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Naturschutz ist eine der zentralen Fragen unserer Tage, auch wenn der politische Alltag noch nicht in gebührendem Ausmaß davon geprägt ist. In ihm laufen notwendigerweise viele Fäden zusammen, weil Menschen ohne Natur nicht zu denken sind. In Zeiten der totalen Entgrenzung und Entwurzelung bedarf es kluger Antworten, die sich im Diskurs zwischen den Antipoden „global“ und „national“ bewegen.
Zunächst drängt sich eine terminologische Klärung auf: Die Begriffe Naturschutz und Umweltschutz sind nicht notwendigerweise synonym, da mit „Umwelt“ mehr umfaßt ist als alleine die Natur, also das Nicht-Menschliche. Die Umwelt schließt sehr wohl die Menschen mit ein und fragt oft auch nach sozialen Belangen. Die Umwelt als etwas, das „um einen/etwas herum“ existiert oder stattfindet, kann schwerlich gleichbedeutend sein mit der Natur, die zwar vom Menschen beeinflußt ist, jedoch keine sozial konnotierte Frage erhebt wie: „Lärmschutzwände ja oder nein?“ Lärmschutzwände an Autobahnen mögen für in der Nähe befindliche Bewohner Relevanz haben, die Natur an sich hat davon aber nichts Positives. Sie wird in diesen und in anderen Fällen noch weiter entstellt, also negativ beeinflußt. Mit anderen Worten geht es beim Umweltschutz, dem sich vor allem die in Österreich politisch schwer getroffenen Grünen verschrieben haben, weniger um die Argumentation von der Seite der Natur her, sondern stärker um den Standpunkt des Menschen bzw. um das Predigen eines allgemein (menschlich und natürlich) verträglichen Lebensstils, insbesondere im urbanen Gebiet.
Die Politisierung von Natur und Kultur, die von politisch linker Seite betrieben wird, offenbart zeitgleich aber das Ausbleiben derselben auf heutiger rechter Seite. Dabei zeigt die Geschichte des Umweltschutzes allein, daß der Wind aus konservativ-rechter Richtung wehte, was auch nicht verwundert, da die Zuneigung zu Volk und Land jene zur Natur als Heimaterde impliziert. Die Natur prägt den Menschen, und ein Leben in möglichem Einklang mit ihr bildet den Grundstock für die kulturellen Ausdrucksformen eines Volkes. Die politische Linke dagegen, die seit jeher an sozialen Fragen, sprich der Veränderlichkeit von gesellschaftlich-wirtschaftlichen Zusammenhängen, interessiert war und für das Ewige und Ruhende nichts übrig hatte (und hat), müßte auf diesem Felde eigentlich deplaziert sein. Doch weit gefehlt: Ihr gelang es, den sogenannten Umweltschutz politisch zu vereinnahmen. In politischen Debatten werden den Grünen von Journalisten Rosen gestreut, sie hätten den Umweltschutz in breite Kreise der Bevölkerung getragen. Das ist allerdings sehr schmeichelhaft und eine historisch schlecht fundierte Position, im Prinzip also eine Gefälligkeit gegenüber der linksliberalen Schickeria in Grün.
Der Begriff der „Ökologie“ wurde nämlich vom großen deutschen Naturforscher und überzeugten Darwinisten Ernst Haeckel geprägt, der im 19. Jahrhundert wirkte. In dieser Zeit ermöglichten zahlreiche technische Erneuerungen die umwälzende Industrialisierung, was eine vielfältige, antimoderne Gegenbewegung Fuß fassen ließ, die zudem von der Romantik beeinflußt wurde. Die Grundüberlegung bzw. Diagnose war eine wahrzunehmende Disharmonie zwischen Mensch und Umwelt. Durch die Industrialisierung und menschliche Zivilisation würden beide Entitäten degenerieren. Der eigentliche Beginn der Naturschutzbewegung in Deutschland war die Gründung des „Bundes Heimatschutz“ durch Ernst Rudorff im Jahre 1904. Diese antikapitalistische Bewegung trat für die Wahrung bzw. Wiederherstellung traditioneller Gesellschafts- und Wirtschaftsverhältnisse vom Brauchtum bis zum klein strukturierten Handwerk ein. Parallel dazu entstand die Lebensreformbewegung, die sich in einer FKK-Kultur ebenso ausprägte wie im Vegetarismus. Also durchwegs Elemente, die bis in die heutige Zeit weiterwirken. Der Ansatz war ein holistischer, da Mensch, Kultur, Land und Tier miteinbezogen wurden.
