor 15,5–7). Aber den Nachge­borenen, denen eine solche Gnade nicht zuteil geworden ist, fällt es naturgemäß schwerer, dasselbe zu glauben. Zwar könnten sie sich mit dem Wort Christi an Thomas trösten: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und dennoch glauben“ (Joh 20,29), aber das ist ein schwacher Trost und vermag kaum die Zweifel zu stillen, die auch in den Herzen der Gläubigen bisweilen aufkeimen. Und den Ungläu­bigen bedeutet es ohnehin nichts. Da nun aber an der Glaubwürdigkeit der Berich­te von der Auferstehung so viel, ja gera­dezu alles hängt, soll hier noch einmal auf etwas verwiesen werden, was nicht nur als Beweismittel für die Kreuzigung, sondern auch für die Auferstehung Chri­sti gelten kann: auf das Turiner Grabtuch (dessen verschlungene Geschichte schon dargestellt worden ist); denn dieses Tuch repräsentiert in den beiden völlig ver­schiedenen Bildern, die es zugleich zeigt, die beiden Aspekte von Tod und Aufer­stehung in so überzeugender Weise, daß es den, der es einmal in Turin bei der „ri­cognizione“ (wörtlich: Wiedererken­nung) gesehen hat, wohl nie mehr los­läßt.

Das eine Bild ist markant, in rotbrau­ner Farbe, von den Blutspuren gezeich­net, die teilweise, vor allem auf dem Rüc­ken, von einem hellen Serum umgeben sind. Dieses Bild läßt, nach medizini­schem Befund, keine andere Deutung zu, als daß der Leib eines Gekreuzigten in das Tuch gelegt worden ist. Das andere Bild zeigt schattenhaft Gesicht und Leib eines Mannes, und zwar merkwürdiger­weise als Fotonegativ, was zum ersten Mal 1898 durch den Fotografen Secondo Pia entdeckt worden ist. Zu seiner eige­nen Verwunderung erkannte er nämlich, daß seine Negative das Positiv des Bildes zeigten, das er aufgenommen hatte. Dies bedeutet nichts anderes, als daß das Tuch ähnlich einem Film ein Bild aufgenom­men hat, von dem man einen Abzug ma­chen muß, um die originale Ansicht wie­derzugewinnen. Da nun aber das Tuch nicht chemisch präpariert ist wie ein Film, stellt sich die Frage, was die sche­menhafte Farbveränderung hervorgeru­fen haben könnte (das Tuch weist ja kei­nerlei Farbauftrag auf). Eberhard Lind­ner, ein Professor für Chemie, hat mit seinen Experimenten festgestellt:

Nur eine einzige Entstehungsursache läßt ohne irgendeinen Widerspruch alle erkennba­ren Phänomene vereinigen: Es müßte eine energiereiche Strahlung, vergleichbar mit weicher Röntgenstrahlung oder Radioaktivi­tät, das Körperbild erzeugt haben, denn nur eine solche Strahlung zeigt eine genügende Absorption schon durch geringe Luftschich­ten, und sie dringt nicht tief in das Gewebe des Tuches (höchstens 125 Mikrometer) ein; dies konnte durch Simulationsexperimente mit einer weichen Röntgenstrahlung nachge­wiesen werden.

Aber wie könnte diese Strahlung ent­standen sein? Bekanntlich entsteht Strah­lung physikalisch durch Umwandlung von Materie in Energie. Könnte also nicht ebenso durch die Verwandlung des ma­teriellen in den verklärten Leib Christi Energie entstanden sein? Lindner stellt diese Möglichkeit in Rechnung:

Wenn vor dem Zurücksinken des Leich­nams ins „Nichts“ an seiner Oberfläche bei einer begrenzten Anzahl von Atomen nur die Kernbestandteile aus dem Dasein ver­schwunden wären, müßte dadurch eine Elek­tronen-Strahlung (entsprechend einer radio­aktiven ß-Strahlung) entstanden sein, die das Körperbild erzeugt hat.

