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Sieferle und die deutsche Frage

Rolf Peter Sieferle bedient sich bei seinen politischen Analysen der Hegelschen Dialektik. Dessen Optimismus liegt ihm jedoch fern. Eine glückliche Zukunft ergibt sich für ihn aus dem Zusammenprall der Ideologien nicht.

Von Univ.-Prof. Paul Gottfried


Unlängst bekam ich von einem unbekannten Spender ein Exemplar der scharfsinnigen, weitblickenden Analyse der Moderne des ehemals an der Universität St. Gallen lehrenden Zeithistorikers Rolf Peter Sieferle (1949–2016). Der mittlerweile verstorbene Verfasser betitelte sein 1994 erschienenes und 2017 neu aufgelegtes Werk „Epochenwechsel. Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert“. Als Leistung eines schwermütigen Tiefdenkers, der 2016 den Freitod wählte, überschneidet sich diese Arbeit mit meinem eigenen Forschungsgebiet, das mit dem gleichen Erschrecken den Marsch der politischen Ideologien durch unsere politischen und kulturellen Institutionen bearbeitet. Sieferle zielt auf die seit der Französischen Revolution entstandenen politischen und ideologischen Strömungen und beleuchtet die „verschlungenen Pfade“, auf denen sie gegeneinanderprallten und vorübergehend ineinandergriffen.

Dem Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel entlehnt Sieferle das Denkmuster und geht in seinem Großessay daran, für seine Leser „das Schlachtfeld der Geschichte“ zu entwirren. In seinen „Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte“ versucht Hegel, die tragischen und widersprüchlichen Aspekte des sich offenbarenden Weltgeistes herauszustellen. Konflikte und Kriegshandlungen werden als dialektische Mittel gedeutet, durch die der Endzweck des irdischen Geschehens zu erreichen sei. Letztendlich münde der verschlungene, vom Weltgeist gesteuerte Geschichtsablauf in eine Staats- und Gesellschaftsordnung, die die Freiheit des Einzelnen, das Gemeinwohl eines selbstbewußten Volkes und die Bewahrung überkommener zwischenmenschlicher Beziehungsformen in einer Synthese aufgehen läßt. Hegel favorisiert eine konservative konstitutionelle Monarchie, eine seiner Epoche gemäße, preußische Regierungsart, die protestantisch geprägt ist. Er beschreibt die Vorstufen dieses Endpunkts als langgezogene, konfliktreiche Entwicklung, die in seiner eigenen Gegenwart gipfele und von Beginn an auf sein Zeitalter und dessen Zivilisation hinausweise.
Obwohl Sieferle Hegels dialektische Sichtweise zweckmäßig einsetzt, liegt ihm der Optimismus seines Gewährsmannes fern. Wo Hegel seinen Lesern einen gottgewollten Weltplan präsentiert, verlagert Sieferle den Akzent auf den Zusammenstoß der Ideologien, an dessen Ende keine glückliche Zukunft steht. Sieferle wertet den Konservatismus im engeren Sinne als eine seit Mitte des 19. Jahrhunderts ausgereizte Triebkraft. Aufgrund seiner Grundlage in einer von Adligen beherrschten Agrargesellschaft und seiner Verteidigung einer angestammten Rangordnung konnte ein genuin konservatives Lager dem Aufstieg der industriellen Wirtschaft und der Verstädterung der Bevölkerung kaum standhalten.

 