Nach 1945 war die Anschlußfähigkeit des Heimatschutzes oder der Lebensreformbewegung gering, da man in den Nationalsozialismus eingemündet hatte. Zwar schafften es Einzelne wie Herbert Gruhl, Baldur Springmann oder August Haußleiter, heimatschützende Ideen bei den neuentstandenen Grünen zu kanalisieren, jedoch hatten sie dort einen schweren Stand. Waren die Grünen in den 1980er Jahren anfangs personell und ideologisch heterogen, wurde innerhalb weniger Jahre damit Schluß gemacht. Sehr bald setzten sich u.a. kommunistische Gruppen durch, denen die Natur oder gar die Heimat kein Anliegen war. Das Endprodukt bilden (Ex-)Politiker wie Eva Glawischnig, die opportunistisch von Windrädern und „Green Jobs“ schwärmen, im wesentlichen aber – neben Xenophilie und Quoten aller Art – mit ihrem Haß gegen rechts Politik betreiben (Glawischnig arbeitet seit ihrem Ausscheiden aus der Politik übrigens in der Glücksspielindustrie).
Das ist die eine Seite ihrer „Umweltpolitik“. Die andere ist ihr globalistischer Eifer, die Welt zu retten: „Wir wissen, welche Hoffnungen auf uns projiziert werden. Daß wir diesen Planeten unseren Kindern in einem besseren Zustand übergeben werden, als wir ihn vorgefunden haben“, sagte Cem Özdemir, ehemaliger Bundesvorsitzender der deutschen Grünen. Doch wer sprichwörtlich alle retten will, rettet niemanden. Heimatschutz kann nur dort entstehen und eine Größe sein, wo sich Menschen finden, denen ihre gemeinsame Heimat am Herzen liegt. Es ist kein Wunder, daß Länder, die innerlich zerrüttet sind, keinen starken Naturschutz aufweisen. Dann nämlich sind Partikularinteressen wie die pure Ausbeutung für den eigenen Vorteil die logische Folge. Heimatschutz ist also nicht zufällig ein nationales Unternehmen und weist nicht zufällig die besprochenen konservativ-rechten Wurzeln auf. In einem globalen Maßstab kann in der Thematik ferner nur dann gedacht werden, wenn sich möglichst viele Nationen finden, die ihre jeweiligen natürlichen Gegebenheiten schätzen und zu schützen gedenken. Ansonsten handelt es sich um politische Tagträumerei rund um die Ideologie einer angeblich vereinten Welt, die so schlicht nicht existiert. Somit ist auch auf diesem Gebiet der vielfach totgesagte Nationalstaat das probateste Mittel zur Bewahrung heimatlicher Erde.
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Wenn nun aber politisch einschlägige Organisationen und Parteien zur vorgeblichen Menschheits- und Umweltrettung antreten, wird in Wahrheit jede Diskussion aufgrund unüberwindlicher ideologischer Hürden ad absurdum geführt. Wer zum Beispiel aus einem humanitaristischen Impetus heraus jegliche Debatte über die (sich weiter verschärfende) Überbevölkerung der Erde als „menschenfeindlich“, „rassistisch“, „eugenisch“ brandmarkt, kann redlich nicht die Eine Welt in wirtschaftlicher und ethnischer Hinsicht predigen, da sie massive Auswirkungen auf die Natur zeitigt. Außer, es ist bei diesen Gruppen mit dem Naturschutz nicht weit her.