Die geradezu wütende Reaktion eini­ger Leserbriefschreiber auf den Artikel des Professors verriet, wie sehr es den wissenschaftsgläubigen modernen Men­schen irritiert, wenn man ihm Glaubens­inhalte mittels wissenschaftlicher Argu­mentation nahezubringen versucht. Und möglicherweise hat er sogar recht, wenn er sich weigert, seinen religiösen Glau­ben auf wissenschaftlichen Gründen auf­zubauen; denn wie M. Henry immer wie­der eindringlich betont, läßt sich der christliche Glaube im Horizont der „Wahrheit der Welt“ nicht erfassen: „Das Licht, in das die Dinge gelangen, um sich in ihrer Eigenschaft als Phänomene zu zeigen, ist das Licht der Welt. Die ‚Welt‘ ist nicht die Gesamtheit aller Dinge oder Seienden, sondern der Lichthorizont, in dem die Dinge sich in ihrer Eigenschaft als Phänomene zeigen.“

Das Licht aber, das Christus ist, ist nicht von dieser Welt. Insofern kann es sich im Licht der Welt, in dem es nur Phänomene gibt, auch gar nicht als das zeigen, was es in Wahrheit ist: „Gott von Gott, Licht vom Licht […]“, wie es im Credo heißt. Dieses Licht ist offenbar nur mit den Augen des Glaubens zu sehen, wie Christus in jener grandiosen Szene nach der Heilung des Blindgeborenen den Pharisäern gegenüber klargestellt hat:

Jesus sagte: Zum Gericht bin ich in die Welt gekommen, damit die, welche nicht se­hen, sehen, und die, welche sehen, blind wer­den. Das hörten einige Pharisäer, die bei ihm waren, und sagten: Sind wir vielleicht auch blind? Jesus erwiderte ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde. Nun aber sprecht ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde. (Joh 9,39–41)

Die Parallelen zwischen dem Koran und der sogenannten „kritischen Theologie“ eines Rudolf Bultmann (Bild) sind verblüffend. Für Bultmann war Jesu Tod sogar „ein sinnloses Schicksal“.

Die Alternative

Es versteht sich von selbst, daß niemand gezwungen ist oder gezwungen werden kann, das anzunehmen, was Christus von sich selbst behauptet hat, nämlich, daß er der Sohn Gottes sei. Aber es ist aufschlußreich, zu untersuchen, was sich ergibt, wenn man diese Annahme ver­weigert. Und dafür gibt es durch die Ge­schichte hindurch viele Beispiele, ange­fangen vom arianischen Streit des 4. Jahr­hunderts bis zum Streit um den Theologen Gerd Lüdemann in den Jahren 1995/96. Es ist hier nicht der Ort, die gan­ze lange Geschichte dieses Streits zu re­kapitulieren, doch sollen zwei Beispiele herausgestellt werden, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun zu haben scheinen, nämlich Mohammed und Bult­mann.

Im Koran finden sich Stellen wie diese:

Gott sprach: O Jesus, Sohn Marias, hast du den Menschen gesagt: nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Gott? Er erwiderte: Preis dir, es steht mir zu sagen nicht zu, was mir nicht Wahrheit ist. Hätte ich dies gesagt, du wüßtest es bereits. Du weißt, was in meiner Seele; wahrlich, du bist Wisser der Geheimnisse. Nichts sagte ich ih­nen als das, was du mich beauftragtest: die­net Gott, meinem Herr und eurem Herrn. (5. Sure, Vers 116-117)

Da wird deutlich, daß Mohammed Je­sus zwar als Propheten anerkennt, nicht aber als Gott. Er glaubt auch nicht daran, Jesus könnte sich selbst als Gott verstan­den haben, vielmehr nimmt er an, dies sei eine Erfindung der Jünger oder über­haupt der Christen, wobei er insofern übers Ziel hinausschießt, daß er behaup­tet, die Christen hielten Jesus und Maria als „zwei Götter neben Gott“.

Über Bultmanns Position liest man:

Hinsichtlich der Verkündigung Jesu möch­te R.Bultmann von prophetischem Bewußt­sein, ja von einem Vollmachtsbewußtsein Je­su sprechen, aus dem heraus er die eschatolo­gische Botschaft von der hereinbrechenden Gottesherrschaft, aber auch den einladenden und fordernden Willen Gottes verkündete. – Daß wir nicht wissen können, wie Jesus sein Ende, seinen Tod verstanden hat, bezeichnet R. Bultmann als „die größte Verlegenheit für den Versuch, ein Charakterbild Jesu zu re­konstruieren“.