Gemeinsamkeiten von Sozialisten und Nationalisten

Sieferle besteht – meines Erachtens zu Recht – auf der Forderung, ideenpolitische Bezeichnungen in historisch begrenzten Zusammenhängen anzusiedeln. „Liberal“ und „konservativ“ sind gewiß keine beliebigen Schlagworte, über deren Auslegung Mainstream-Journalisten bestimmen sollten. Sie beziehen sich auf Gegenüberstellungen, denen eine fortdauernde Bedeutung anhaftet. Daher scheint es höchst problematisch, wenn nicht unredlich, längst verstaubte politische Standortbezeichnungen sinnentstellend zu gebrauchen, etwa indem Angela Merkel und ihre Jasager sich als „Konservative“ ausgeben, während sie für „Menschenrechte“ und mehr Einwanderung werben. Was bitte hat die derzeitige deutsche Regierungschefin mit Konservativen des 19. Jahrhunderts, etwa den für eine ständische Ordnung eintretenden preußisch-altkonservativen Gebrüdern Gerlach, gemeinsam? Und was verbindet die sich selbst als liberal verstehenden Großbürger des deutschen Kaiserreichs und diejenigen des Wiener Kulturlebens im ausgehenden 19. Jahrhundert mit den heutigen umtriebigen LGBT-Aktivisten, die sich ebenso nachdrücklich als „Liberale“ bezeichnen? Konstruierte Kontinuitäten erwecken den falschen Eindruck, daß es eine traditionsbasierte ideenpolitische Landschaft gäbe, während die betreffenden Termini in Wahrheit in einer grundverschiedenen historischen Situation geprägt wurden.
Sieferle konzentriert sich auf drei Orientierungen, die während des Verschwindens des echten Konservatismus auftraten: Liberalismus, Sozialismus und Nationalismus. Sie alle betraten mit einem angemessenen Programm die historische Bühne und zogen die entsprechenden Parteigänger an. Die Sozialisten marxistischer Herkunft traten als Vorboten einer durch die Arbeiterschaft anzustoßenden Weltrevolution an; die Nationalisten stemmten sich im Namen ihrer Völker den Internationalisten oder Antinationalen entgegen. Das wohlhabende Bürgertum indes erhob das Individuum zum geistigen und sittlichen Mittelpunkt der Welt und fieberte einem ihm wesensgleichen Weltbürgertum entgegen. Nationalisten und Sozialisten verbanden sowohl eine kämpferische Haltung als auch ein wetteifernder Aufruf zur Gruppensolidarität. Obwohl die Sozialisten auf einen historischen Endpunkt hinarbeiteten, an dem sich der Nationalismus einer Weltgemeinschaft der befreiten Arbeiter beugen würde, fühlten sie sich veranlaßt, kurz- und mittelfristig eine streitbare Frontstellung aufzubauen. Eine weitere Gemeinsamkeit bestand darin, daß Sozialisten wie Nationalisten das liberale Bürgertum unter Beschuß nahmen.
Aus dieser Gemeinsamkeit, so Sieferle, ergab sich die Möglichkeit, Grundelemente der beiden widerstreitenden Ideologien zu verschmelzen, ein Verfahren, das auf die Idee einer Konservativen Revolution und letztlich auf Faschismus, Nationalsozialismus und postkoloniale Diktaturen hinauslief. Die Sozialisten und Nationalisten, so Sieferle, verdrängten den echten Konservatismus und stehen zueinander – wenn auch verfeindet – in einer deutlichen Wechselbeziehung. Sieferle hätte erwähnen sollen, daß es auch bei den Liberalen im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer vergleichbaren Verschmelzung kam, als diese ihre weltbürgerliche Haltung zugunsten des Nationalismus ablegten. Das geschah nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in England und anderen westlichen Ländern. ung, die Sieferle nennt, heißt „demokratischer Kapitalismus“ und folgt der Ausdehnung der amerikanischen Hegemonie in Europa. Dieser heutige weltanschauliche Spitzenreiter vereint einen ausufernden Kapitalismus, der keine Staatsgrenzen anerkennt, mit dem Plan einer demokratischen Weltrevolution, der mit der Französischen Revolution seinen Anfang nahm. Hinter dieser progressiven Ideologie steht die Wucht der amerikanischen Vormachtstellung, deren Vertreter nach dem Zweiten Weltkrieg den besiegten Deutschen ihre Vision einimpften. Sieferle beleuchtet Deutschlands Schwäche gegenüber dieser amerikanischen Einflußnahme, und wie sie mit dem Sonderweg der Deutschen als einer schuldhaften, sich selbst verachtenden Nation Hand in Hand ging.
Schon im 19. Jahrhundert übernahmen die Deutschen nur unter Vorbehalt prowestliche Ansichten. Und als sie versuchten, sich fremde Konzepte anzueignen, zum Beispiel eine ansatzweise kapitalistische Wirtschaft, brachten deutsche Zeitkritiker zwiespältige oder abfällige Urteile über die aus dem Westen importierten Neuerungen zum Ausdruck. Von deutschen Sozialisten bis hin zu Deutschnationalen wurde die schädliche Wirkung des „Manchestertums“ auf die zusammenstehende deutsche Gemeinschaft beklagt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der totalen Niederlage der Deutschen standen die Sieger Schlange, um die Deutschen insgesamt umzuformen und ihnen jedwede positive nationale Identität zu entziehen. Es wurde ein tiefgreifendes Gesellschaftsexperiment durchgeführt, das bei den Unterlegenen eine verstiegene Art der Selbstentfremdung verursachte, die noch nicht verflogen ist.

Der „demokratische Kapitalismus“ bedeutet die Ausdehnung der amerikanischen Hegemonie in Europa. Er verbindet einen ausufernden Kapitalismus, der keine Staatsgrenzen mehr anerkennt, mit dem Plan einer demokratischen Weltrevolution, der mit der Französischen Revolution seinen Anfang nahm.