Da die größte demographische Wachstumszone auf der Welt Afrika ist, müssen die potentiellen Auswirkungen auf die Natur, nicht nur in Afrika, sondern gewiß auch durch die aktuelle und wohl noch stark zunehmende (illegale) Zuwanderung am europäischen Kontinent ausgeleuchtet werden. Dort wie da geht es um Ressourcen, um Öl, Wasser und andere wichtige Rohstoffe, vor allem für die mobile und vernetzte moderne Welt. Doch diese sind allesamt endlich und auf der Erde nicht überall im gleichen Ausmaß zu finden bzw. abzubauen. In Anbetracht der relativen Zunahme an Wohlstand in der Dritten Welt ist es möglich geworden, daß etwa Westafrikaner aus Ghana oder Nigeria nicht nur vermehrt einen westlichen Lebensstil pflegen können, sondern auch die erforderlichen Mittel zur Auswanderung in die EU aufbringen können1. Das bedeutet erhöhten Ressourcenverbrauch in den afrikanischen Ländern und – bei gelungener Auswanderung in die EU – aufgrund des noch höheren Lebensstandards einen steigenden Bedarf an Öl, Wasser, Strom etc. sowie eine Zunahme des jetzt schon nicht mehr zu bewältigenden Müllaufkommens, die gnadenlose Verbauung und Bodenversiegelung und dergleichen mehr. Bekannt ist weiters, daß gerade die konsumistischen Realitäten des kapitalistischen Westens besonders anziehend sind für Einwanderer aus aller Welt. Wer nun den Weg in den Westen geschafft hat, will am Konsum vollends partizipieren. Dieser energiegeladene Strom schleudert die wenigen abtrünnigen Schiffe konsumkritischer, alternativer Bürger mit Leichtigkeit hinfort.
Solche Betrachtungen werden von Linken mit Argwohn beäugt, schimmert für sie doch hier der „Ökofaschismus“ durch – ein beliebtes, einschlägiges Wort zur Denunziation nichtlinker, wiewohl richtiger Überlegungen. Ihr Faible für die Zweite und Dritte Welt läßt sie immer wieder in den typischen antiweißen Rassismus verfallen, der besagt, daß die Weißen die Welt ausplünderten und die Ärmsten zwar in der Zahl mehr seien, jedoch weniger Ressourcen verbrauchten. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Sie sehen nicht, daß potentiell jedes Land der Erde ein Ziel für kapitalistische Interessen ist oder sein könnte. Mit der Idee „Wohlstand durch Wachstum“, dem globalistischen Exportschlager, wurden schon einige asiatische Länder verwestlicht, und mit wachsendem „Wohlstand“ steigen auch jeweils der Ressourcenhunger und die Naturzerstörung. Südostasiatische Länder mit dem Vorreiter China2 bilden denn auch laut WWF Deutschland den Schwerpunkt, wenn es um in die Gewässer abgesonderten Plastikmüll geht3. Durch eine mangelnde Sammlung und Wiederverwertung von Plastikabfällen werden Flüsse und in der Folge auch die Meere mit dem Rohölprodukt zugemüllt, was nicht nur eine ästhetische Frage darstellt, sondern die Meeresbewohner oftmals qualvoll verenden läßt. Mikropartikel, die bei dem langsamen Abbauprozeß von Plastik in die Futterkette der Tiere gelangen (z.B. von Fischen), finden so den Weg über die Nahrung zurück zum Menschen. Die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus können noch gar nicht richtig abgeschätzt werden. Jährlich werden 78 Millionen Tonnen Plastikverpackungen verbraucht, wovon satte 32 Prozent unkontrolliert in die Natur gelangen4. Nun verhält es sich nicht so, daß in der Nordsee vor Deutschland kein Müll schwämme, jedoch befinden sich die großen Sünder eben außerhalb Europas. Das ist nicht nur ein argumentatives Mittel gegen plumpe antiweiße oder antieuropäische Agitation, sondern auch realpolitisch relevant. Weil die europäischen Staaten aufgrund des Preisdrucks deindustrialisiert werden, wird in fernen Gefilden produziert, wo es allerdings mit diversen Aspekten des Naturschutzes – nicht nur dem Recycling –Probleme gibt (Stichwort: Filteranlagen bei Produktionsbetrieben).