Die Parallelen zwischen dem Koran und der sog. kritischen Theologie sind verblüffend: Hier wie da wird Jesus nur ein „prophetisches Bewußtsein“, allen­falls noch ein „Vollmachtsbewußtsein“ zugebilligt, aber keineswegs ein Bewußt­sein der Gottessohnschaft. Dieses soll ihm erst nachträglich von der Christen­heit untergeschoben worden sein (daß die kritische Theologie dies als Theorie vom kerygmatischen Christus formuliert, än­dert nichts an ihrem ur­sprünglichen Vorurteil). Merkwürdig ist, daß Bult­mann voraussetzt, Jesus habe nicht einmal eine kla­re Vorstellung von seinem Tod gehabt; er geht sogar so weit, zu behaupten, er habe nicht mit seiner Hin­richtung durch die Römer rechnen können: „Schwer­lich kann diese Hinrich­tung als die innerlich notwendige Konse­quenz seines Wirkens verstanden wer­den; sie geschah vielmehr auf Grund ei­nes Mißverständnisses seines Wirkens als eines politischen. Sie wäre denn – hi­storisch gesprochen – ein sinnloses Schicksal. Ob und wie Jesus einen Sinn in ihm gefunden hat, können wir nicht wis­sen.“ Da erleidet also der Prophet auch noch „ein sinnloses Schicksal“, und man kann nicht einmal wissen, ob er selbst ei­nen Sinn darin gefunden hat.

Das alles mag konsequent gedacht sein, enthüllt aber gerade in seiner Kon­sequenz die Unhaltbarkeit der Prämisse, daß der „historische Jesus“ nur ein Mensch gewesen sei, ein außergewöhnli­cher zwar, aber doch gewöhnlich in dem Sinn, daß er sein Schicksal nicht in der Hand hatte und letztlich auch gar nicht verstand. Verglichen mit dieser „kriti­schen“ Position zieht sich Mohammed recht elegant aus der Affäre, indem er an­nimmt, Jesus sei gar nicht wirklich am Kreuz gestorben, sondern zu Gott ent­rückt worden:

Und ob ihres Sagens: wahrlich, wir haben den Messias, den Sohn Marias, den Gesand­ten Gottes, getötet. Jedoch nicht getötet haben sie ihn und nicht gekreuzigt, nur ähnlich schien er ihnen. Aber wahrlich, die darüber streiten, sind darin in einem Zweifel; sie ha­ben hiervon keine Kenntnis und folgen einer vorgefaßten Meinung. Wirklich aber haben sie ihn nicht getötet, vielmehr hat Gott ihn zu sich erhoben; denn Gott ist stark und Allwei­se. (4. Sure, Vers 156)

Für einen, der nichts von islamischer Theologie weiß, ist schwer erkennbar, weshalb Mohammed den Propheten Je­sus, den er als einen Vorgänger annimmt, nicht für wirklich gestorben hält. Mögli­cherweise ist er hier dem Einfluß des Do­ketismus erlegen, einer im Orient ver­breiteten Lehre, daß Jesus als der Logos auf Erden nur einen Scheinleib besessen habe. Wenn man davon ausgeht, ergibt sich zwangsläufig, daß Jesus auch nicht wirklich sterben konnte. Seltsam ist im­merhin, daß sich auch im Jesusbild der modernen Esoteriker ähnliche Vorstel­lungen wiederfinden.

Allen Annahmen, Jesus sei zwar ein Prophet und möglicherweise sogar der Messias gewesen, ist eines gemeinsam: daß sie in seinem Tod keinen rechten Sinn finden können. Zwar sind andere Propheten auch eines gewaltsamen To­des gestorben, aber sie haben sich, bis hin zu Johannes dem Täufer, immer nur als Vorläufer begriffen. Wenn nun aber der, dessen Vorläufer sie waren und der in der Fülle der Zeit erschienen war, sozu­sagen aufgrund eines politischen Miß­verständnisses umkam, welchen Sinn hätte das? Und wenn er der Messias war, der das Reich seines Vaters David wie­deraufrichten sollte, dann hätte er mit seinem jämmerlichen Tod am Kreuz völ­lig versagt.