Die abartigen Ziele der Deutschen

Nach Sieferles Auffassung spielen die heutigen Deutschen zwei abartige Rollen: als schuldhafte Nation, die ihre unauslöschlichen Sünden nie gänzlich abgelten kann, und als eine auf die Spitze getriebene Kreuzritter-Nation in heiligem Auftrag, die im Zeichen der Vielfalt nicht nur ihre eigene Identität fast klaglos aufgibt, sondern entschlossen ist, auch den übrigen Westen von seiner weltbürgerlichen Mission zu überzeugen. Die Gelegenheit zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Restnationen nach dem Zusammenbruch des Sowjetreichs wurde seitens der deutschen Politik und Publizistik von überschwenglichen oder sentimentalen universalistischen Ergüssen begleitet. Maßgebliche deutsche Persönlichkeiten sorgten dafür, daß ihr Land ihrer postnationalen Gesinnung treu blieb. Diese schuldhafte Nation hat die vermeintliche Aufgabe, für eine Vergangenheit, die zwangsläufig in das Dritte Reich gemündet habe, bis in alle Ewigkeit Abbitte zu leisten. Zu diesem fortwährenden Sühneritus gehören die Öffnung der deutschen Grenzen und die Aufnahme von Millionen Muslimen und verschiedener Afrikaner, deren Ansiedlung in Deutschland die deutsche Substanz zum Entzücken der in- und ausländischen Journalisten und Politiker weiter zermürbt.
Neben seiner Erörterung dieser deutschen Misere, die seinen Freitod im vorletzten Jahr sicher mitbedingt hat, greift Sieferle in seinem Buch auch andere anregende oder bedenkliche Themen auf. Er nennt die gähnende Kluft zwischen vernunftorientierten Reformplänen und einer trieborientierten Zukunftsvision in einer ausführlichen Besprechung der widersprüchlichen Strömungen der antibürgerlichen, postnationalen Linken beim Namen. Sieferle sieht keine Möglichkeit, wie eine auf Hedonismus und individuelle Beliebigkeit abonnierte Linke mit einer streng geregelten, „wissenschaftsbasierten“ Gesellschaftsordnung zu vereinbaren wäre. Trotz des langjährigen Widerstreits konkurrierender linker Ausrichtungen, den Sieferle auf das 19. Jahrhundert zurückführt, ist er der Ansicht, daß die Spaltung der Linken mit dem Triumph eines Kults der sexuellen Enthemmung ihr Ende finde. Mit dem Zusammenbruch des Sowjetkommunismus, der schwindenden Glaubwürdigkeit des orthodoxen Marxismus und dem Siegeszug der westlichen Konsumgesellschaft werde die vernunftorientierte Linke durch ihre gegen jedwede Zurückhaltung angehende Konkurrenz überlagert. Die Frankfurter Schule oder eine Spielart ihres triebhaften Radikalismus lassen grüßen!
Es bleibt jedoch offen, ob diese von Marcuse und Adorno beseelte Linke jetzt triumphieren wird. Dagegen ist zu halten, daß staatlich-pädagogische Erzwinger der politischen Korrektheit und – in Deutschland – des zugespitzten Antinationalismus drohend darüber wachen, daß es zu keiner Entladung all der verpönten Gefühle der autochthonen, weißen und christlichen Bevölkerung kommt. Diese Tugendwächter hängen der einzigartig schuldhaften deutschen Nation einen Maulkorb um und stellen alle abweichlerischen Äußerungen unter Strafe. Die Entscheidung darüber, wer seine Gefühle kundtun darf, wird den Behörden, den Medien und dem Bildungssystem anheimgestellt. Staatlich geschützten Minderheiten steht es hingegen frei, ihre Wut an anderen Unterprivilegierten abzureagieren. Überdies werden die Ausschreitungen verhätschelter Minderheiten oft nachsichtig behandelt. Diese Doppelmoral bedeutet andererseits, daß die vorherrschende Linke dem deutschen Durchschnittsbürger keineswegs einen Freibrief ausstellt, seinen Impulsen und Empfindungen freien Lauf zu lassen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß Sieferle, der sehnlich auf eine preußisch-streng geordnete Gemeinschaftlichkeit zurückblickt, die Maßlosigkeit der Gegenwartskultur bedauert. Bei alledem weist er aus meiner Sicht nicht ausreichend nach, daß eine siegreiche Linke eine hedonistische, seelisch entgrenzte Lebensweise für jeden beliebigen Staatsbürger befördert.