Gegenüber einer solchen Betrachtungsweise ist es weitaus einfacher und angenehmer, politisches Kleingeld zu machen und statt dessen in einem identitätspolitischen Furor auf jene einzuschlagen, die derartige Ansichten ventilieren. Dabei es ist nicht nur die oben genannte Überbevölkerung, die tabuisiert wird (insbesondere ihre Eindämmung), was aus pseudo-humanistischer Perspektive zumindest noch nachvollziehbar wäre, sondern der Bereich des Naturschutzes insgesamt, wenn er denn in den Geruch von „rechts“ kommt. Die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung subsumiert die einschlägigen Kategorisierungen „Ökologie von rechts“ und „Grüne Braune“ vorsorglich unter der Rubrik „Rechtsextremismus“5. Es besteht schlicht kein Interesse an inhaltlicher Zusammenarbeit im Sinne der Natur, sondern es herrscht einzig der blindwütige „Kampf gegen rechts“. Politologen wie Gudrun Heinrich sprechen in dem Zusammenhang von „brauner Ökologie“6. Heinrich stellte gegenüber dem „Deutschlandfunk“ am 17. Jänner 2017 nachdrücklich fest, daß umweltbewußte Rechte – man glaubt es kaum – im „Bereich der biologischen Landwirtschaft“ oder „in ganz normalen Vereinen“ tätig seien. Es sei bedenklich, daß „unsere Freunde, Leute von nebenan, die wir eigentlich total sympathisch finden und in vielen Dingen mit ihnen übereinstimmen, dann doch an der einen oder anderen Stelle ein Gedankengut vertreten, was deutlich problematisch ist“. Und die Politikwissenschaftlerin hat auch ein Erkennungsmerkmal herausdestilliert, um Rechte zu identifizieren: „In der Argumentation merken wir aber auch schon, dass es ganz andere Begrifflichkeiten sind als andere, die im Natur- und Umweltschutz engagiert sind, verwenden würden. Da würde es nicht um das deutsche Volk gehen beispielsweise.“ Man rettet also die Welt, aber nicht Deutschland.

Es läge nunmehr an der Rechten, dem politischen Kontrahenten in Sachen Naturschutz den Spiegel vorzuhalten. Heutige Linke spüren keine volklichen Bande, sie sind international und multikulturell ausgerichtet. Die Auseinandersetzung ist auch hier, wie generell in unseren Tagen, zwischen national und global angesiedelt. Die Rechte braucht auch auf diesem für sie eigentlich so wichtigen, jedoch sträflich vernachlässigten und der Linken überlassenen Thema dringend Geländegewinne. Diese wird man jedoch durch Ideen wie jene des österreichischen Verkehrsministers Nobert Hofer (FPÖ), dem von sogenannten Umweltaktivisten attestiert wird, in Sachen Naturschutz „radikaler als die meisten Grünen“ zu sein7, abschnittsweise Tempo 140 auf Autobahnen zu fahren, nicht erzielen können, da damit der Lärm und die Verschmutzung ansteigen würden. In der Diskussion tritt erwartungsgemäß parteipolitisch zu erklärende Heuchelei zutage, wenn ausgerechnet grüne Politiker gegen Hofers Vorstoß, Elektroautos im Straßenverkehr zu bevorzugen, aus schwer nachvollziehbaren Gründen zu Felde ziehen. Jahrelang wurden alternative Fortbewegungsmittel propagiert, wurden – wie könnte es anders sein – Verbote, Mautgebühren für den Stadtverkehr etc. vorgeschlagen, um nun über Details streiten zu wollen, ob denn z.B. die Öffnung der Busspuren für E-Fahrzeuge den Verkehr zum Erliegen brächte oder nicht.
Allerdings sind beim Elektroauto auch ernsthafte Fragen offen. Da wäre einmal die Herstellung der Batterien, die viel Energie benötigt; in der Folge die Wiederverwertbarkeit derselben, die trotz erfolgter Markteinführung der elektrisch betriebenen Autos noch in den Kinderschuhen steckt. Dann die Möglichkeit einer flächendeckenden Lademöglichkeit aus rein „nachhaltigem“ Strom (auch bei einer starken Zunahme an Fahrzeugen). Drittens das grundsätzliche Problem, daß die Tendenz der Elektroautos bereits in Richtung steigenden Gewichts weist, was für die Natur keinen Nutzen bringt. Experten8 sagen, die Wagen müßten leichter, kleiner und für kürzere Strecken ausgerichtet werden. Dem aber laufe die Prahlerei mit einer großen Reichweite, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit zuwider. Zuletzt das Faktum, daß – abhängig von der Größe der Batterien etc. – E-Autos mehrere zehntausend Kilometer fahren müssen, um die herkömmlichen Fahrzeuge an oft zitierter Nachhaltigkeit überhaupt zu übertrumpfen. Bei ihrer Herstellung belasten Elektroautos die Umwelt deutlich stärker als gewöhnliche Kfz. Wohin die Forschung mittelfristig auch führen wird, um eines dürfte der moderne Mensch nicht umhinkommen: den für ihn schmerzlichen Verzicht auf Annehmlichkeiten und Luxus.