Zugegeben, die Annahme, daß er, ob­wohl Gottes Sohn, am Kreuz gestorben sei, ist im Grunde noch unbegreiflicher; denn nach antiker und fast allgemeiner Vorstellung ist ein Gott unsterblich. Aber schon der Herakles-Mythos und der My­thos von Isis und Osiris hatten ja ange­deutet, daß ein Halbgott oder selbst ein Gott sterben könne. Und in den griechi­schen Mysterienkulten war die Idee von Tod und Auferstehung eines Gottes be­reits vorgebildet. Nicht zuletzt darin dürfte der eigentliche Grund liegen, wes­halb sich die Griechen und Orientalen (Ägypter, Syrer, Babylonier) soviel eher zum Christentum bekehren ließen als die meisten Juden. Eines bleibt festzuhalten: Man mag die Gottessohnschaft Christi leugnen, so entschieden man immer kann, so entgeht man doch nicht der Fra­ge, was dann dieses Leben und diese Lehre eigentlich sollte. Mohammed kann darauf wenigstens noch eine plausible Antwort geben: daß jener „Jesus, der Sohn Marias“ die vorletzte Stufe der Of­fenbarung Gottes an die Menschen war?

Wir ließen Jesus, den Sohn Marias, auf ih­ren Spuren folgen, zur Bestätigung dessen, was von der Thora vorhanden war. Wir ga­ben ihm das Evangelium, darin eine Rechtlei­tung ist und ein Licht und eine Bestätigung dessen, was von der Thora vorhanden war […] Dir aber haben wir das Buch geoffenbart in Wahrheit, zur Bestätigung dessen, was schon in der Schrift vorhanden ist, und dar­über Wächter zu sein. (5. Sure, Vers 50–52)

Hier erscheint auf der Stufenleiter Mo­ses/Jesus/Mohammed Jesus als die mitt­lere Stufe und das Evangelium zwischen Thora und Koran als „eine Rechtleitung“ der Gläubigen.
Soviel Ehre wird Christus und dem Evangelium bei modernen Theologen nicht immer zuteil. Wenn da z.B. ein Prof. Lüdemann verkündet, „daß die Bibel Menschenwort und Jesus ganz Mensch und Sünder war, also auch nicht von den Toten auferstehen konnte“, so müßte er, zumindest im Hinblick auf die ersten beiden Behauptungen, selbst für Musli­me als Gotteslästerer gelten. Die Vorstellung Bultmanns, daß „an die Stelle der historischen Person Jesu […] die mythische Gestalt des Gottes- Sohnes getreten“ sei, käme da der Vor­stellung Mohammeds schon näher; denn dieser glaubt ja auch, Jesus sei erst nach­träglich von den Christen zum Sohn Got­tes gemacht worden. Aber während der Prophet aus Mekka es dann konsequen­terweise ablehnt, diesen Propheten aus Galiläa als Gott zu verehren, verlangen moderne Theologen wie Rudolf Bult­mann oder Ernst Käsemann, der Gläubi­ge habe in der „mythischen Gestalt des Gottes-Sohnes“, im „kerygmatischen Christus“ den Herrn zu verehren: „Nicht der historische Jesus, sondern Jesus Chri­stus, der Gepredigte, ist der Herr.“ Man erkennt unschwer, welche theologische Akrobatik nötig ist, um diesen Spagat nachzuvollziehen. Mißtraut man den Worten Jesu und möchte dennoch etwas von seiner Bot­schaft retten, ist man genötigt, seinen Jüngern bzw. „der Gemeinde“ darin zu folgen, daß sie an einen geglaubt haben, der in Wirklichkeit, nämlich als histori­sche Gestalt, selbstverständlich gar nicht der war, für den er nachträglich gehalten wurde oder für den er sich möglicher­weise sogar selber hielt. Hier erfährt of­fenbar das alte „credo quia absurdum“ (ich glaube, weil es widersinnig ist) eine Neuauflage: Man soll glauben, was ande­re verkündet haben, obwohl sich (mit Hilfe der „historisch-kritischen Metho­de“) beweisen läßt, daß es nicht authen­tisch ist! Wenn man über diese seltsame theologische Botschaft nachdenkt, be­greift man erst so richtig jenes wahrhaft prophetische Wort Jesu: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Klugen ver­borgen, Einfältigen aber geoffenbart hast“ (Lk 10,21).

 
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