 

Die Globalisierung zerstört den Wohlfahrtsstaat

Sieferle stellt auch den Widerspruch zwischen einem nationalstaatlich fundierten Wirtschafts- und Staatsprinzip und dem unaufhaltsamen Drang nach Globalisierung heraus. Dieser Teil seines Großessays, der die meisten seiner Argumente miteinander verknüpft, bildet das Herzstück seiner klugen Betrachtungen. Noch einmal in Hegels Fußstapfen tretend, behandelt er den im 19. Jahrhundert aufkommenden und bis Mitte des letzten Jahrhunderts gedeihenden Nationalstaat mit Wohlwollen. Ohne Hegels Worte zu bemühen, würdigt er diese Staatsform als Höhepunkt der menschlichen Gemeinschaft. Dieser verortenden geschichtlichen Form seien die Staatbürger jedoch immer mehr entrückt, als sie dem Druck der Globalisierung ausgesetzt wurden. Im Spannungsfeld zwischen Nationalstaatlichkeit und einer nicht mehr schleichenden, sondern galoppie

Die europäischen Nationalstaaten mit ihren geschichtlichen Wurzeln und ihren Stammesbezügen lassen sich nicht auf eine bloße Fürsorgeinstitution für die unteren gesellschaftlichen Schichten reduzieren. Sieferles Staatsbegriff ist jedoch aus Thomas Hobbes‘ „Leviathan“ abgeleitet und hat mit organischen Beziehungen und Vaterlandsliebe nichts zu tun. – Alte Hessische Volkstracht
Der liberalen Staatsform des 19. Jahr hunderts lag eine gegliederte Gesellschaft zugrunde, die nicht auf bloßer Individualität beruhte. Das Recht des einzelnen war ein Kampfbegriff, mit dem das emporstrebende Bürgertum die Macht errang. Die meisten Altliberalen wollten das Stimmrecht von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Bürger abhängigmachen. – Schusterlehrling in Wien um 1900.

Machtgier und Herrschsucht

Eine Schmittsche Thematik, die Sieferle in seine Zeitanalyse einbindet, ist die Herausstellung der „Kraftzentren“, um die ausgeprägten Gegensätzlichkeiten verschiedener Zeitepochen zu kennzeichnen. Schmitt folgend, verweist Sieferle auf die überragende Bedeutung der Wirtschaft im Kontext der Spätmoderne. Wie in früheren Epochen Religion und Politik das Zentrum darstellten, um das herum sich die damaligen Freund-Feind-Verhältnisse verdichteten, brachte das 20. Jahrhundert Auseinandersetzungen hervor, die sich um die Produktivkräfte und ihre Verwendung drehten. Die Eigentümer der Schwerindustrie und die Finanzmogule standen in einem dialektischen Verhältnis zur Arbeiterschaft, und aus dieser Gegensätzlichkeit entsprang eine die Epoche prägende politische Lage, in und -bewegungen einander gegenüberstanden.
Die Nachfolge dieses epochenübergreifenden Gegensatzes trat ein neuer Konflikt an, der um die Technik und ihren angemessenen Gebrauch kreist. Wie im vorangegangenen Zeitalter kämpfen die Streitenden um materielle Angelegenheiten. Jedoch ufern diese Streitthemen derart aus, daß nach Sieferle und Schmitt die Politik die Feindschaft in ihrer höchsten Intensität abfedern und versachlichen muß. Im Streit zwischen den Verfechtern der Kernenergie und jenen der Solarenergie geht es um weitaus mehr als eine Meinungsverschiedenheit über technische Lösungsmöglichkeiten einer Energiekrise. Auf beiden Seiten entflammt „unter anderer Flagge“ ein politischer Kampf, in dem die technische Problemlage als Vorwand dient, um weiterreichende Konflikte auszufechten.
In seiner Darlegung der wechselnden Gegensätze, die den Verlauf der neueren Geschichte kennzeichnen, greift Sieferle auf Schmitts Betonung der in der menschlichen Natur angelegten Streitlust zurück. Ebenso wie Carl Schmitt und Thomas Hobbes kann Sieferle die von ihm thematisierten Konfliktherde nicht gänzlich begreifen, ohne die Triebkraft der Streit- und Herrschsucht zu berücksichtigen: „Bei der Technikkontrolle handelt es sich um einen erhofften Machtzuwachs. Hinter den Debatten um die Technik stehen somit Machtpositionen und Machtansprüche.“ Wie in anderen gravierenden Auseinandersetzungen wird der markierte Feind verteufelt und manchmal entmenschlicht, wenn es dazu kommt, den Widerstreit zu „ideologisieren und konfessionalisieren“. Diese Dämonisierung des Gegners erklärt sich aus dem Umfang des um sich greifenden politischen Gegensatzes: „Der Feind wird im Extremfall zum bösen, häßlichen, lügnerischen und verbrecherischen Unmenschen. Zwischen einer solchen fundamentalen Gegnerschaft kann es ebensowenig Kompromisse geben wie zwischen Leben und Tod.“