Im Bereich der Mobilität müssen trotzdem Veränderungen herbeigeführt werden. Nicht zuletzt auf Österreichs Autobahnen findet durch den transnationalen Transport Tag für Tag eine Verschmutzung der Natur statt; sie sind überfüllt mit ausländischen Lastwägen aus EU- und Nicht-EU-Staaten. Irrsinnige Transitrouten über den halben oder ganzen Globus sind auch aus Gründen der endlichen Ressourcen absolut wahnhaft und irrational, alleine, wenn an das maßgebliche Öl gedacht wird. Die Welt wird durch Öl angetrieben; die Alternativen sind zumeist keine, häufig werden die fossilen Energieaufwände, die z.B. die Herstellung von Windrädern oder Photovoltaikanlagen benötigt, nicht bedacht. Doch gehen die Öl-Fördermengen bereits zurück, der Bedarf wird dennoch weiter steigen. Ein weiterer negativer Nebeneffekt der ölbetriebenen internationalen Warenverschiebung sind invasive Pflanzen oder fremde Tierarten, die in beachtlicher Zahl eingeschleppt werden und zunehmend das hiesige Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. Im August 2017 hieß es z.B. auf ORF.at, daß in der österreichischen Stadt Tulln sowie in Korneuburg und Klosterneuburg ein massives Eschensterben vor sich gehe. In einem beliebten Naherholungsgebiet in Tulln müsse jede der 2200 Eschen gefällt werden, das sei jeder zweite Baum. Schuld trage ein aus Asien eingeschleppter Pilz, der die Baumkronen auslichte und in der Folge auch die Wurzeln angreife. Derartige Berichte gibt es seit Jahren über ganz Österreich verstreut, und eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Die Schuld daran tragen der Kapitalismus, die Gier des einzelnen und die Globalisierung. Dagegen haben linke Umweltpolitiker nichts einzuwenden, weil sie andernfalls fürchten müßten, plötzlich als Abtrünnige zu gelten, die gegen „Europa“ stünden. Grüne haben schlichtweg andere Prioritäten als die Natur, die sie beizeiten betonen, wenn es opportun erscheint.
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Die Rechte, sei sie verkörpert durch FPÖ oder partiell ÖVP, zeigt aber ebenfalls keine großen Anstrengungen, dem Naturschutz den Vorrang zu geben. Das Primat haben bei den aktuellen Konservativen oder Rechten die Wirtschaftsliberalen, wie sich ja auch in der Zuwanderungsdebatte zeigt. Einen faktischen Zuwanderungsstop gibt es in Österreich nämlich nach wie vor nicht, sei es, weil EU-Recht dagegensteht, oder weil Wirtschaftsvertreter, auch aus der Wirtschaftskammer oder der Industriellenvereinigung, ohne Unterlaß intervenieren9.
Glaubhafter Naturschutz wird unter diesen Vorzeichen ebensowenig zu realisieren sein, was eine thematische Flanke offenläßt, in die nach wie vor andere Gruppen hineinstoßen. Die Frage ist auch, ob und in welchem Ausmaß eine Rechte und ihre Vertreter willens sind, eine antimoderne Haltung einzunehmen, die durch Maßhalten und Verzicht geprägt ist. Es braucht eine andere Geisteshaltung, die mit den Goldenen Kälbern kurzen Prozeß macht. Und die Goldenen Kälber sind nun wirklich keine zierlichen, sondern widerspenstige, bockige Tiere: Der schrankenlose Handel als Beispiel kann nur durch eine stärkere regionale bzw. nationale Rückbindung, also: Produktion und Konsum aus heimischer Fertigung, eingedämmt werden. Aber nicht nur das, es wird auch um Verzicht gehen: Der Fleischkonsum etwa hat sich in Österreich innerhalb weniger Jahrzehnte fast verdoppelt, der Eierverbrauch stieg sogar noch stärker an. Zugleich sank der Verzehr von Getreide hierzulande erheblich. Bekanntermaßen benötigt die Fleischproduktion viel Wasser und große Futtermengen.