Das Ende des Nationalstaates

Daraus ergeben sich Fragen über die determinierende Wirkung des Machtstrebens. In welchem Maße lassen sich die von Sieferle geschilderten Konflikte auf Machtansprüche zurückführen? Steht man vielmehr einem verschlungenen Geflecht tiefer liegender Motive gegenüber, unter denen die Herrschsucht nur eines von vielen darstellt? Und kann man die generationenübergreifende Beschäftigung mit biblischen Urbildern und Überlieferungen, die Sieferle im letzten Drittel seines Werkes berührt, ausschließlich mit dem Bezug auf Machtansprüche erklären? Die Machtgier allein wird keine ausreichende Antwort geben, wenn man darauf abzielt, die Übertragung einer endzeitlichen Denkweise auf die Umweltkrise zu erklären. Ebensowenig reichte eine derartige analytische Verengung der Feindschaft auf Machtfragen aus, um die nationalsozialistische Verfolgung von Juden und Slawen oder den Haß der antifaschistischen Rabauken auf den deutschen Normalbürger zu begreifen.
Den für mich fesselndsten Teil von Sieferles Großessay stellt seine Zerlegung der „nachbürgerlichen“ demokratischen Staatsform dar, die (nebenbei erwähnt) von den Amerikanern vorexerziert wurde. Am Rande möchte ich anmerken, daß mein Hauptwerk „After Liberalism“ (Princeton University Press, 1999) dieselbe Thematik behandelt, nämlich wie das derzeit vorherrschende demokratische Modell sich durchgesetzt und ältere Staatsformen und politische Organisationsprinzipien verdrängt hat. Wohlbegründet ist Sieferles Feststellung, daß die drei von ihm behandelten Staatsformen – Ständestaat, liberal-bürgerlicher Verfassungsbegriff und die „demokratische“ Verwaltungsregierung – gedanklich und geschichtlich voneinander zu trennen sind. Die Staatsform, von der die späteren ausgingen und zunehmend abwichen, war der aus dem Mittelalter überkommene Ständestaat, der erbliche Vorrechte geltendmachte und keineswegs die politische Gleichberechtigung aller Landesbewohner verbürgte. Die „Emanzipation“ von dieser lange überdauernden Staatsordnung stieß einen Prozeß an, der sich bis in die Spätmoderne beschleunigt fortgesetzt hat. Der Emanzipationsdrang kennzeichnete die den Ständestaat ablösende Verfassungsordnung, die im 19. Jahrhundert in um sich griff. Diese Neuordnung ermöglichte es, daß der gebildete Bürgerstand politisch den Fuß in die Tür bekam. Doch damit ebbte das Ringen um die Macht nicht ab. Die noch kaltgestellte Arbeiterschaft strebte nach Mitspracherecht und obendrein einer für sie vorteilhaften Einkommensumverteilung.
Für Sieferle bereitete nicht einmal die Einführung einer liberal- oder sozialdemokratischen Staatsform mit einem entsprechenden Bildungssystem der politischen Dialektik ein Ende. Eine spätere Generation von Demokraten bediente sich weiterführender Maßnahmen, um staatlich Protegierten und bisher Benachteiligten ausgleichende Sonderrechte zuteilwerden zu lassen. Dies war ein folgerichtiger Ausfluß des Emanzipationsprozesses, der der demokratischen Gleichheit verschrieben ist und sie immer weitertreibt. Zur Korrektur vergangener und noch nicht behobener Ungleichheit kommt die nachbürgerlich-demokratische Verwaltung ihrer Pflicht nach, indem sie planmäßig kollektiv-staatliche Vertretungen in Diensten und Ämtern proportional zum Anteil jeder Minderheit an der Gesamtbevölkerung besetzt. Dieses Muster „tritt zunächst in Gestalt der polemischen Forderung einer Interessengruppe auf: nach Begünstigung von Frauen bei der Besetzung bestimmter (natürlich höherer) Funktionsstellen gemäß ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung.“
Im Gegensatz zur abgehängten bürgerlichen Denkart verwirft die nachbürgerliche Demokratie „das Prinzip der liberal-individualistischen Repräsentation“ und scheint zu einem älteren, ständischen Prinzip zurückzukehren. Sie stellt „Unterscheidungsdimensionen“ wie ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Präferenz, Rasse und so weiter in den Vordergrund. Nach Sieferle liegt jedoch ein Grundunterschied darin, daß „die moderne Minorität im Unterschied zum traditionellen Stand nicht das Individuum in allen selediglich im Hinblick auf ein bestimmtes, isoliertes Merkmal.“ Und das ist insofern die Crux an der Sache, als man mit einer einzigen Verfügung nicht jeder um Vorteile konkurrierenden Gruppe entgegenkommen kann: „Ein Individuum kann neben der erwünschten Eigenschaft, etwa eine Frau zu sein, auch die unerwünschte Eigenschaft haben, kein Muslim, kein Behinderter oder kein Rentner zu sein.“
Es gilt zu beachten, daß Sieferles Analyse des Bestrebens der nachbürgerlichen Herrscher, einer ganzen Menge erwünschter Eigenschaften zu genügen, gewisse ideologische Voraussetzungen ausläßt. Bei Inkraftsetzung einer minderheitenbevorzugenden „Affirmative-action“-Sozialpolitik ist es weniger das Ziel, etliche Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen, als eine vorgegebene gesellschaftliche Transformation voranzutreiben. Durch die Begünstigung der vermeintlich benachteiligten Minoritäten soll die Vision einer vielfältigen Gesellschaft befördert werden. Wahrscheinlich werden die bunten Vertreter der Absicht dienen, dem Publikum die Staatsideologie einzuschärfen. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, daß der liberalen Staatsform des 19. Jahrhunderts eine gegliederte Gesellschaft zugrunde lag, die nicht bloß auf der Individualität beruhte. Das Recht des Einzelnen war ein Kampfbegriff, mit dem das emporstrebende Bürgertum gegen die Dominanz der geschlossenen Stände, ererbten Vorrechte und Zunftprivilegien die Macht errang. Die meisten Altliberalen waren gewohnheitsmäßig gegen die Ausdehnung des Wahlrechts auf Frauen und Sozialhilfeempfänger eingestellt und begrüßten die Option, das Stimmrecht auf die Inhaber eines gewissen Vermögens, die entsprechende Steuern zahlten, zu beschränken.
Sieferle stellt das Aufkommen der nachbürgerlichen demokratischen Verwaltungsregierung in den Zusammenhang der Wirtschaftsglobalisierung und des politischen Universalismus. Diese drei geschichtlichen Entwicklungen laufen zeitlich parallel ab und sind öfters miteinander verwoben. Da eine globalisierte Wirtschaft mit weltweit austauschbaren Arbeitskräften den Rahmen des Sozialstaates mit seinem Ausschlußprinzip sprengt und etwa einen Berliner Straßenkehrer mit Freuden durch einen billigeren Inder ersetzen würde, wird die Fähigkeit der Nationalstaaten, für ein soziales Netz und militärische Widerstandskraft zu sorgen, schließlich ein unheilvolles Ende finden. Den staatlichen Behörden wird es um so schwerer fallen, die notwendigen Steuern einzuziehen, als sie sich bemühen, hereinströmende Menschenmassen zu kontrollieren und unterzubringen. Die Grenzen werden sich auflösen, wenn die staatlichen Stellen weder die Mittel noch das Durchhaltevermögen aufbringen können, Asylbewerber und Wanderarbeiter auszusperren. Der Nationalstaat als Erweiterung der bürgerlichen Gemeinschaft mit ihren Fürsorgeeinrichtungen für Angehörige wird jetzt abgelöst und in einem sich stetig erweiternden Netz der weit auseinandergezogenen Absatzmärkte und Dienstleistungen aufgehen.
Den westlichen Eliten ist nur minimal bewußt, daß zwischen ihrem humanitären Universalismus und ihren ökologischen Sorgen ein krasser Widerspruch besteht. Mit der Öffnung der nationalstaatlichen Grenzen in einer humanitär-universalistischen Politiklandschaft werden sich Massen aus der Dritten Welt in die Wohlstandsländer aufmachen, ein Reigen, der in Westeuropa und Nordamerika längst eröffnet ist. In „liberaldemokratischen“ Gesellschaften beziehen die Neuankömmlinge geschenkte staatliche Leistungen sowie professionelle und unprofessionelle Arbeitsplätze auf Kosten der einheimischen Arbeiterschaft, die sie preislich unterbieten können. Natürlich entspricht dieser stete Zuzug von Fremden der multikulturellen Herrschaftsideologie der nachbürgerlichen Staats- und Bildungsordnung sowie ihrer publizistischen Priesterschaft, aber für den überforderten Nationalstaat bedeutet er die reinste Verheerung.
In einer kraftvollen Zusammenfassung unterstreicht Sieferle die Ironie eines verfehlten Universalismus, der stufenweise zu der „harten Ordnung des Behemoth, dem Sieg der Stärksten, Skrupellosesten und Durchsetzungsfähigsten, die den Schwachen nur insofern Schutz gewähren, als sie sich in ihren Interessenzonen befinden“, führt. Des weiteren: „Der vollendete humanitär-ökonomische Universalismus hätte sich dann als Mittel zur Durchsetzung seines extremen Gegenteils erwiesen: des segmentären Partikularismus. Am Ende stünde nicht die vollendete Menschheitsunmittelbarkeit des atomisierten Individuums, sondern der Klientelverband disziplinierter Abhängiger innerhalb neuer dezentraler Machtstrukturen.“
Obwohl Sieferle mit seiner Behemoth-Metapher eine zersetzte Gesellschaft mit bruchstückhaften Ordnungszentren abbildet, die zur Förderung eines Minimalfriedens zur Gewalt greifen müssen, könnte es sein, daß er das Ausmaß des vorhergesagten Zusammenbruchs untertreibt. Statt von mafiaähnlichen Banden beschützt zu werden, könnte die autochthone Bevölkerung vielerorts derart mit antifaschistischen, multikulturellen Grundsätzen durchdrungen sein, daß sie nicht mehr die Kraft aufzubieten vermag, einer muslimischen oder beliebig antichristlichen Herrschaft standzuhalten. Die staatlich betriebene Gehirnwäsche dürfte weiterwirken, auch wenn das zusammengestürzte Staatsgefüge nicht mehr in der Lage ist, die Glücklosen mit der alten Leier ruhigzustellen. In Deutschland besteht die Möglichkeit, daß die propagierte Willkommenskultur immerwährend nachhallen wird, auch wenn die einströmenden Fremden allerorts die reinste Hölle mit sich bringen. Nicht alle Westeuropäer sind so klug wie die Österreicher, die eine multikulturalistische Regierung abgewählt haben. Einen solchen Weitblick lassen ihre deutschen Vettern bei weitem nicht erkennen, deren Regierung nicht einmal eine Obergrenze für Migranten festsetzen will. Es spricht Bände, daß Sieferles maximale Hoffnung für die Nachfolgeordnung eines zerfallenen Nationalstaats ein Notbehelf aus Verbrecherbanden und eingenisteten, nach Stammeszugehörigkeit geordneten Einwanderern ist. Es ist nicht undenkbar, daß die Agonie des überforderten Nationalstaates in etlichen westlichen Ländern noch schlimmer ausfallen könnte.