Als nachhaltige Alternative für die Eiweißzufuhr wird deshalb immer häufiger Insektenverzehr angepriesen, einerseits als Futtermittel für Tiere, andererseits aber auch als Ernährungsmöglichkeit für den Menschen, wie Wolfgang Dvorak-Stocker in der Neuen Ordnung 2/18 schrieb. Insekten zu essen, ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig und für viele gar ekelhaft; somit wäre zumindest eine Reduktion des Fleischkonsums als sinnvolle Maßnahme zu deklarieren und auf die Agenda zu setzen.
Wenn die Zukunft noch einigermaßen politisch gestaltbar ist, sollte sich die Rechte nicht mit jenen Kräften aufhalten, die die verfahrene Situation zu verantworten haben. Gerade von linker Seite ist ohnehin keine Kollaboration in der Sache zu erwarten, zu wichtig ist der Linken die Polarisierung gegen rechts als konstitutives Selbstbild. Der Naturschutz kann nur in einen gesamtgesellschaftlichen Wandel eingebettet funktionieren. Globalisierung und Technisierung sind Widerstreiter des Naturschutzes. Auf Seiten der Konservativen und Rechten finden sich, wie oben gezeigt, historisch ausreichend Anknüpfungspunkte im eigenen Lager für ein nachhaltiges, politisch umzusetzendes Naturschutzprogramm. Doch müssen sich ÖVP und FPÖ zu einer ideologischen und realpolitischen Richtungsentscheidung durchringen. Derzeit stehen die Zeichen insgesamt nicht auf eine Abkehr vom Status quo, der in Sachen Naturschutz eine typisch österreichische Lösung darstellt: Wirtschaft und Gesellschaft die Möglichkeiten zu geben, in die Umwelt einzugreifen, dabei jedoch auf diese Rücksicht zu nehmen und Maß zu halten.
Die ÖVP-FPÖ-Koalition tendierte zuletzt aber stärker in die wirtschaftsliberale Richtung, was sich im Versuch äußerte, „Wirtschaft“ als Staatsziel in der Verfassung zu verankern, wofür am Ende aber die Mehrheitsbeschaffer fehlten10. Laut Aussage der mitverhandelnden liberalen NEOS war in der ersten Formulierung der Regierung überhaupt kein Bezug zur Natur gegeben, dann fand sich immerhin das Wort „nachhaltig“. Ein Bekenntnis zum Naturschutz sieht in der Tat anders aus. Wie lange soll der allgegenwärtigen Akkumulation von Gewinnen um jeden Preis noch der Vorrang eingeräumt werden? Eine echte Wenderegierung muß auf allen Ebenen inhaltliche Kontrapunkte setzen und sollte nicht vor dem Schutz der Natur und damit der Heimat haltmachen.
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Denn diese ist nicht nur schützens-, sondern auch bewundernswert. In der Natur spiegelt sich das ewig Schöne und Absolute. Die Gattungsmalerei des 19. Jahrhunderts oder das Besingen der heimatlichen Umgebung sind Ausdruck dessen. Man vergleiche dazu die Versuche heutiger Regierungen, dem Klimawandel u.a. mit riesigen, metallenen Ungetümen zu begegnen. Die Rede ist von den Windrädern, die Berg und Tal in Beschlag nehmen. Unvorstellbar, daß diese Vorlagen für Landschaftsmalerei böten, Ansichtskarten oder Briefmarken zierten. Was also sollen unsere Kinder einmal essen, in welcher Umgebung sollen sie aufwachsen und: Was soll im 21. Jahrhundert das Schöne symbolisieren, wo doch im postmodernen Zeitalter der Relativismus alles erstickt? Wenn keine Debatte über das Schöne geführt wird, darf der Stellenwert der Natur nicht verwundern.
2 de.statista.com/infografik/14944/jaehrliche-plastikverschmutzung-im-meer-pro-land/
4 www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/
5 www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/211923/
6 www.deutschlandfunk.de/nazis-in-der-umwelt-szene-der-naturschutzgedanke-ist-ein.697.de.html
7 diepresse.com/home/wirtschaft/economist/4992173/Norbert-Hofer-der-verhinderte-Gruene
8 www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Wie-umweltfreundlich-sind-Elektroautos,emobilitaet266.html
9 kurier.at/politik/inland/abschiebung-von-lehrlingen-uneinigkeit-in-wirtschaftskammer/400085549
10 www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/staatsziel-wirtschaft-in-der-verfassung-vorerst-abgesagt-45899830