Den westlichen Eliten ist kaum bewußt, daß zwischen ihrem humanitären Universalismus und ihren ökologischen Sorgen ein krasser Widerspruch besteht. Sieferle prognostiziert, daß diese Ideologie letztlich zur Durchsetzung ihres extremen Gegenteils führen wird: dem Sieg der Stärksten, Skrupellosesten und Durchsetzungsfähigsten, die den Schwachen nur insofern Schutz gewähren, als sie sich in ihren Interessenszonen befinden. Doch steht zu befürchten, daß Sieferle die Folgen des Zusammenbruchs der nationalstaatlichen Gewalten letztlich unterschätzt. Nur die klugen Österreicher haben es bisher vermocht, ihre multikulturalistische Regierung abzuwählen.

Sieferles Verhältnis zur deutschen Identität ist zwiespältig, gegen die Völkerwanderung aus der Dritten Welt führt er vor allem ökologische Gründe ins Treffen. Dennoch zeigt er im letzten Teil seines Werkes die Vorzüge einer stammesverwandten Gemeinschaft auf und hält fest, daß der Konflikt zwischen Universalismus und Nationalismus nicht in dem Sinne gelöst werden kann, daß eine der beiden Seiten einen vollständigen Sieg davonträgt. – Ostfriesische Tracht

Sieferles gespaltenes Verhältnis zur deutschen Identität

Sieferles zwiespältiges und schmerzhaftes Verhältnis zu einer ausdrücklich deutschen Identität dürfte den Neugierigen mit Fragen zurücklassen. Einerseits kehrt Sieferle einen (angeblichen) Bezug des deutschen Nationalismus zum Dritten Reich hervor und rät seinen deutschen Mitbürgern ernsthaft (zumindest scheint es so) von jeder Rückkehr zu einer deutschnationalen Gesinnung ab. Darüber hinaus versucht er, den Blick seiner Landsleute auf das gleiche Los der benachbarten Industriegesellschaften zu lenken, um ihre Problemlage so in einen postnationalen Zusammenhang zu stellen. Zum Beweis erbringt er seinen von Schmitt entlehnten Begriff des Nationalstaates, dessen Stifter Volksgruppen und ihre Gemeinsamkeiten benutzt hätten, um die staatspolitische Einheit zu erwirken. Die Nationalstaatlichkeit bedeute nicht in erster Linie eine Volksgemeinschaft, sondern die Konstruktion einer Staatsform, die eine Nationalität beiläufig miteinschließe.
Zuallerletzt ist erwähnenswert, daß sich der Verfasser seiner Berufsbezeichnung nach als umweltbewußter Zeithistoriker ausgewiesen hat. Insgesamt sei Deutschland als „einzelnes Territorium“ weniger erhaltenswert als eine schon überlastete Naturwelt. Während Sieferle vielfache Gründe aufführt, um eine Völkerwanderung aus der Dritten Welt zu beanstanden, sind die möglichen ökologischen Auswirkungen dieser dem Anschein nach alternativlosen demographischen Verschiebung am dringlichsten. Man könne Gesellschaften, wenn auch notdürftig, stabilisieren; schwerer sei es, zig Millionen ressourcenverschwendender Migranten aus Asien und Afrika zu integrieren, ohne die Belastbarkeit der Umwelt unwiderruflich zu überstrapazieren. Ohnehin verhielten sich die Zugezogenen weniger naturschonend als die eingeborenen Europäer. Zu berücksichtigen sei nicht nur die Unzahl der Kulturfremden, sondern auch, daß die Einwanderer eher als die Autochthonen dazu neigten, an der europäischen Umwelt Raubbau zu betreiben. Es versteht sich, daß sie in ihren Ursprungsländern nicht mit der üppigen Ausstattung der Wohlstandszonen versehen waren und nicht über die gleichen Gelegenheiten verfügten, die Natur zu verpesten.
Merkwürdigerweise läßt der deutsche Nationalismus den Verfasser nicht los. Er geistert durch sein Denken und tritt mehrmals in Erscheinung. Nachdem Sieferle das Thema aufs Abstellgleis verschoben hat, begibt er sich im letzten Teil seines Werkes zu ihm zurück. Sieferle untersucht die Moral im Verhältnis zur familiären Verbundenheit und der Bereitwilligkeit der Angehörigen einer familien- und stammesverwandten Gemeinschaft, einander zu beschützen und zu ernähren. Er nennt seinen Denkansatz zu Sittenfragen „Relativismus“. Damit bezweckt er nicht, die Moralität herabzuwürdigen, sondern sie von den aufgeblähten Ansprüchen des humanitären Universalismus loszulösen: „Der Partikularismus [im Gegensatz zum ethischen Universalismus] ist Ausdruck von Partikularinteressen und konkreter ‚Betroffenheit‘, folgt dem üblichen De-facto-Kriterium der Nähe und hat auf den ersten Blick den Vorzug größerer Realitätsgerechtigkeit.“
Obwohl Sieferle dem Unterfangen, den angesprochenen Sittlichkeitsbegriff „zu einem realitätsgerechten politisch-ideologischen Programm auszubauen“, skeptisch gegenübersteht, rührt seine Skepsis von seiner Betrachtung eines globalisierten Weltmarkts sowie „der planetarisch-humanitaristischen Gerechtigkeit“ der emporstrebenden Elitenschichten her. Er weist darauf hin, daß im Konflikt „zwischen Universalismus und Nationalismus“ die Gegensätze nicht in dem Sinne, daß „eine der beiden Seiten einen vollständigen Sieg davonträgt“, „aufgelöst werden können“. Trotzdem sind die neuen Nationalisten, auch wenn sie „die minderqualifizierten Massenarbeiter und Angehörigen der Unterklasse“ sind, Träger eines greifbaren Interesses, das sich von dem von der Linken verkündeten „humanitären Universalismus“ und „unproblematischen Fortschrittsprozeß“ absetzt.
Ohne darüber zu mutmaßen, welche Seite der gegenwärtigen Dialektik Sieferle bevorzugen würde (meiner Vermutung nach würden ihm beide Seiten gleichermaßen mißfallen), bleibt offen, warum er von seiner eigenen Nation so wenig hielt. Vielleicht hatte er keine Hoffnung mehr, daß die Deutschen sich zusammenreißen könnten, um mit der Einwanderungsflut fertigzuwerden. Als dies unterblieb und die Deutschen blindlings auf ihrem Irrweg beharrten, wie Sieferle in seinem Abgesang „Finis Germania“ unterstrichen hat, wurde er zerrüttet und – wie seine letzten Schriften bezeugen – angesichts der Verirrung seines Landes tödlich verzagt. Es gibt im letzten Teil seiner Arbeit eine Stelle, die man angesichts der Gründe für seinen Freitod als einen ironischen Gedanken verstehen darf. Sieferle merkt an, wenn die Einwanderung „auf Kosten der Deutschen geht, so scheint dies umso mehr gerechtfertigt, da die Deutschen sich in diesem Jahrhundert als Erzgegner des universalistischen Programms gezeigt haben.“ Es ist hier aus zweierlei Gründen gestattet, eine ironische Beimischung auszumachen: erstens, weil Sieferle zuvor in seinem Großessay den deutschen Widerstand gegen einen nivellierenden, entstellenden Universalismus einfühlsam darlegt, und zweitens, weil der Fortgang des Universalismus und dessen Wirkung auf die Deutschen ihn zur Verzweiflung und schließlich in den weithin beachteten Selbstmord trieben.

 
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